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Der Menschenfänger 2.0

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Der Menschenfänger 2.0
Der Menschenfänger 2.0

Marco Rose und der BVB - das ist schon wieder Geschichte.

Was vor nicht einmal einem Jahr begann, endete am 20. Mai mit einem Knall: Der Trainer, den Borussia Dortmund für fünf Millionen Euro Ablöse von Borussia Mönchengladbach geholt wurde, musste schon wieder weg.

Nachdem die Taktik-Tüftler Thomas Tuchel und Lucien Favre teils aus unterschiedlichen Gründen dauerhaft nicht funktionierten wie erhofft, sollte wieder ein emotionsgeladener Cheftrainer à la Jürgen Klopp Mannschaft Fans und Klub an der Seitenlinie anführen - so hatten sich die BVB-Bosse um Hans-Joachim Watzke das zumindest gedacht. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

Es klappte bekanntlich nicht, was nun dazu führt, dass ein neuer Hoffnungsträger den BVB übernimmt: Edin Terzic - Fan-Liebling und BVB-Urgestein. Und ein neuer Klopp?

Terzic startet mit emotionalem Appell an BVB-Fans

Schon die emotionalen Szenen bei der Vertragsunterschrift des 39-Jährigen am Dienstag zeigte, dass hier nicht irgendein Cheftrainer den BVB übernimmt.

„Vor knapp einem Jahr durften wir in Berlin den Pokalsieg feiern. Es war aber viel zu leise. Dennoch war es für mich der schönste Tag im Leben eines Borussen“, schwärmte Terzic, der bis 2025 unterschrieb, in einem flammenden Appell an die Fans: „Heute ist es ähnlich besonders für mich. Deshalb eine kleine Bitte: Lasst uns so hungrig sein wie noch nie. Lasst uns so hart arbeiten wie noch nie. Lasst uns aber auch so positiv sein wie noch nie. Aber am allerwichtigsten: Lasst uns so laut sein wie noch nie.“

„Dann bin ich mir sicher, dass wir die große Chance haben, eines Tages zu feiern, wie noch nie“, versicherte Terzic: „Darauf hätte ich mega Bock.“

Emotionale Worte, die bei vielen BVB-Fans gut ankommen. Immerhin hat der Vollblut-Borusse schon gezeigt, wie erfolgreich er sein kann.

Pokal-Sieg als Nachfolger von Favre

Nach dem Aus des verkopften Favre übernahm Terzic als Cheftrainer sechs Monate interimsweise, stabilisierte mit seiner emotionalen Art die Mannschaft um Kapitän Marco Reus und führte sie zum Gewinn des DFB-Pokals.

Die BVB-Bosse überlegten sogar kurzzeitig, Terzic als dauerhafte Lösung auf der Trainerbank zu installieren, entschieden sich jedoch dagegen.

Man wollte lieber eine erfahrenere Lösung und so eiste man Marco Rose vom damaligen direkten Konkurrenten Gladbach los. Terzic indes rückte in die zweite Reihe zurück, wurde jedoch zum technischen Direktor des BVB befördert.

Dass er aber auch gerne als Cheftrainer weitergemacht hätte, war ein offenes Geheimnis. Nach einem teuren Missverständnis bietet ihm sich nun ein Jahr später die Gelegenheit, zu beweisen, dass er der Richtige für diesen Job ist.

Der legitime Nachfolger von Jürgen Klopp?

Der Gänsehaut-Start mit der Vertragsunterschrift, bei der Terzic sogar Tränen in den Augen hatte, dürfte bei den Anhängern der Schwarz-Gelben mit Sicherheit Begeisterungsstürme ausgelöst haben.

Es werden sofort Erinnerungen wach an einen, der hier immer noch verehrt wird, wie kaum ein anderer: Jürgen Klopp.

Der heutige Liverpool-Trainer verstand es wie seither kein Nachfolger, die Spieler, die Fans und die Verantwortlichen mit seiner Energie, seinem Enthusiasmus und seinen Emotionen mitzureißen. Mit Terzic könnten die Dortmunder nun den lange ersehnten und legitimen Nachfolger gefunden haben.

Er ist schon, mit einer Unterbrechung von zwei Jahren, seit zwölf Jahren im Verein und hat das Borussen-Gen voll und ganz verinnerlicht. Er lebt diesen Verein. Wie einst auch Klopp, ist er ein Mann des Volkes, nahbar, ein Trainer, mit dem sich auch die Fans identifizieren können.

Jetzt muss Terzic es beweisen

Das ist gerade im Ruhrpott, wo Fußball einer Religion gleichkommt, sehr wichtig. Wächst beim BVB nun also endlich wieder etwas ganz Besonderes zusammen?

Trotz Pokalsieg bleibt zur ersten Terzic-Zeit als BVB-Trainer auch festzuhalten, dass gerade der Start durchaus holprig war (unter anderem 2:4 gegen Gladbach). Mit 1,96 liegt sein Punkteschnitt unter dem von Tuchel oder Favre (beide 2,09). Rose holte 2,03 Zähler pro Spiel.

Jetzt sind aber auch sportlich neue Voraussetzungen gegeben. Mit Niklas Süle und Nico Schlotterbeck sind bereits zwei absolute Top-Innenverteidiger und Nationalspieler für die Schwachstelle Abwehr verpflichtet worden.

Dazu kommt mit Karim Adeyemi ein pfeilschneller Stürmer und mit Salih Özcan ein robuster Mittelfeld-Abräumer.

Es ist also alles angerichtet, auf einen neuerlichen Angriff auf die Bayern und den Thron der Bundesliga.

Jetzt muss Terzic beweisen, dass er das Klopp-Gen in sich trägt.

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