Wer nach dem Haller-Schock jetzt im Fokus steht

Wer nach dem Haller-Schock jetzt im Fokus steht
Wer nach dem Haller-Schock jetzt im Fokus steht

Edin Terzic wirkte sichtlich angefasst, als er am Dienstag um 14.25 Uhr in Bad Ragaz vor die Journalisten trat. „Ich habe mich hier im Trainingslager eigentlich sehr auf meine erste Medienrunde als Cheftrainer gefreut“, sagte der 39 Jahre alte BVB-Coach, der auf Marco Rose gefolgt ist. „Die Woche lief sehr gut - bis gestern. Die Nachricht hat uns schockiert. Es ist brutal schwer für uns.“

Die endgültige Diagnose steht noch aus. Haller ist zurzeit für weitere Untersuchungen in Deutschland - es steht noch aus, ob es sich bei dem Hodentumor um eine Krebserkrankung handelt oder nicht. „Wir drücken ihm und der ganzen Familie die Daumen, dass er so schnell wie möglich fit wird“, sagte Terzic. (Reaktionen zum Haller-Schock)

Die Betroffenheit über die Erkrankung beim 27 Jahre alten Ivorer ist im BVB-Lager in der Ostschweiz deutlich zu spüren. Die positive Aufbruchstimmung und Euphorie rund um den Pott-Klub, der sich inmitten eines personellen Umbruchs befindet, hat einen herben Dämpfer erlitten. Und das ausgerechnet zehn Tage vor dem Pflichtspielstart im DFB-Pokal bei 1860 München (29. Juli). (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

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BVB: Terzic vor gewaltiger Herausforderung

Terzic und sein Team müssen den Schalter - so brutal und schnelllebig ist das Fußballgeschäft nun mal - sofort wieder umlegen und die Köpfe der sich sorgenden Spieler, die alle überwiegend im gleichen Alter wie Haller sind, freibekommen. Am Dienstag war im Vormittagstraining zu beobachten, wie einige Spieler auf dem Rasen das Gespräch mit Teamarzt Dr. Markus Braun gesucht haben.

Gleich zu Beginn seiner noch jungen Amtszeit steht Terzic vor einer gewaltigen Herausforderung. Der gebürtige Sauerländer muss sich nun allen voran die sportliche Frage stellen, wer den auf unbestimmte Zeit ausfallenden Haller nun ersetzen kann und wer im Sturmzentrum die Tore schießen soll.

Der Ivorer war schließlich für die Rekordablöse von rund 34 Millionen Euro (inklusive Boni) als „Königstransfer“ und Nachfolger von Torjäger Erling Haaland (85 Treffer in 88 BVB-Spielen) geholt worden. Nun fällt er aus. (ÜBERSICHT: Die fixen Transfers aller Bundesliga-Klubs)

Moukoko rückt in den Vordergrund

Der BVB hat bereits kurzfristig auf den Ausfall reagiert und U23-Stürmer Bradley Fink für das Trainingslager nachnominiert. Der 19 Jahre alte Schweizer kommt dem robusten Haller vom Spielertypen noch am nächsten, hat aber bislang keine Erfahrung auf Bundesliga-Niveau nachzuweisen.

In den Fokus rückt nun natürlich auch Youssoufa Moukoko, der ein Angebot zur Verlängerung seines 2023 auslaufenden Vertrages vorliegen hat und zunächst die Vorbereitung abwarten wollte. Die Chancen auf Einsatzzeiten haben sich für den 18 Jahre alte Wunderkind seit Dienstag um ein Vielfaches erhöht.

Salzburg-Zugang Karim Adeyemi und Donyell Malen könnten die Position im Zentrum ebenfalls bekleiden, sind aber auf für die Flügel vorgesehen.

Holt der BVB einen Ersatz?

Klubintern müssen sich die BVB-Bosse also die berechtigte Frage stellen, ob man auf dem Transfermarkt nicht doch noch mal aktiv werden soll. Nach SPORT1-Informationen sollen die nächsten Tage zunächst aber abgewartet und geschaut werden, wie lange Haller wirklich ausfallen wird. Erst dann soll eine Entscheidung gefällt werden. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Suárez wurde BVB angeboten

Luis Suárez wurde nach SPORT1-Informationen dem BVB angeboten. Es gab sogar einen losen Austausch.

Der Stürmer, dessen Vertrag bei Atlético Madrid im Sommer auslief und der daher ablösefrei ist, ist vom Gehalt aber zu teuer und nicht die Wunschlösung, aktuell sieht es nicht nach einer Verpflichtung aus.

Mit rund 86 Millionen Euro hat der BVB kräftig investiert, die finanziellen Mittel fehlen also. Klar ist aber auch: Der straffe Spielplan mit der Dreifachbelastung und der WM in Katar rufen fast schon danach, dass die Dortmunder nochmal nachrüsten.

„Wir haben einen Menschen aus unserer Gruppe entlassen müssen“, wollte sich Terzic noch nicht zur weiteren Planung äußern. „Es geht in erster Linie darum, dass Sébastien fit wird. Wir haben uns noch keine großen Gedanken gemacht. Wir werden im Training jetzt ein paar Dinge umsetzen, um uns auf alle Fälle vorzubereiten.“

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