Habsburg muss zum Bundesheer: 2020 mit Glatze in der DTM?

Sport1


Während die Fans noch immer auf Neuigkeiten von Aston Martin warten, stellt sich Ferdinand Habsburg seit wenigen Tagen einer ganz anderen Herausforderung: Der 22-jährige Österreicher rückte am 7. Januar 2020 zu seinem sechsmonatigen Grundwehrdienst ein. Was für so manchen Sportler ein lästiges Übel ist, sorgt beim Kaiserurenkel für Begeisterung.

"Ich finde, das ist eine tolle Sache, und ich freue mich ziemlich darüber", sagt er im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Ich nehme das ziemlich ernst und bin stolz, meiner Heimat etwas zurückzugeben."

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Die positive Einstellung zum Bundesheer habe er von seinem Vater. "Er war 16 Jahre beim Militär, und das hat mich sicher beeinflusst", verweist der Aston-Martin-Pilot auf Vater Karl Habsburg, der von 1984 bis 1996 bei der österreichischen Luftwaffe als Militärpilot fungierte.

DTM-Saison 2020: Habsburg fürchtet keine Einschnitte

Doch wie wird sich der Präsenzdienst auf Habsburgs DTM-Pläne mit Aston Martin auswirken? Im Januar wird Habsburg die einmonatige Grundausbildung in der Dabschkaserne in Korneuburg, rund 20 Kilometer von seinem Wohnort Wien entfernt, absolvieren. Danach wechselt er in die Heeressport- und Nahkampfschule, die es ihm erlaubt, seinen Rennsportverpflichtungen nachzukommen.

Habsburg glaubt, dass sich das gut verbinden lässt. "Als Rennfahrer braucht man Disziplin und ein gutes Fitnesslevel", sagt er. "Wenn sich das also auf den Motorsport auswirkt, dann nur positiv. Ich werde schon meinen Freiraum bekommen, um meinen Sport weiter zu betreiben."

Fans müssen sich keine Sorgen machen, stellt er klar: "Ich werde 2020 wieder in meinem Rennwagen sitzen und das wahrscheinlich fitter denn je, denn unser Heer bietet für uns Athleten exzellente Möglichkeiten." Der Präsenzdienst sei für ihn eine Möglichkeit, "etwas Gutes zu tun. Und ein bisschen Konsequenz ist auch nichts Schlechtes für einen 22-jährigen Buben. Vielleicht komme ich ja 2020 mit einer Glatze in die DTM", scherzt er.

Umzug von London nach Wien nicht wegen Wehrpflicht

Seit Anfang September 2019 lebt Habsburg übrigens nicht mehr in London, sondern in Wien. Hatte der Umzug mit seinem Präsenzdienst zu tun? "Das war ein Mitgrund, aber nicht der Hauptgrund", antwortet Habsburg.

"Ich habe in London gewohnt, weil ich ein paar Freunde dort hatte, die an die Uni gehen. Ich hatte dort mein soziales Leben - und auch aus Motorsport-Sicht war es nicht schlecht, dort zu leben", erklärt er.

"Ich bin dann aber 2018 draufgekommen, dass ich gerne Zeit für mich habe und in der Natur bin. Ich habe eine Leidenschaft für das Klettern und das Wandern im Gebirge entwickelt, gehe gerne Radfahren oder mache Ski-Touren. Und das kann ich viel besser in Österreich machen."

Habsburg pendelt zwischen Wien und Salzburg

Und da er nun auch noch seinen Präsenzdienst absolvieren muss, "trifft sich das gut, weil ich dann am Wochenende zuhause wohnen kann". Obwohl Habsburg in der österreichischen Bundeshauptstadt wohnt, werde er auch viel in Salzburg sein, stellt er klar: "Wir haben ein Familienhaus in Wien und eines in Salzburg. Wien ist praktisch, wenn es ums Fliegen geht, den Großteil meiner Freizeit möchte ich aber in Salzburg verbringen. Und ich habe ja einen wunderschönen Dienstwagen, der mich hin und her bewegt."

© Motorsport-Total.com

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