"Habe deutschem Fußball eine Menge mitgegeben"

Stefan Kumberger, Michael Schreiber
Sport1

Am kommenden Freitag ist Schluss für Uli Hoeneß als Bayern-Boss!

Vierzig Jahre in erster Reihe, zuerst als Manager, anschließend als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender, enden für Hoeneß mit der Jahreshauptversammlung am 15. November.


Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Nach dem Topspiel der Bayern gegen Borussia Dortmund sprach Hoeneß mit SPORT1 exklusiv über die Trainerfrage, sein Vermächtnis und sein letztes Spiel als Präsident.

Am Sonntagmittag folgte dann ein echter Hoeneß: Im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1 diskutierte die Runde um Moderator Thomas Helmer über den FC Bayern und Sportdirektor Hasan Salihamidzic, als Hoeneß zum Telefonhörer griff und spontan in der Sendung anrief.

DAZN gratis testen und die Freitags- und Montagsspiele der Bundesliga live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Was folgte, war ein typischer Hoeneß-Auftritt, der seinen Sportdirektor bis aufs Blut verteidigte.


Hoeneß: "Ich bin total euphorisch"

Für Uli Hoeneß hätte sein letztes Spiel als Bayern-Boss nicht besser verlaufen können. Mit einem auch in der Höhe verdienten 4:0-Sieg gegen den BVB verabschiedete die Mannschaft des FC Bayern ihren Chef in den Ruhestand.

Hoeneß selbst zeigte sich nach dem Spiel am SPORT1-Mikrofon begeistert vom Auftritt des Teams: "Ich kann nur sagen, dass wir heute ein überragendes Spiel gesehen haben. Von der ersten bis zur letzten Minute. Was unsere Mannschaft heute von der Aggressivität, von der Laufbereitschaft, von den herausgespielten Torchancen geleistet hat, ist unglaublich."


Auch am Tag danach zeigte sich der scheidende Präsident begeistert vom Spiel seiner Mannschaft und verweist in seinem Doppelpass-Anruf mit Freude auf seine letzte Jahreshauptversammlung: "Seit gestern bin ich total euphorisch. Eine bessere Einladungskarte konnte unsere Mannschaft unseren Mitgliedern für die Versammlung gar nicht geben."

Hoeneß: Vorstand soll sich mit Flick beschäftigen

Interimstrainer Hansi Flick meisterte seine Aufgaben gegen Olympiakos Piräus und Dortmund mit Bravour. Zwei Spiele, zwei Siege und 6:0 Tore.

Eine Zukunft mit dem 54-Jährigen gilt als wahrscheinlich. Ein eindeutiges Statement zur Trainerfrage ließ sich Hoeneß im CHECK24 Doppelpass nicht entlocken.

"Ich habe schon gestern nach dem Spiel gesagt, dass der Vorstand sich jetzt zunächst mal mit Hansi Flick beschäftigen soll, und ich habe gehört, das werden sie tun. Und man hat jetzt durch das Spiel gestern wunderbar Zeit gewonnen, um diese Entscheidung in aller Ruhe zu diskutieren."


Salihamidzic "kommt total zu schlecht weg"

Bei seinem überraschenden Anruf im CHECK24 Doppelpass hatte Hoeneß nochmal einiges an Redebedarf. Dies betraf vor allem die Personalie Salihamidzic. Der Bosnier kommt Hoeneß in der öffentlichen Wahrnehmung "zu schlecht weg", könnte aber bereits auf Hoeneß letzter Aufsichtsratssitzung als Vorsitzender befördert werden.

Die Beförderung von Salihamidzic zum Sportvorstand wird wohl die letzte große Amtshandlung von Hoeneß als Bayern-Boss werden. "Das ist eine Sache, die morgen im Aufsichtsrat auf der Tagesordnung steht, und morgen Abend nach der Aufsichtsratssitzung können wir euch genau sagen, was da entschieden wurde", sagte Hoeneß am Sonntag: "Wir sind ein ziemlich demokratischer Verein."


Vor der Beförderung nahm Hoeneß seinen Sportdirektor nochmal in Schutz. "Hasan hat einen guten Job in diesem Jahr gemacht", sagte der 67-Jährige: "Mit dem werden wir beim FC Bayern noch ganz viel Spaß haben."

Jetzt das aktuelle Trikot des FC Bayern bestellen - hier geht's zum Shop! | ANZEIGE

Vor allem an der Zusammenstellung des aktuellen Kaders hat der 42-Jährige laut Hoeneß einen großen Anteil. "Ich darf daran erinnern, dass die Transfers von Pavard, Hernández und nicht zuletzt Davies allein auf seinem Mist gewachsen sind, und wir sind glücklich, dass wir mit diesen drei Spielern schon sensationelle Transfers gemacht haben."

Hoeneß: "Über 40 Jahre gilt es zu würdigen"

Am kommenden Freitag ist für Hoeneß zumindest als Chef Schluss. Ein Teil des FC Bayern wird Hoeneß immer bleiben, nicht nur durch seinen Posten als Mitglied des Aufsichtsrats. Durch seine neue Position ist er weiterhin in die Geschicke des Vereins involviert.

Vor der abschließenden Jahreshauptversammlung sprach Hoeneß über sein Vermächtnis: "Wir reden über 40 Jahre und ich glaube, da habe ich dem deutschen Fußball und dem FC Bayern eine ganze Menge mitgegeben. Ich habe jetzt mehr als 40 Jahre für den Verein gearbeitet und das gilt es am Freitag zu würdigen."


Sein letztes Spiel als Präsident war für Hoeneß ein würdiger Abschluss seiner Amtszeit. "Ich werde ja weiterhin ins Stadion kommen und ich hab mir kurz vor Schluss gedacht, das war ein würdiger Abschluss meiner Zeit als Präsident, weil ich der Meinung bin, die Mannschaft hat mir heute ein Geschenk gemacht, wie es besser nicht sein könnte", sagte Hoeneß zu SPORT1.

Hoeneß wird auch in Zukunft bei den Bayern-Spielen in der Allianz Arena sein. Voraussichtlich nicht mehr auf seinem bisherigen Platz neben Karl-Heinz Rummenigge, sondern ein paar Meter weiter, neben seiner Ehefrau Susi.

Lesen Sie auch