Hat Sané wirklich dazugelernt?

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Hat Sané wirklich dazugelernt?
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Hat Sané wirklich dazugelernt?

Warum nicht immer so?

Das dürfte sich so mancher Fan, der es mit Leroy Sané hält, in der vergangenen Woche gedacht haben. Der 25-Jährige vom FC Bayern München lieferte während der ersten Länderspielreise unter Hansi Flick starke Vorstellungen ab und gehört zu den Gewinnern seit Flicks Amtsantritt als Bundestrainer (Bericht: Die Gewinner und Verlierer unter Flick)

Bereits beim mageren 2:0-Auftaktsieg gegen Fußballzwerg Liechtenstein war Sané einer der wenigen Lichtblicke. Mit einer tollen Einzelleistung besorgte der Linksfuß den Endstand gegen den krassen Außenseiter. (Alle News und Hintergründe zur deutschen Nationalmannschaft)

Sané wird von Fans gefeiert

Bei der 6:0-Gala gegen Armenien blieb Sané zwar ohne Tor, seiner Leistung tat das aber keinen Abbruch. Mit seinem Tempo und seinen Dribblings brachte er die gegnerische Abwehr zum Verzweifeln. Zudem hatte er Pech, dass sein strammer Distanzschuss mit seinem schwächeren rechten Fuß nur die Latte traf. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

In Island durfte Sané dann wieder selbst jubeln. Er erzielte den zweiten Treffer beim 4:0 selbst und legte dazu den Führungstreffer seines Bayern-Kollegen Serge Gnabry auf (SPORT1-Note: 2).

Auffällig: In allen drei Partien durfte Sané auf dem linken Flügel spielen. In seiner Bayern-Zeit bekleidete er bisher zumeist die rechte Seite. So auch am zweiten Spieltag beim 3:2-Sieg gegen den 1. FC Köln, bei dem der gebürtige Essener von den eigenen Fans ausgepfiffen und seine Auswechslung gefeiert worden war.

Von Lustlosigkeit bei Sané keine Spur

Nach der schwachen Leistung gegen die Geißböcke hatte der Trend bei Sané schon am 3. Spieltag wieder nach oben gezeigt. Beim 12:0 im Pokal gegen den Bremer SV lieferte er drei Scorerpunkte, bei der 5:0-Gala gegen Hertha BSC legte der eingewechselte Flügelflitzer nach einer tollen Kombination mit Thomas Müller Robert Lewandowski den Treffer zum 4:0 gegen Hertha BSC auf.

Das positive Erlebnis nahm Sané mit auf die Länderspielreise. Doch es waren nicht nur seine Offensivaktionen, die die Fans begeisterten. Sané stellte sich in den Dienst der Mannschaft, jagte bei Ballverlust diesem hinterher und gewann ihn oft zurück. So war ein wichtiger Teil des von Flick geforderten Gegenpressings – jener Taktik, mit der Sané in der vergangenen Saison des Öfteren seine Schwierigkeiten hatte.

Auch von mangelnder Körpersprache oder Lustlosigkeit, die ihm noch bei der EM vorgeworfen wurde, war meist nichts zu sehen. Sané sprühte vor Elan und Spielwitz und machte klar, dass er gewillt ist, um seinen Platz im DFB-Team zu kämpfen. Seine Auswechslung gegen Armenien quittierten die Fans diesmal mit stehendem Beifall.

„Leroy hat heute gezeigt, was für eine Qualität er hat“, lobte ihn der Bundestrainer nach dem Armenien-Spiel und ergänzte: „Er ist mit einer gewissen Leichtigkeit unterwegs, die beeindruckend ist.“

Auch von Joshua Kimmich gab es nach dem Island-Spiel ein Lob. „Der Junge hat Bock auf Fußball, es macht sehr viel Spaß mit ihm auf dem Platz zu stehen. Ich denke, er wird bei den Bayern jetzt daran anknüpfen.“ (SERVICE: Bundesliga-Spielplan zum Ausdrucken)

Salihamidzic: „Für Leroy bin ich sehr glücklich“

Auch in München ist die Leistung Sanés nicht unbemerkt geblieben. Denn genau das erwartet der Rekordmeister nun von seinem Offensivspieler.

„Für Leroy bin ich sehr glücklich, weil wir mit der Leistung letztes Jahr nur zum Teil zufrieden waren. Ich glaube an ihn und bin mir auch sicher, dass wir an diesem Spieler viel Freude haben werden“, erklärte Bayern-Sportvorstand Hasan Salihamidzic bei einer Medienrunde zur Vorstellung von Neuzugang Marcel Sabitzer. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

Man müsse an die Spieler glauben. „Er ist ein Spieler, der alle Qualitäten hat, die er allerdings auf den Platz bringen muss. Ich freue mich, wenn er voller Selbstvertrauen zurückkommt.“

Nagelsmann lobt Sané

Und Julian Nagelsmann erklärte am Freitag: „Seine Auftritte waren gut, genauso wie die zwei Wochen vor der Nationalmannschaft bei uns. Er war unglaublich engagiert im Gegenpressing, hat Tore vorbereitet und Tore gemacht.“

Sané sei „ein Spieler, der unglaublich schwer zu greifen ist. Wenn er das lebt, wirft ihm niemand was vor, und er kann auf dem Platz zeigen, was er kann. Das wird er die nächsten Wochen sicherlich auch tun.“

Welches Gesicht zeigt Sané?

Beim Rekordmeister erwartet man, dass Sané sein Nationalelf-Gesicht nun auch im Verein zeigt. Und zwar nach Möglichkeit sofort.

In München sieht es anders aus. Denn auf das Team von Julian Nagelsmann warten zwei Hammer-Duelle. Am Samstagabend geht es in der Bundesliga gegen Vizemeister RB Leipzig, drei Tage später treten die Münchner zum Auftakt der Gruppenphase der Champions League beim FC Barcelona im Camp Nou an. (Bundesliga: RB Leipzig - FC Bayern München, Samstag 18.30 Uhr im LIVETICKER)

Um in diesen Spielen zu bestehen, sind auch Sanés Qualitäten gefordert. Zumal Konkurrent Kingsley Coman gegen die Sachsen wohl ausfällt und Nagelsmann auch sonst einige Verletzungssorgen hat. Und auch Sané selbst muss zeigen, dass er auch im Verein bereit ist, eine Schippe draufzulegen.

Zumal die vergangenen Gegner Liechtenstein, Armenien und Island kein echter Maßstab waren. Gegen die defensivstarken Bullen mit dem neuen Trainer Jesse Marsch dürfte Sané nicht annähernd so viele Freiräume bekommen. Auch das Spiel gegen Barcelona wird ein komplett anderes.

In der kommenden Woche dürfte sich zeigen, ob Sané wirklich dazugelernt hat.

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