Hamilton als Vorbild: F1 will sich für mehr Vielfalt im Sport einsetzen

Luke Smith
motorsport.com

Nachdem Weltmeister Lewis Hamilton die Formel 1 und seine Fahrerkollegen aufgefordert hat, sich im Rahmen der "Black Lives Matter"-Bewegung stärker gegen Rassismus und für mehr Diversität - auch im Motorsport - einzusetzen, hat die Rennserie einige "wichtige Ankündigungen rund um Vielfalt und Integration" geplant.

"Ich denke, jede Organisation oder Person, der Millionen von Menschen folgen, hat in vielerlei Hinsicht die Pflicht, auf alle Unvollkommenheiten hinzuweisen, die in ihrem Bereich verankert sind", sagt Yath Gangakumaran, Direktor für Strategie- und Business-Entwicklung, und hebt Hamiltons jüngstes Engagement hervor.

"Was Lewis getan hat, hat wirklich dazu beigetragen, einige der Veränderungen zu beschleunigen, die wir uns in der Formel 1 wünschen", so Gangakumaran und kündigt an: "In ein paar Wochen wird die Öffentlichkeit mehr darüber hören, was wir tun werden."

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Liberty will "auf richtiger Seite dieses Trends" stehen

Die Zeiten, in denen Sportstars dazu angehalten werden, sich nur auf ihren Sport zu konzentrieren, seien vorbei. Als Beispiele dafür nennt Gangakumaran den Fußballer Marcus Rashford, der sich in Großbritannien erfolgreich für kostenlose Schulmahlzeiten für Bedürftige einsetzte, oder dessen Kollegen Raheem Sterling.

Er sprach sich in einem BBC-Interview mit klaren Worten gegen Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit aus. Zudem forderte er eine stärkere Vertretung ethnischer Minderheiten in Sportausschüssen und auf Trainerposten, ähnlich wie Hamilton.

"Ich denke, dieser Trend wird sich fortsetzen", sagt Gangakumaran. Er ist sich seiner eigenen Verantwortung bewusst: "Wenn man letztlich auf der richtigen Seite der Geschichte stehen will, ist es wichtig, dass man auf der richtigen Seite dieses Trends steht und einen Zweck in den Mittelpunkt seiner Tätigkeit als Organisation stellt."

Formel-1-Technologie für höheren Zweck einsetzen

Seit der Übernahme durch Liberty Media im Januar 2017 hat sich die Formel 1 über den Rennsport hinaus wiederholt für einen größeren gesellschaftlichen Zweck eingesetzt, zum Beispiel für eine größere ökologische Nachhaltigkeit und den Einsatz ihrer Technologie zur Unterstützung der aktuellen COVID-19-Pandemie.

Gangakumaran betont in dem Zusammenhang, dass die Formel 1 zwar in erster Linie der Unterhaltung ihrer Fans diene, man sich in Zukunft aber ihres umfassenderen Zwecks bewusst werden müsse. Das habe gerade die Krise eindrücklich vor Augen geführt.

"Was in den letzten Jahren und insbesondere in dieser aktuellen Coronavirus-Periode wirklich erfreulich war, ist, dass ein breiterer gesellschaftlicher Zweck in den Vordergrund rückt", so der Strategie-Direktor. "Wir haben diese unglaubliche Technologie, erstaunliche Ingenieure und Wissenschaftler in der Formel 1."

"Wenn wir einen Teil dieser Technologie bei größeren humanitären Krisen anwenden können, können wir hoffentlich einen kleinen positiven Einfluss auf andere gesellschaftliche Fragen haben, mit denen die Welt zu kämpfen hat", so Gangakumaran abschließend.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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