WM-Debakel: Harting rechnet ab

WM-Debakel: Harting rechnet ab
WM-Debakel: Harting rechnet ab

Für den ehemaligen Diskus-Star Robert Harting (37) kam das Debakel der deutschen Leichtathleten bei der WM in Eugene nicht überraschend, den Grund sieht der Olympiasieger von 2012 in grundsätzlichen Problemen im deutschen Sportsystem.

„Die Tapete ist ab und keiner macht es schick“, sagte Harting im Sportschau-Interview: „Das ganze Sportsystem ist voll gegen die Wand gefahren, das funktioniert alles nicht.“

Der deutsche Sport müsse "von allen Seiten" neu gedacht werden, sagte Harting und empfahl, sich andere Länder anzuschauen: "Man muss sich daran orientieren, was andere Systeme investieren und wie sie arbeiten".

„Das müssen wir uns einfach eingestehen“

Auch die Erfolge von Gina Lückenkemper und Co. bei der Heim-EM in München dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Athleten des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) vom Weltmaßstab nach wie vor "weit weg" sind, sie spielten "keine Rolle", sagte Harting.

Deutschland sei „keine Nation, die sportlich entscheidend ist. Das müssen wir uns einfach eingestehen.“

In der Leichtathletik müssten „mehr Macher“ in die Verantwortung, damit es besser wird, es müsste „ein neuer Geist rein“, sagte Harting. Der Weltmeister von 2009, 2011 und 2013 wäre „mit einer gut bezahlten Position“ bereit, der Leichtathletik zu helfen. Generell seien mehr Profis in den entscheidenden Positionen wichtig: „Man kriegt mit Geld die Leistung einfach hoch.“