Guardiola ist reif für den Pepxit

Matthias Becker
Sport1

Das Privatleben ist gerade ein heiß diskutiertes Thema in Großbritannien.

Prinz Harry und Herzogin Meghan haben das Land (und wohl auch die Königin) damit verblüfft, dass sie ihre royale Karriere beenden wollen. Weniger Stress, mehr Selbstbestimmung, mehr Privatleben. Ja dürfen die das denn?


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Auf den fruchtbaren Boden dieser Diskussion fallen Aussagen von Star-Trainer Pep Guardiola. "Ich habe keine Zeit mehr, die Gegner zu beobachten, mich vorzubereiten. Ich habe kein Privatleben mehr, das ist verrückt", sagte der Spanier nach dem Erfolg seines Teams im Ligapokal bei Manchester United. "Zu viel" sei das alles.

Das wirft wie bei Harry und Meghan die Frage auf, ob sich jemand, der mit dem goldenen Löffel im Mund lebt, über sein stressiges Dasein beklagen darf?

Grundsätzlich ja. Auch jemand, der wie Guardiola über 20 Millionen Euro brutto im Jahr dafür bekommt, dass er ein Hobby zum Beruf gemacht hat, darf und soll auf sich achten. Und natürlich auch auf die Spieler die ihm anvertraut sind.

Wie wäre es mit konkreten Gegenvorschlägen?

Den Gesetzen des Marktes widersetzt sich aber doch keiner der Topstars. Wie wäre es denn statt des traditionellen Klagens über den verrückten Winterspielplan in England damit, konkrete Gegenvorschläge zu machen? Und den Spieß mal umzudrehen?


Wenn Guardiola und andere Schwergewichte der Szene in einer gemeinsamen Initiative anbieten würden, im Gegenzug für eine Reduzierung der Spiele und Wettbewerbe auf Teile des üppigen Gehalts zu verzichten, würden sie Druck aufbauen. Im Moment können die Verantwortlichen die Klagen locker aussitzen und darauf verweisen, dass der gesamte Fußball-Zirkus sich über die steigenden Einnahmen freut.

Harry und Meghan werden durch ihren "Megxit" auf sprudelnde Einnahmequellen verzichten. Vielleicht wäre es für Guardiola Zeit für den "Pepxit".

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