"Strecke ist Hardcore" - Pole-Setter Hamilton warnt vor Portugal-GP

SID
·Lesedauer: 3 Min.

Als es ernst wurde, machte auch Lewis Hamilton ernst.

Nur noch wenige Sekunden waren vor Ablauf des Qualifyings zum Großen Preis von Portugal in Portimao (Portugal-GP, Sonntag ab 14.10 Uhr im LIVETICKER) auf der Uhr, da drehte der Weltmeister auf. Wie ein schwarzer Blitz flog Hamiltons Mercedes über die Berg- und Talbahn an der Algarve, nach dieser fantastischen Runde lag Hamilton eine Zehntelsekunde vor Bottas. (Rennkalender 2020 der Formel 1)

"Es ist unglaublich, ich kann gar nicht sagen, wie schwierig es war", sagte Hamilton, der im Q3 der besten Zehn im Gegensatz zu Bottas zwei schnelle Runden anstatt nur einer fuhr. "Ja, wir haben ein super Auto, aber man muss es natürlich auch fahren", meinte der Brite. Er habe seit Freitag versucht, "diese eine schnelle Runde zu finden, am Ende ist es mir gelungen."

Hamilton vor Bottas

Mercedes also wieder vor Red Bull, Max Verstappen (Niederlande) hatte auf Platz drei bereits 2,5 Zehntelsekunden Rückstand auf Hamiltons Bestzeit. "Können wir am Topspeed was machen?", hatte Verstappen zwischenzeitlich an die Box gefunkt: "Wir sind eigentlich nirgendwo richtig schnell."

Sebastian Vettel schaffte es einmal mehr nicht ins Q3 der besten zehn Fahrer. Der viermalige Weltmeister stellte seinen Ferrari in die achte Startreihe auf Platz 15 - eines seiner schlechtesten Qualifying-Ergebnisse in dieser Saison. Vettel war mit Medium-Reifen unterwegs ("Die waren nicht bereit für die Kurven 3, 4, und 5") und landete damit sogar noch hinter George Russell, der junge Brite steht mit dem Williams auf Startposition 14.

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"Ich bin nicht wirklich in den Rhythmus gekommen und hatte am Ende Schwierigkeiten, die Reifen ans Laufen zu kriegen", sagte Vettel bei Sky: "Das Auto hat sich ganz okay angefühlt, wenn es denn funktioniert hat." Die Runden, die "ich treffe und mit denen ich zufrieden bin", seien dennoch einfach zu langsam.

Vettel sorgte für Qualifying-Verschiebung

Zwei Minuten vor dem Ende des dritten Trainings war die Session mit der roten Flagge abgebrochen und nicht mehr gestartet worden. Vettel war ausgangs der Kurve 14 über ein im Boden verankertes Abwassergitter gefahren, das daraufhin hochstand und somit eine Gefahr für die Fahrer dargestellt hätte.

Vettels Ferrari nahm bei dem Zwischenfall nach ersten Erkenntnissen keinen Schaden.

Der Beginn des Qualifyings wurde nach diesem Zwischenfall um 30 Minuten verschoben. Die Rennleitung hatte die Streckenposten angewiesen, sämtliche Abwassergitter rund um die Strecke zu überprüfen und gegebenenfalls nachzubessern.

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Probleme an der Strecke

Hamilton hatte bereits nach dem ersten Trainingstag auf Probleme mit der Berg- und Talbahn an der Algarve hingewiesen.

"Bei der Ausfahrt von Kurve acht guckt man eine ganze Weile in den Himmel und hat keine Ahnung, was hinter der Kuppe ist", sagte der 35-jährige Brite: "In die Kurve elf fährt man rein und weiß überhaupt nicht, wo man eigentlich ist. Diese Strecke ist Hardcore, eine der schwierigsten überhaupt." (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)

McLaren-Fahrer Carlos Sainz (Spanien) kam sich sogar vor wie in der actiongeladenen Filmreihe "The Fast and the Furious". "Das ist ja hier wie Tokio Drift", funkte Sainz an seine Box und bezog sich dabei auf den dritten Teil der Reihe mit abenteuerlichen Verfolgungsjagden in den Straßenschluchten der japanischen Hauptstadt.