Auch Hamburg führt wieder strikte Begrenzungen für private Treffen ein

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Hamburg führt angesichts der sich verschärfenden Corona-Lage ab Montag wieder schärfere Beschränkungen für private Treffen ein. Für Feiern und Zusammenkünfte jeglicher Art gelte dann wieder die bereits aus dem Frühjahr bekannte Regelung von höchstens zehn Teilnehmern aus nicht mehr als zwei Haushalten, gab der Erste Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitag nach einer Senatssitzung bekannt. Innerhalb von Familien gelten allerdings Ausnahmen.

Dadurch sind laut Tschentscher beispielsweise Patchwork-Familien von der Zwei-Haushalte-Regelung ausgenommen. Insgesamt senkten die Beschränkungen die Zahl von "Risikokontakten", erläuterte der Bürgermeister. Dies verhinderte Infektionen und erleichtere die Nachverfolgung durch die Gesundheitsämter. Dies habe sich bereits während der ersten Phase der Corona-Pandemie im Frühjahr bewährt.

Mit der Verschärfung setzt Hamburg einen Stufenplan um, den die Bundesländer für den Fall einer regionalen Verschärfung der Infektionsdynamik gemeinsam verabredeten. Auch die Hansestadt ist inzwischen ein Risikogebiet. Die sogenannte Sieben-Tages-Inzidenz lag am Freitag nach Zählung der Hamburger Behörden bei 75,1. Das Robert-Koch-Institut (RKI) wies einen Wert von knapp unter 53 aus.

Die Sieben-Tages-Inzidenz gibt an, wie viele neue Infektionen pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen registriert wurden. Der sich laufend verändernde Wert gilt als zentraler Faktor bei der Bewertung des Geschehens. Der Unterschied zwischen den Zahlen der Hamburger Behörde und denen des RKI ergibt sich durch bestimmte Detailunterschiede bei der Informationserfassung. 

Die tagesaktuellen Hamburger Zahlen berücksichtigen nach Abgaben des Senats behördeninterne Meldungen bis 9 Uhr morgens, das RKI berücksichtigt für seinen Tagesbericht hingegen nur eingehende Meldungen bis 0 Uhr. Darüber hinaus werden verspätet gemeldete Infektionsfälle unterschiedlich verbucht. Hamburg schlägt sie prinzipiell der laufenden Woche zu, das RKI handhabt das anders.

Nach Einschätzung des Hamburger Senats sind die eigenen Zahlen generell näher am aktuellen Geschehen. Es gibt allerdings keinen grundsätzlichen Unterschied. Die Informationsbasis in Form der amtlichen Zahlen der Gesundheitsämter ist in beiden Fällen gleich.

Bereits am Donnerstag hatte auch das Bundesland Niedersachsen die Beschränkung von privaten Treffen auf maximal zehn Teilnehmer aus höchstens zwei Haushalten für Risikogebiete eingeführt. Dort gilt die Regelung bereits ab Freitag in allen Städten und Gemeinden mit einer Sieben-Tages-Inzidenz ab 50, wie die Landesregierung mitteilte. Auch dort betrifft sie alle Zusammenkünfte in den eigenen vier Wänden, in der Öffentlichkeit oder in Gaststätten.

bro/cha