Löws Härtefälle: Diese Spieler kommen zu selten zum Zug

Florian Plettenberg, Jochen Stutzky
Sport1

"Serge Gnabry spielt immer", verkündete Joachim Löw in Manier des früheren Bayern-Trainers Louis van Gaal, der dies einst über Thomas Müller sagte.

Allerdings relativierte der Bundestrainer auf der abschließenden Pressekonferenz vor dem Qualifikations-Rückspiel zur EM 2020 gegen die Niederlande, dass dieser Satz gelte, solange sich der Spieler in guter Form befände.

Klar aber ist, dass sich fortan ein weiterer Spieler in der Löw-Elf seines Einsatzes sicher sein kann.

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Ebenso wie Kapitän Manuel Neuer im Tor, Niklas Süle in der Abwehr, Joshua Kimmich und Toni Kroos im Mittelfeldzentrum – und Leroy Sané im Angriff, sofern er fit sein sollte.

Zu den weiteren Spielern, die unter Löw derzeit gesetzt sind, zählen Nico Schulz, Matthias Ginter und Marco Reus. Einige Vereins-Stammspieler bleiben somit noch auf der Strecke und werden zu Härtefällen. SPORT1 nennt die momentanen Bankdrücker.

Marc-André ter Stegen (27)

Letzter Einsatz: 45 Minuten beim 1:1 gegen Serbien im März 2019.

Beim FC Barcelona ist er nach wie vor die unangefochtene Nummer eins. Bei Löw die Nummer zwei. Nicht, weil sich ter Stegen mit dem Adler auf der Brust gröbere Fehler erlaubt.

Vielmehr, weil Neuer in den vergangenen Monaten wieder zu alter Stärke fand. Löw stellte am Donnerstag zwar klar, ter Stegen in einem längeren Gespräch in Barcelona versprochen zu haben, dass er sich in der EM-Quali beweisen dürfe.

Selbst herausragende Leistungen werden aber wohl nichts daran ändern, dass Neuer bei der EM 2020 die Nummer eins sein wird. Möglich ist, dass ter Stegen am Montag gegen Nordirland starten wird (EM-Qualifikation, Nordirland - Deutschland, Mo. ab 20.45 Uhr im LIVETICKER).

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Julian Brandt (23)

Letzter Einsatz: 14 Minuten beim 2:0 gegen Weißrussland im Juni 2019.

Im Sommer wagte der Offensiv-Allrounder den Schritt von Bayer 04 Leverkusen zu Borussia Dortmund. Bei den Schwarz-Gelben ist er dabei, sich in der prallgefüllten Offensive seinen Stammplatz zu erkämpfen (3 Liga-Spiele/1 Tor).

Unter Löw ist ihm das noch nicht gelungen. Zu selten konnte er im DFB-Dress dauerhaft überzeugen. Laut Löw habe Brandt diese Woche "sehr gut" trainiert. Auch beim BVB habe er ihm schon imponiert. Bis zur Genesung von Sané wird er sich fortan mit Timo Werner duellieren. Sie seien für Löw die "ersten Optionen".

Wahrscheinlich ist, dass Werner nach zuletzt fünf Toren in drei Bundesliga-Spielen gegen die Niederlande den Vorzug vor Brandt erhält.

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Kai Havertz (20)

Letzter Einsatz: 45 Minuten beim 1:1 gegen Serbien im März 2019.

Das Supertalent aus Leverkusen kann bereits 91 Bundesliga-Einsätze vorweisen. Nahezu unglaublich, aber wahr: in einem DFB-Pflichtspiel kam der Mittelfeldspieler noch gar nicht zum Einsatz, lediglich zu drei Einsätzen in Testspielen.

Noch hat Löw keinen Platz für den vom FC Bayern umworbenen gefunden.

Das soll ich aber schon bald ändern: "Er muss sich noch entwickeln, aber was er zeigt, ist schon klasse. Für Kai finden wir immer einen Platz in den nächsten Jahren. Er wird sich durchsetzen", sagte der Bundestrainer. Das Havertz-Problem: Löw hat, sofern Kimmich und Kroos dabei sind, im Mittelfeld-Zentrum maximal einen weiteren Platz zu vergeben.

Im 3-4-3-System gar keinen. Die Dreierkette ist gegen die Niederlande wahrscheinlich, die Bank für Havertz auch. Dennoch sagt Löw: "Jederzeit kann er bei uns auch von Anfang spielen."


Ilkay Gündogan (28)

Letzter Einsatz: 53 Minuten beim 8:0 gegen Estland im Juni 2019.

Der Mittelfeld-Star von Manchester City war unter Löw zuletzt gesetzt. In den vergangenen beiden Quali-Spielen stand er in der Startelf. Vor allem aber, weil Kroos pausierte.

Im Hinspiel gegen die Niederlande hingegen stand Kroos in der Startelf, Gündogan war auf der Bank. Sollte Löw gegen die Niederlande auf ein 3-4-3 setzen, dürfte es für einen Startelfeinsatz nicht reichen.

In einem 4-3-3-System könnte er, nach dem Ausfall von Goretzka (Einblutung Oberschenkel), die Zentrale um Kimmich und Kroos komplettieren.

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