Hamilton und Co. sicher: Vettel wird "bald wieder zurückschlagen"

Maria Reyer
motorsport.com

Sebastian Vettel fährt aktuell nicht in der Form seines Lebens. Der Deutsche leistet sich immer wieder kleine aber entscheidende Fehler. Seit seinem Malheur beim Deutschland-Rennen im Vorjahr konnte der Ferrari-Pilot nur noch einen Sieg einfahren, in der aktuellen WM-Wertung ist er auf Rang vier abgerutscht. Hundert Punkte liegt er hinter Lewis Hamilton. Wie erklärt sich der Brite die aktuellen Leistungen des Deutschen?

"Ich weiß es nicht, darüber denke ich nicht wirklich nach." Hamilton glaubt nicht, dass Vettels Heimrennen im Vorjahr der Auslöser für das Formtief des Heppenheimers war. Allerdings drehte der Mercedes-Pilot in Hockenheim die Weltmeisterschaft zu seinen Gunsten.

Hamilton ist nicht der Auffassung, dass ein bestimmtes Ereignis seinen schärfsten Rivalen abfallen ließ. "Er und sein Team hatten einfach Probleme. Sie hatten ein paar schwierige Rennen. Er hat außerdem einen neuen Youngster neben sich, der einen großartigen Job abliefert", gibt der WM-Führende zu bedenken.

Scrollen, um mit dem Inhalt fortzufahren
Anzeige

Leclerc: Passt der SF90 besser zu seinem Fahrstil?

Charles Leclerc konnte in den vergangenen drei Rennen jeweils vor Vettel ins Ziel fahren, zuletzt in Österreich hätte er fast den ersten Ferrari-Sieg in dieser Saison geschafft. Der Monegasse selbst kann sich nicht erklären, warum Vettel langsamer ist.

"Ich weiß es nicht", meint der 21-Jährige und bekräftigt, dass er sich im SF90 "wohl" fühle. "Das Auto hat aber ein paar Schwächen", gibt er auch zu. "Seb hat ein paar gute Rennen hingelegt. Zuletzt hatte er nicht unbedingt viel Glück in den Rennen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass er schon in Kürze wieder voll auf Zack sein wird."

Das sei nur eine Frage der Zeit. Passt der Ferrari nach dem Update von Frankreich einfach besser zum Fahrstil der Nachwuchshoffnung? "Um ehrlich zu sein: Mich scheint es nicht so sehr zu treffen, wenn das Auto am Kurveneingang ein bisschen instabil ist", gibt er zu.

Vettel hingegen hadert mit dem Untersteuern. "Unser Auto hat seine Schwächen. Wir kennen sie. Und wir versuchen sie alsbald auszumerzen." Vor allem im Renntrimm fehlt der Scuderia die Pace, aber auch im Qualifying fühlte sich Vettel zuletzt in Silverstone nicht wohl.

Bottas: "Fehler passieren" - Kritik nicht gerechtfertigt

"Es scheint daher nicht gerade die einfachste Zeit zu sein für ihn", stellt auch Hamilton fest, "aber er ist immer noch viermaliger Weltmeister. Die Leute vergessen manchmal einfach zu schnell", nimmt er Vettel in Schutz. "Für mich ist er einfach ein viermaliger Weltmeister und eindrucksvoller Konkurrent."

Hamilton fordert alle Kritiker auf, Vettel Respekt zu zollen. "Ich erwarte, dass er stark zurückschlagen wird." Auf die Frage, ob der Heppenheimer sein ärgster Konkurrent im diesjährigen WM-Kampf ist, verneint der dennoch: "Aktuell nicht, da er nicht Zweiter ist."

Weitere Artikel zu Sebastian Vettel:

Vettel möchte in Hockenheim gewinnen: "Aber ich bin realistisch ..."Vettel: Ferrari ein Privileg, keine Bürde!Gary Anderson: Liegt Vettels Problem im Frontflügel-Design?

Mit 39 Punkten Rückstand liegt sein Teamkollege Valtteri Bottas derzeit auf dem ersten Verfolgerrang. Der Finne kann sich ebenso wenig in Vettels Lage versetzen, dennoch versucht er es: "Jeder Athlet ist individuell. Das ist eine sehr anstrengende Umgebung hier und es ist nicht immer einfach, sein Bestes abzurufen."

Aus eigener Erfahrung weiß er: "Fehler passieren, manchmal mehr, manchmal aus bestimmten Gründen. Manchmal ist es auch einfach schwierig, die Gründe dafür zu finden." Die Kritik - vor allem von der italienischen Presse - findet er nicht gerechtfertigt: "Nun, das ist normal in der Formel 1. Wenn du einen Fehler machst, dann stürzt sich sofort jeder drauf und macht eine große Geschichte daraus."

Weitere Co-Autoren: Stefan Ehlen. Mit Bildmaterial von GP-Fever.de.

Lesen Sie auch