Warum Hülkenbergs Chancen auf ein Red-Bull-Cockpit steigen

Franziska Wendler
·Lesedauer: 3 Min.

Eigentlich sah es für Alexander Albon beim Großen Preis von Portugal gut aus.

Mit seinem Red Bull hatte sich der Thailänder im Qualifying Rang sechs erkämpft - einer guten Platzierung und vielen Punkten in der WM-Wertung stand nichts mehr im Wege.

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Dennoch leuchtete am Ende hinter dem Namen Albon nur die zwölfte Platzierung auf – und damit ein Platz außerhalb der Punkte.

Albon sucht nach Erklärungen

"Wir hatten weder beim Start noch in der ersten Runde Grip. Wir sind nur gerutscht. Manche Teams haben ihre Reifen sofort auf Temperatur gehabt, McLaren zum Beispiel, und Kimi, der ist ja geflogen. Das schien eine ganz andere Liga zu sein", versuchte sich der Sportler nach dem Rennen zu erklären.

"Als die Reifen erst einmal auf Temperatur waren, da war das Auto eigentlich ziemlich gut. Die Pace, das Auto, das war wirklich gut. Ich konnte es nur nicht nutzen", so der 24-Jährige weiter.

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Und genau an dieser Stelle liegt bei Red Bull aktuell das Problem. Hinter dem bärenstarken Max Verstappen, der sich beim Portugal-GP Platz drei sicherte, fehlt ein zweiter starker Fahrer.

Red Bull braucht zwei starke Fahrer

Immer wieder machten zuletzt Gerüchte die Runde, wonach die Zeit von Albon bald abgelaufen sein könnte.

"Wir brauchen zwei Rennwagen, die nahe beieinander liegen, um den Kampf gegen Mercedes aufzunehmen. Das muss unser Ziel sein", hatte Teamchef Christian Horner noch vor dem Qualifying gesagt.

Im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 wurde Motorsportberater Helmut Marko zuvor sogar noch deutlicher. Bleibt Albon auf etwa drei Zehntel pro Runde an Verstappen dran, hat er sein Cockpit sicher.

Weltrekord bei Boxenstopp

Davon konnte auf der Rennstrecke in Portimao am Sonntag aber mal wieder keine Rede sein. Der Niederländer überrundete seinen schwächelnden Teamkollegen gegen Ende des Rennens sogar – eine bittere Demütigung. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

Dabei gab die Crew des Thailänders wirklich alles, um ihm ein perfektes Rennen zu ermöglichen. In 1,8 Sekunden fertigten ihn die Mechaniker beim Boxenstopp ab. Weltrekord. Geholfen hat das dennoch nichts.

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Bei Red Bull und Albon stehen die Zeichen mehr und mehr auf Abschied, für Nico Hülkenberg dagegen steht vielleicht ein neuer Anfang bevor. Noch vor dem Rennen im Autodromo gab Marko im RTL-Gespräch zu, dass sich das Team mit dem Deutschen beschäftigt.

Zweimal war Hülkenberg in dieser Saison in der Formel 1 eingesprungen. Beide Male fiel bei Racing Point ein Fahrer aus und Hülkenberg konnte zeigen, was er auch ohne große Vorbereitung zu leisten im Stande ist. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

Verstappen unterstützt Hülkenberg

Auch in Verstappen hat der Deutsche einen Fürsprecher. "Nico ist ein großartiger Typ. Was er am Nürburgring geleistet hat, war großartig. Ich denke, er wäre ein guter Teamkollege, aber es ist nicht meine Entscheidung", ließ er im Gespräch mit RTL verlauten.

Für Red Bull zählen vor allem Fakten. Und Fakt ist, dass Albon bereits zum zweiten Mal in Folge ohne Punkte geblieben ist. Selbst Gasly im Alpha Tauri liegt in der WM-Wertung nur noch einen Punkt hinter dem 24-Jährigen.

"In weniger als einer Woche muss er zurückschlagen", gab Horner für das nächste Rennen in Imola die Marschroute vor.

Sollte Albon auch dort keine ansprechende Leistung zeigen, könnte die Formel 1 schon bald einen deutschen Piloten mehr in der Startaufstellung haben.