Handball-EM: DHB nach Vorrunde: Europameister geht anders

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Nach dem Remis gegen Mazedonien geht das DHB-Team bei der EM in Kroatien lediglich mit zwei Zählern in die Hauptrunde. Bundestrainer Christian Prokop hält trotz der schwachen Vorrunde noch alles für möglich. Auch Rückkehrer Finn Lemke strahlt Optimismus aus.

Handball-EM: DHB nach Vorrunde: Europameister geht anders

Nach dem Remis gegen Mazedonien geht das DHB-Team bei der EM in Kroatien lediglich mit zwei Zählern in die Hauptrunde. Bundestrainer Christian Prokop hält trotz der schwachen Vorrunde noch alles für möglich. Auch Rückkehrer Finn Lemke strahlt Optimismus aus.

Nach dem Remis gegen Mazedonien geht das DHB-Team bei der EM in Kroatien lediglich mit zwei Zählern in die Hauptrunde. Bundestrainer Christian Prokop hält trotz der schwachen Vorrunde noch alles für möglich. Auch Rückkehrer Finn Lemke strahlt Optimismus aus.

Finn Lemke stand umlagert von Journalisten in der Mixed Zone der Arena Zagreb und strahlte. Der vor der Partie zurückgeholte Abwehrchef, dessen Nichtnominierung vor der EM hohe Wellen schlug, hatte eine gute Leistung gezeigt und der zuvor wackligen Abwehr Stabilität verliehen.

Nun war er einfach froh, bei der Mannschaft zu sein und helfen zu können. "Momentan überwiegt bei mir die Freude. Jetzt können wir richtig angreifen, jetzt kommt die heiße Phase. Wir haben noch alle Möglichkeiten", sagte der 2,10-Meter-Riese von der MT Melsungen.

Ähnlich sah es Christian Prokop. "Es ist ein gerechtes Ergebnis. Wir hätten verlieren oder auch den Sieg einfahren können. So nehmen wir einen wichtigen Punkt mit und haben trotzdem weiterhin alle Optionen", erklärte der Bundestrainer.

Hauptrunde beginnt mit Spiel gegen Tschechien

Lemkes Freude ist aus seiner persönlichen Sicht nachvollziehbar. Und natürlich lag auch Prokop mit seiner Einschätzung, dass nach wie vor alles drin sei, nicht falsch.

In der Hauptrundengruppe II, die für das DHB-Team am Freitag um 18.15 Uhr im knapp 100 Kilometer nördlich von Zagreb gelegenen Varazdin mit der Partie gegen Tschechien beginnt, hat schließlich nur Mazedonien drei Punkte auf dem Konto.

Deutschland liegt mit zwei Zählern gleichauf mit Spanien, Dänemark und den Tschechen. Slowenien hinkt mit nur einem Punkt im Kampf um einen der ersten beiden Plätze, die zur Teilnahme am Halbfinale berechtigen, ein wenig hinterher.

DHB-Team von EM-Form weit entfernt

Trotzdem kann das Fazit der Vorrunde auch deutlich weniger optimistisch gezogen werden. Das DHB-Team zeigte sich gegen Mazedonien zwar in der Abwehr verbessert, ansonsten agierte die Prokop-Truppe aber wie schon beim Remis gegen Slowenien alles andere als überzeugend.

Im Angriff schien teilweise ein konkreter Plan zu fehlen oder zumindest nicht aufzugehen. Dem Rückraum fehlte - den starken Steffen Weinhold (acht Tore) einmal ausgenommen - komplett die Durchschlagskraft.

Torhüter Andreas Wolff war zwar besser als gegen Slowenien, kam aber einmal mehr nicht ansatzweise an seine Bestform heran, weshalb Silvio Heinevetter wieder eingewechselt werden musste.

Eine Mannschaft mit Selbstvertrauen und Überzeugung tritt anders auf. Von einer Form, mit der man den EM-Titel verteidigen könnte, ist Deutschland aktuell weit entfernt.

Andreas Wolff: "Ich bin unglaublich sauer"

Der Auftritt zum Auftakt gegen Montenegro war souverän, aber kein Maßstab. Das Comeback gegen Slowenien wurde erst durch eine zweifelhafte doppelte Überzahl Mitte der zweiten Halbzeit und den Videobeweis-Wahnsinn möglich. Und auch gegen Mazedonien war die Gefahr einer Pleite real - doch Heinevetter hielt 15 Sekunden vor Schluss großartig gegen den völlig frei am Kreis stehenden Stojanche Stoilov.

Die bisherige Leistung des DHB-Teams hätte mit ein bisschen Pech also auch null Punkte für die Hauptrunde und damit das Ende aller Träume bedeuten können. Das vor Turnierstart ausgegebene Ziel, schadlos mit vier Zählern weiterzukommen, wurde ohnehin verfehlt.

"Ich bin einfach unglaublich sauer gerade", sagte der völlig bediente Wolff. Und Heinevetter ergänzte: "Das Halbfinale ist jetzt erst einmal kein Thema."

Letzter Angriff geht völlig in die Hose

Dabei hatte es gegen Mazedonien nach Heinevetters Parade in den letzten Sekunden noch die Chance zum Sieg gegeben. Doch der von Prokop in der Auszeit vorgegebene Spielzug wurde nicht umgesetzt.

"Den letzten Angriff haben wir zu undiszipliniert gespielt. Der Plan war, dort wo der Ball war, die Entscheidung zu suchen, ob im Rückraum oder über den Kreis oder über Uwe Gensheimer, der eine gute Hand hatte", erklärte der Bundestrainer.

Stattdessen verhinderte ein schlechtes Zuspiel von Philipp Weber auf Patrick Groetzki einen letzten Abschluss. "Der Diagonalpass war von den Optionen sicherlich die schlechteste", kritisierte Prokop.

Der 39-Jährige kam zu dem Fazit: "Die Einstellung dieser Mannschaft ist positiv. Wir müssen uns im Positionsangriff aber dringend steigern."

Finn Lemke: "Ich habe richtig Bock auf die Hauptrunde"

Zumal in der Hauptrunde wahrscheinlich mindestens fünf Punkte nötig sein werden, um in die Runde der letzten Vier, die wieder in Zagreb steigt, einzuziehen. "Wir sind zum Siegen verdammt", brachte es DHB-Vizepräsident Bob Hanning auf den Punkt.

Gut nur, dass Lemke zurück ist. Der 25-Jährige wird der Mannschaft nicht nur in der Abwehr, sondern auch mit seiner Zuversicht gut tun.

"Ich habe richtig Bock auf die Hauptrunde", sagte der Bad Boy immer noch strahlend: "Das werden coole Spiele. Dänemark ist geil, Spanien macht immer Spaß und Tschechien ist eine Wundertüte."

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