Hülkenberg kritisch: "Noch keine" Signale für bessere zweite Saisonhälfte

Ruben Zimmermann
motorsport.com

Für Renault lief die erste Saisonhälfte 2019 überhaupt nicht wie erhofft. Eigentlich hatten die Franzosen zu Beginn des Jahres das Ziel ausgegeben, deutlich an der Spitze des Mittelfelds zu stehen. Doch daraus wurde bislang nichts. "Best of the Rest" ist aktuell McLaren mit bereits 31 Zählern Vorsprung auf das Werksteam. Und in Hockenheim zog sogar auch noch Toro Rosso vorbei.

WM-Rang sechs nach elf Rennen ist für Renault ohne Frage eine Enttäuschung. Und Nico Hülkenberg ist skeptisch, ob in der zweiten Jahreshälfte noch ein großer Durchbruch zu erwarten ist. Auf die Frage, welche Signale es gebe, dass es in der zweiten Saisonhälfte stabil bergauf gehe, antwortet er: "Bisher noch keine. Es wird nach der Sommerpause schon noch Updates geben."

"Die sind natürlich wieder darauf aus, das Auto deutlich zu verbessern. Die sind wichtig für uns. Die müssen einiges bringen, um der Charakteristik des Autos zu helfen und sie zu verbessern, damit die zweite Saisonhälfte deutlich besser werden kann", so Hülkenberg, der mit der Entwicklung des R.S.19 seit Beginn des Jahres nicht so wirklich zufrieden ist.

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Der Renault ist "ein bisschen zickig"

"Es ist das Auto, das wir seit Jahresanfang kennen. Es hat die gleichen Probleme", zuckt er die Schultern und erklärt: "Es ist einfach ein bisschen zickig, speziell im Quali am Limit. Es ist nicht einfach zu fahren." Was ist also für Renault 2019 noch drin? Wie weit kann es laut den Berechnungen des Teams noch nach vorne gehen? "Es bringt nichts, jetzt konkrete Zahlen dazuzuschreiben", winkt Hülkenberg ab.

"Das Update muss fruchten. Und dann werden die Zahlen und Positionen von alleine besser", erklärt er und verrät: "Wir müssen uns mit dem Negativen beschäftigen und am Negativen arbeiten. Wir müssen unsere Probleme lösen. Du kannst sie nicht umgehen. Wir beschäftigen uns damit, sprechen intern darüber. Es geht darum, Lösungen zu finden. Dieser Prozess dauert an."

Er habe auch keine Angst davor, den Finger in die Wunde zu legen. "Ich bin Deutscher, ehrlich und geradeheraus", grinst er und erklärt: "Bei mir kriegst du immer eine klare Antwort. Es gibt keinen Grund, etwas zu verheimlichen. Das Team muss wissen, wo die Schwachpunkte liegen. Je eher wir Bescheid wissen, umso eher können wir Lösungen suchen. Eine offene Gesprächskultur ist da sehr wichtig."

Bislang habe es "gute und weniger gute Momente" gegeben. "Alles in allem stehen wir da, wo wir gerade stehen. Alle zwei Wochen kriegen wir einen neuen Eindruck, wo wir im Kräfteverhältnis zu finden sind", erklärt er und gesteht: "Sicher wären das Team und ich gerne ein bisschen weiter vorne. Das ist derzeit nicht der Fall. Daher können wir nur noch härter arbeiten und versuchen, in der Zukunft bessere Ergebnisse zu erzielen."

Ricciardo: Kritik muss konstruktiv sein

Teamkollege Daniel Ricciardo sieht die Lage übrigens ein bisschen entspannter. "Ich bin immer ziemlich positiv eingestellt", erinnert er und erklärt: "Natürlich wollen wir weiter vorne stehen. Aber ich weiß, dass es nicht immer sehr produktiv ist, wütend und frustriert zu sein." Das wurde lediglich zu schlechter Stimmung führen. Und es sei auch "Teil seines Jobs", alle im Team bei Laune zu halten.

"Wenn wir Dinge verbessern müssen, dann werde ich ihnen natürlich sagen, was wir meiner Meinung nach tun müssen. Aber es muss konstruktiv sein", erklärt er und ergänzt: "Wir haben uns zu Beginn der Saison ein Ziel gesetzt, und das haben wir noch nicht ganz erreicht." Jeder im Team wisse, dass man aktuell hinter den eigenen Ansprüche liege. Daher sei es nicht nötig, jetzt noch einmal daraufzuhauen.

Ziel bleibe es aber weiterhin, Fortschritte zu machen und an die Mittelfeldspitze zu kommen. Wichtig sei es, motiviert zu bleiben. Dazu passt auch sein Plan für die anstehende Sommerpause. "Viel feiern und in Singapur wieder da sein", erklärt er mit einem Lachen und erklärt im Hinblick auf die zweite Saisonhälfte grinsend: "Hängt davon ab, wie schlimm der Kater wird."

"Wenn wir mit einem Kater nach Spa kommen, dann wird es eine Herausforderung", so Spaßvogel Ricciardo. Vorher steht aber noch ein Rennen in Ungarn an. Und da ist Hülkenberg "entschlossen", nach seinem Fehler in Hockenheim zurückzuschlagen. "Wir haben in schwierigen Bedingungen einen sehr guten Job gemacht", erinnert er. Ein Ausrutscher beendete sein Rennen jedoch vorzeitig, als er auf P4 lag.

Mit Bildmaterial von LAT.

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