Hörmann-Nachfolge: Darauf kommt es an

·Lesedauer: 2 Min.
Hörmann-Nachfolge: Darauf kommt es an
Hörmann-Nachfolge: Darauf kommt es an

Für den früheren Bundespräsidenten Christian Wulff, Vorsitzender der DOSB-Findungskommission, waren ein guter Charakter, ein intensiver Bezug zum Sport und Vertrauenswürdigkeit die Hauptkriterien bei der Suche nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten für die Nachfolge des scheidenden Präsidenten Alfons Hörmann.

"Wir wollten sagen: Aus denen könnt ihr guten Gewissens auswählen", äußerte Wulff im Interview mit dem Deutschlandfunk: "Die haben die gute Chance, das Vertrauen bei den Medien, in der Politik, bei den Athleten, bei den Ehrenamtlichen wiederherzustellen und Geschlossenheit herbeizuführen."

Die Findungskommission hat den bisherigen Tischtennis-Weltverbandspräsidenten Thomas Weikert, Präsidentin Claudia Bokel vom Deutschen Fechter-Bund und CSU-Politiker Stephan Mayer, zuletzt Staatssekretär im Bundesinnenministerium, auf die Shortlist gesetzt. Das Trio stellt sich am Sonntag in Düsseldorf den Mitgliedsorganisationen des Deutschen Olympischen Sportbundes vor, am 4. Dezember bei der Mitgliederversammlung in Weimar wird gewählt.

Alle drei hätten einen intensiven Bezug zum Sport und seien bereit, den Einsatz zu bringen, den das Präsidentenamt erfordere, meint Wulff: "Viel zu reisen, viel zuzuhören, viel zusammenzuführen zwischen Amateuren und Profis, zwischen all den verschiedenen Interessen der Sport-Spitzenfachverbände. Da geht es ja auch um Macht, um Einfluss, um Geld, um Potenziale, um Leistungszentren."

Nur mit neuem Vertrauen könne der Neuanfang gelingen, sagte Wulff: "Wenn jetzt fair entschieden wird, wer Präsidentin beziehungsweise Präsident des DOSB wird, wer ins Präsidium kommt, dann wird dieses neue Präsidium unglaubliche Chancen haben, den Riesen wach zu küssen und ganz anders die PS, die der Sport hat, auf die Straße zu bringen."

Für Noch-Präsident Alfons Hörmann fand der 62-Jährige trotz des Aufruhrs über die angebliche "Kultur der Angst" im DOSB lobende Worte. "Er hat den Weg frei gemacht, und damit sollte man auch ihm danken für das, was er gemacht hat ehrenamtlich über die Jahre, was eigentlich ein Hauptamt ist", erklärte das frühere Staatsoberhaupt (2010 bis 2012).

Wulff hält Hörmann insgesamt für „gut geeignet“ im Amt des DOSB-Präsidenten. Er wisse aus eigener Erfahrung, dass es in demokratisch gewählten Ämtern Höhen und Tiefen gebe, meinte der Niedersachse: „Man sollte den Menschen ganzheitlich beurteilen.“

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.