Warum Guardiolas Tränen falsch sind

  • Hoppla!
    Ein Fehler ist aufgetreten.
    Versuchen Sie es später noch einmal.
·Lesedauer: 4 Min.
  • Hoppla!
    Ein Fehler ist aufgetreten.
    Versuchen Sie es später noch einmal.
Warum Guardiolas Tränen falsch sind
Warum Guardiolas Tränen falsch sind

Die Stimme wurde immer zittriger. Und dann versagte sie ihm komplett. Pep Guardiola hatte Tränen in den Augen und konnte nichts mehr sagen.

Als er sich wieder gesammelt hatte, da schwärmte er. "Wir lieben ihn so sehr. Er ist eine besondere Person für jeden von uns. Er ist so nett. Er hat mir sehr geholfen. Wir können ihn nicht ersetzen."

Der Trainer von Manchester City weinte um seinen Stürmerstar Sergio Agüero, der wenige Minuten zuvor nach zehn Jahren vom Klub verabschiedet wurde.

Guardiolas emotionaler Auftritt sorgte für große Resonanz. Dabei ist er durchaus kritisch zu sehen.

Guardiola weint nach Agüero-Abschied

Denn: Guardiola selbst hatte entschieden, dass der Vertrag von Agüero nicht verlängert wird und der Argentinier damit den Verein im Sommer verlassen muss.

So war es kein Wunder, dass der Angreifer nur meinte: "Ich bin sehr glücklich. Es ist nicht leicht, zehn Jahre bei einem Klub zu sein. Es ist eine Ehre."

Zwar verlor Agüero im Interview bei Sky Sports kein schlechtes Wort über Guardiola. Aber er ließ ihn bei allen Aussagen außen vor.

DAZN gratis testen und internationale Fußball-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Der Stürmer hatte sich im letzten Ligaspiel für ManCity noch einmal in den Fokus gespielt und beim 5:0 gegen Everton einen Doppelpack geschnürt. Es waren seine Treffer Nummer 183 und 184 in der Premier League. Damit sicherte er sich den Rekord von Wayne Rooney der meisten Ligatreffer für einen Verein.

Bei Guardiola hat er dennoch keine Zukunft und ist damit nicht der erste Star, der vom Katalanen fallen gelassen wird.

Guardiola sortierte Deco, Ronaldinho und Eto'o aus

Denn der Trainer, der seine Spieler oft sehr emotional in den Arm nimmt, hat auch seine Schattenseite.

Für Aufregung sorgte Guardiola bereits bei seiner Zeit beim FC Barcelona. Zwar gewann der 50-Jährige unfassbare 16 Titel in den drei Jahren.

Aber: Schon bei seiner ersten Pressekonferenz als Trainer von Barca bewies er, dass große Namen ihn nicht interessieren. Er kündigte an, dass die Superstars Ronaldinho, Deco und Samuel Eto'o den Verein verlassen müssten.

EM-Tippkönig gesucht! Jetzt zum SPORT1 Tippspiel anmelden

Eto'o durfte nur deshalb erstmal bleiben, weil Barca keinen Ersatz für den Stürmer fand.

Der Kameruner erzielte in der Saison insgesamt 36 Tore, traf sogar im Champions-League-Finale 2006 gegen Arsenal. Dennoch musste er danach zu Inter Mailand gehen.

Guardiola: Fehde mit Ibrahimovic

Später lästerte der Angreifer über Guardiola: "Er hat nie den Mut gehabt, mir die Sachen direkt zu sagen." Vor den Kameras habe ihm der Trainer immer die Hand gegeben. Das sei aber nur Show gewesen: "Hinter den Kulissen hat er mich vor dem Spiel nicht mal gegrüßt."

Die größte Fehde zwischen Guardiola und einem seiner Stars entwickelte sich danach.

Zlatan Ibrahimovic kam als Superstar zu Barca und hatte große Probleme mit dem Coach. Nach nur einer Saison musste der schwedische Stürmer deshalb trotz 22 Pflichtspieltreffern wieder gehen.

In seiner Autobiografie schreibt Ibrahimovic: "In der Kabine war es viel zu ruhig. Messi, Xavi und Iniesta haben immer ohne Widerworte gehorcht. Sie waren wie Schuljungen. Aber ich bin nicht so. Ich konnte nicht so sein. Ich hatte kein Verhältnis zum Trainer, er hat mich kaum angesehen." (SERVICE: Tabelle der Premier League).

Beim FC Bayern traf es dann Mario Mandzukic. Der Kroate war eigentlich erste Wahl des Trainers in der Saison 2013/14. Doch als der Kroate sagte, er sei kein Fan von Guardiolas Fußball da wurde er an Atlético verkauft.

Auch bei ManCity traf es einen Fan-Liebling unter Guardiola. Yaya Touré hatte sich bei Barca schon mit dem Spanier gezofft und war zu ManCity geflüchtet. Dort traf er 2016 dann ausgerechnet wieder auf seinen ehemaligen Boss, wurde zum Ersatzspieler degradiert und verließ den Klub 2018.

Guardiola ist ein Perfektionist. Er hat eine exakte Vorstellung im Kopf und erwartet, dass sein Plan bis ins kleinste Detail von seinen Spielern ausgeführt wird. Auch neben dem Platz erwartet er absolute Professionalität. Dabei geht er offenbar bis an die Grenzen der Legalität.

Guardiola engagierte Privatdetektiv

Laut Goal habe der 50-Jährige zu seiner Barcelona-Zeit einen Privatdetektiv engagiert, der herausfinden sollte, ob Gerard Piqué zu Hause blieb oder mit seiner Freundin Shakira feiern ging.

Auffällig: Alle Spieler, mit denen Guardiola nicht zurecht kam, sind große Persönlichkeiten.

Offenbar hat der Katalane ein Misstrauen gegenüber diesen Charakteren.

Auch bei Agüero lief in den gemeinsamen fünf Jahren übrigens nicht alles harmonisch ab.

Vor allem bei Auswechslungen zeigte der Argentinier seinem Chef immer wieder seine Wut und sein Unverständnis.

Nun ist auch Agüero nicht mehr da.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.