Hamilton knapp geschlagen: "Meine letzte Q3-Runde war hundsmiserabel"

Maria Reyer
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Lewis Hamilton fehlen im Qualifying zum Grand Prix in Imola 0,097 Sekunden auf die Pole-Position. Der Brite setzte zwar zunächst noch die Bestzeit im dritten Segment, Teamkollege Valtteri Bottas konnte im entscheidenden Versuch aber kontern. "Meine zweite Runde war hundsmiserabel", so Hamilton.

"Valtteri hat einen großartigen Job gemacht, das war eine ziemlich hundsmiserable Runde von mir!", geht der sechsfache Weltmeister im ersten Interview hart mit sich ins Gericht. Er deutet damit an: Bottas habe nur dank seiner schwachen Performance eine Chance gehabt, im Quali-Duell auf 9:4 zu stellen.

"Das passiert eben, man kann nicht immer perfekt sein." Hamilton musste sich schon in den ersten beiden Abschnitten des Zeittrainings geschlagen geben - um 0,008 Sekunden in Q1 und um 0,058 Sekunden in Q2. In Q3 hatte er zunächst auch im ersten Versuch großen Rückstand, konnte dies aber bis zur Ziellinie noch drehen.

Hamilton verwundert: Nicht glücklich? "Ich bin Zweiter!"

Vor der entscheidenden Runde lag er um 0,031 Sekunden vor Bottas, trotz eines Fehlers in der letzten Kurve. In seinem alles entscheidenden Run setzte er schließlich im ersten Sektor eine persönliche Bestmarkt (+0,056 Sekunden hinter Bottas), im zweiten gelang ihm keine Verbesserung (+0,057).

Im dritten Sektor konnte Hamilton zwar einen lila Sektor fahren, Bottas war allerdings nur um 0,016 Sekunden langsamer in diesem Abschnitt. Das ergibt demnach insgesamt einen Rückstand von knapp einer Zehntelsekunde. Nach einer kurzen Verschnaufpause schien die Welt daher auch schnell wieder in Ordnung zu sein.

Hamilton entgegnet in der Pressekonferenz nach dem Zeittraining wenig später jedenfalls: "Was meinst du mit, ich schien nicht glücklich [zu sein mit meiner Q3-Runde]? Ich bin Zweiter! Ich denke, es war okay. Valtteri hat einen großartigen Job gemacht heute", relativiert er seine erste Aussage.

Beide Q3-Runden seien nicht "großartig" gewesen, gibt der Rekordsieger zu. "Die erste war okay, die zweite war ziemlich schlecht." Beim Blick auf den geringen Rückstand sei das aber nicht so schlimm, schließlich zählt es erst am Sonntag.

Genau das denkt sich auch Teamkollege Bottas. Der Finne erkämpfte sich in Imola seine vierte Pole-Position in dieser Saison, wieder fiel die Entscheidung zwischen den Mercedes-Piloten äußerst knapp aus: nach einer Zehntel zugunsten von Hamilton in Portimao, nun knapp eine Zehntel zugunsten des Finnen.

Er will damit seine Kritiker zum Schweigen bringen. "Ich denke nicht darüber nach, wie mich die Leute einschätzen. Das wäre falsch, sich darauf zu fokussieren. Jeder wird kritisiert, das ist normal im Leben. Es gibt immer Leute, die dich runterziehen wollen, aber ich versuche das, in positive Energie umzuwandeln."

Hamilton: "Habe großen Respekt vor Valtteri"

Bottas betont, er versuche das als Stärke zu nutzen. "Ich fokussiere mich nur aufs Fahren, versuche Poles und Siege zu holen, das ist mein Job und das liebe ich." Seine Mission hat er am Samstag zumindest erfüllt. Das ringt auch Hamilton Respekt ab.

"Du meine Güte, er ist gerade auf Pole gefahren. Er ist vor mir. Ich habe mehr Pole-Positionen als sonst jemand, ich bin also keine lahme Ente", versucht er Bottas' Leistung in Kontext zu setzen. Der Finne mache einen "großartigen" Job. "Sein Ergebnis spricht für sich selbst."

Der WM-Führende lobt die Leistung seines Teamkollegen: "Ich muss dazu nichts mehr sagen. Er gibt die Antwort auf der Rennstrecke, das ist das Tolle an Valtteri. Ich kenne nicht viele, die das können, was er kann, wenn ich ehrlich bin. Daher habe ich großen Respekt vor ihm."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.