"Warum macht er sich lustig"? Wie Ferguson Rooney anstachelte

Lukas Scherbaum
Sport1

Geschichten, die nur der Fußball schreibt? Und bitte: Wayne Rooney trifft mit Derby County in der 5. Runde des FA Cups auf Manchester United (ab 20.45 Uhr im LIVE-Telegramm).

Der 34-Jährige verbrachte 13 Jahre bei den Red Devils. Mit 253 Toren in 559 Spielen ist er Rekordtorschütze des Vereins. Unter Sir Alex Ferguson gewann er fünf Meisterschaften und 2007/2008 die Champions League. Insgesamt bejubelte der Stürmer 18 Titel im roten Trikot.

Nun trifft die United-Legende also auf seine alte Liebe. Im Gespräch mit dem Guardian gibt Rooney einen Einblick über seine Gefühlswelt vor dem Duell - und erzählt eine witzige Anekdote über seinen alten Lehrmeister Ferguson.

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Im Januar 2020 kehrte Rooney zurück nach England. Der Veteran ließ seine Karriere eigentlich schon in den USA bei D.C. United ausklingen. Doch Derby County holte Rooney zurück in die Heimat, um als Verbindung zwischen Coach Phillip Cocu und dem Team zu agieren.

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Seine Rückkehr wurde zunächst als PR-Aktion abgetan. Doch Rooney übernahm bei Derby Verantwortung, verpasste bislang keine Partie und führt die "Rams" (Deutsch: Widder) als Kapitän aufs Feld. Vier Treffer und zwei Vorlagen gelangen Rooney bisher bei seinem neuen Klub.

Rooney: Ich will, dass United verliert

Vor dem Pokalspiel spricht Rooney in höchsten Tönen über United: "Ich habe es dort geliebt. Es war der Hauptteil meiner Karriere."

Doch der Engländer ist Profi durch und durch. "Für diese 90 oder 120 Minuten will ich, dass sie verlieren und wir weiterkommen", blickt Rooney kampflustig auf das anstehende Spiel. 

Viele United-Fans werden ein wenig wehmütig auf die Rückkehr Rooneys blicken. Als der Stürmer noch in Manchester weilte, war der Verein das Maß der Dinge in England. Mittlerweile muss United um die Teilnahme an der Champions League bangen. "Das würde ihnen sehr helfen", betont Rooney die Wichtigkeit der Königsklasse. Die Fans fordert er auf "geduldig zu bleiben". (Tabelle der Premier League)

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Doch nicht nur die Anhänger der Red Devils erinnern sich gerne an die Zeiten unter Ferguson zurück. Auch Rooney adelt seinen ehemaligen Coach. "Im Umgang mit den Spielern war Sir Alex Ferguson der beste, den ich je gesehen habe", so Rooney. Dabei war es für den Trainer nicht immer leicht, mit dem damals hitzköpfigen Jungspund umzugehen.

Lehrmeister Ferguson als Trainer-Vorbild für Rooney?

"Als Kind habe mich in jeder Halbzeit mit ihm gestritten. Ständig. Ich dachte: 'Warum macht er sich ständig über mich lustig? Es gibt Spieler, die viel schlechter sind'. Aber je älter ich wurde, desto klarer wurde mir, warum er das gemacht hat. Er kritisierte mich oft für meine Dribblings, dabei habe ich das nicht häufig gemacht ... aber nachdem er mir das sagte, dribbelte ich danach ein bisschen mehr", erinnert sich Rooney lächelnd.


Ferguson habe gewusst, wie er Spieler behandeln musste, um das Maximum aus ihnen zu herauszukitzeln. Genau diese Qualität fehle den letzten United-Trainern.

"Sie haben es mit van Gaal versucht, mit Mourinho. Man sieht es an Liverpool - sie haben dieses Team aufgebaut", lobt Rooney Liverpools Trainer Jürgen Klopp. Bis es bei United unter Ole Gunnar Solskjaer soweit sein werde, könne es laut Rooney allerdings noch "zwei, drei Jahre dauern".

Bis dahin will Rooney selbst an der Seitenlinie stehen. Im Sommer wird er seine UEFA A-Lizenz abschließen, danach soll die finale Pro-Lizenz möglichst bald folgen. Mit Ferguson hatte Rooney einen der größten seines Fachs als Vorbild.

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