"Hart aber fair": Gender-Spruch von Plasberg sorgt für Empörung

·Lesedauer: 4 Min.

Am Montagabend hatte Frank Plasberg in seiner Sendung "hart aber fair" namhafte und kompetente Studiogäste zum Thema Corona-Impfung zu Besuch. Mit einer unbedachten Äußerung und einem Seitenhieb auf eine Kollegin sorgte der Moderator für Empörung bei den TV-Zuschauern.

Frank Plasberg  stichelte gegen seine ARD-Kollegin Anne Will. (Bild: Getty Images)
Frank Plasberg stichelte gegen seine ARD-Kollegin Anne Will. (Bild: Getty Images)

"Corona-Impfstoff" – mit diesem Thema beschäftigte sich am Montagabend Moderator Frank Blasberg in seiner Sendung "Hart aber fair" mit seinen fünf Studiogästen, darunter Karl-Josef Laumann, CDU, NRW-Minister für Gesundheit, Arbeit und Soziales, Ranga Yogeshwar, Wissenschaftsjournalist und Autor und Prof. Dr. Eva Hummers, Allgemeinmedizinerin und Mitglied der Ständigen Impfkommission.

Gemeinsam widmete sich die illustre Studiorunde Zuschauerfragen zu den Themen Corona-Impfung, Corona-Impfstoff, Nebenwirkungen oder Impfreihenfolge. Alles Bereiche mit reichlich Gesprächsbedarf und Konfliktpotential.

Plasberg-Aussage sorgt für Empörung

Dennoch sorgten nicht die Diskussionen zu den oben genannten Themen für Empörung bei den Zuschauern, sondern eine Aussage von Frank Plasberg gegen Ende der Sendung.

Mit den Worten "Ein Mann geht jetzt zu einer Frau" verlässt er sein Moderationspult und geht auf seine "Hart aber fair"-Kollegin Brigitte Büscher zu, die er nach den Reaktionen der "Zuschauerinnen und Zuschauer" fragen möchte. Dann kommt er kurz ins Stutzen, bevor er gekünstelt ahnungslos fragt "Oder wie sagt man da heute? Ich bin da kein Experte."

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"Zuschauer_innen, mit Päuschen dazwischen", wird Plasberg von Büscher aufgeklärt. Damit meinte sie den gesprochenen Gendergap, also die kurze Pause zwischen den Silben. Damit soll verdeutlicht werden, dass, unabhängig vom Geschlecht, alle Menschen angesprochen sind.

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Seitenhieb gegen ARD-Kollegin Anne Will

Hätte Plasberg nun geschwiegen, wäre ihm ein Shitstorm bei Twitter erspart geblieben. Stattdessen schickt der "Hart aber fair"-Moderator noch ein "Klar… Wir sind hier am Montag, nicht am Sonntag". Ein deutlicher und unschöner Seitenhieb auf seine ARD-Kollegin Anne Will, deren Talk-Format am Sonntagabend ausgestrahlt wird. Anfang Mai hatte Will als erste Talkshow-Moderatorin bei den Öffentlich-Rechtlichen den Gendergap eingeführt.

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Plasberg selbst mag diese kleine Spitze vielleicht noch lustig gefunden haben, bei den "Hart aber fair"-Zuschauer sorgten seine Macho-Allüren aber für Empörung, die sie bei Twitter auch reichlich kundgaben. So sprachen sie dem Moderator unter anderem die Souveränität ab, bezeichneten den 63-Jährigen als Boomer, der noch so "Fünfziger Jahre" sei (Mit "Boomer" oder "Babyboomer" ist die Generation derer gemeint, die nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Ende der 1960er Jahre geboren wurden. Anm. d. Red.).

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Einige Twitter-Nutzer nahmen den TV-Moderator aber auch in Schutz und fanden seine Stichelei nicht wirklich schlimm.

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ARD-Sprecher äußert sich

Mittlerweile hat sich auch die ARD zu diesem Vorfall geäußert. Auf Nachfrage des Nachrichtenportals "watson.de" äußerte sich Lars Jacob, Sprecher des Ersten, wie folgt: "Ganz genderneutral sagt man in Kölle: Jeder Jeck is anders. Die eine Moderatorin spricht das Gender-Gap mit, der andere Moderator verzichtet darauf. Das ist die Vielfalt der ARD."

Für ein einheitliches Vorgehen bezüglich des Genderns sieht der Sender keinen Handlungsbedarf. "Es gibt weder Streit noch ARD-uniforme Vorgaben", so Jacob. Den Kommentar von Frank Plasberg bzw. das Thema Gendergap sieht er selbst nicht als Aufreger an.

Plasbergs ARD-Kollegin Anne Will hat zu dem Seitenhieb aus der "Hart aber fair"-Sendung vom Montag bisher keine Stellung bezogen.

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