Gündogan-Bruder: Berater haben Erdogan-Treffen inszeniert

Ilker Gündogan, Bruder von Nationalspieler Ilkay Gündogan, hat sich zum Bild des Fußballers mit Türkeis Staatschef Tayyip Erdogan geäußert. Er stellt in Frage, inwiefern Ilkay an der Organisation des Treffens beteiligt war.

Ilkay Gündogan steht nach einen umstrittenen Foto in der Kritik. (Bild: Getty Images)
Ilkay Gündogan steht nach einen umstrittenen Foto in der Kritik. (Bild: Getty Images)

Es bleibt weiterhin DAS Aufreger-Thema vor der WM 2018 im deutschen Lager: Das Treffen von Ilkay Gündogan und Mesut Özil mit dem türkischen Präsidenten Tayyip Erdogan sorgt für Diskussionen und zuletzt auch für Pfiffe gegen die Spieler.

Nun hat sich Ilker Gündogan zu Wort gemeldet. Der Bruder des Nationalspielers beschäftigt sich als Forscher an der Ruhr-Universität in Bochum besonders mit dem Thema Fußball und chinesische Politik.

Identifikation mit Deutschland und Türkei “sehr flexibel”

Er stellt in Frage, inwiefern sich Gündogan oder Özil mit Deutschland oder der Türkei identifizieren und führte an dass “Identitäten und Identifikationsmuster” in Wirklichkeit “sehr flexibel und wandlungsfähig” seien. Im Moment des Fotos hätten sich beide Spieler wohl mit der Türkei identifiziert.

Das sei allerdings nicht gleichbedeutend mit einer Ablehnung gegenüber Deutschland. Im “Trikot der deutschen Nationalmannschaft” könnten sie “mehr mit Deutschland verbunden” sein. Dennoch kann auch Ilker dem Treffen mit Erdogan nicht viel abgewinnen.



Berater haben Treffen organisiert

Er führte an, dass das Foto unter Umständen “dumm” gewesen sein, solange Gündogan und Özil sich nicht über die möglichen Folgen ihres Handelns bewusst waren. “Das Klischee von dem nicht so hellen Fußballer sollte dennoch nicht bedient werden”, meinte Ilker.

Vielmehr stellte er fest: “Tatsächlich waren die Organisatoren und Initiatoren dieses Treffens nicht Ilkay Gündogan oder Mesut Özil, sondern ein Beraterteam, dem die Konsequenzen dieses Treffens hätte bewusst sein müssen. Falls nicht, sind es schlichtweg keine guten Berater.”

Das Fazit: “Fußballer profitieren in vielerlei Hinsicht von der unglaublichen Strahlkraft ihres Spiels. Entsprechend sollten sie sich auch dessen bewusst sein, dass ihnen in unserer Epoche eine soziale und politische Verantwortung zugewachsen ist, die sie zwar nicht gesucht haben, der sie sich aber nicht entziehen können.”

 

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