HBL-Check: Wer kann Kiel gefährlich werden?

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HBL-Check: Wer kann Kiel gefährlich werden?
HBL-Check: Wer kann Kiel gefährlich werden?

Die neue Saison in der Handball-Bundesliga steht in den Startlöchern und verspricht Spannung pur!

Der THW Kiel hatte in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils knapp die Nase vorn, zuletzt holten die Kieler dank der besseren Tordifferenz den Meistertitel. Die SG Flensburg-Handewitt war in den Jahren 2018 und 2019 Champion.

Auch in diesem Jahr ist ein erneutes Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft zwischen den Nord-Rivalen programmiert. (Alles zur HBL)

Viele Augen sind außerdem auf Hamburgs Handballer gerichtet, die nach fünf Jahren - mittlerweile unter neuem Namen - zurück in der Bundesliga sind.

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Wer kann den Zweikampf zwischen Kiel und Flensburg aufmischen? Und was ist den beiden Aufsteigern zuzutrauen?

SPORT1 analysiert mit Unterstützung von Ex-Nationalspieler Christian Schwarzer die Top-Mannschaften und wagt ein Powerranking.

Die Aufsteiger:

Hinter dem Handball Sport Verein Hamburg liegen schwierige Jahre. 2016 stellte der HSV Handball GmbH seinen Spielbetrieb aufgrund einer Insolvenz ein und musste mit einer zweiten Mannschaft als eV in der 4. Liga den Neustart wagen. Es folgte direkt der Sprung in die dritte Liga und nach zwei weiteren Spielzeiten der Aufstieg in die zweite Liga. Nun ist nach weiteren zwei Jahren der Schritt in die Bundesliga geglückt.

“Der HSVH wird unter den Aufsteigern ein bisschen stabiler sein. Die Verpflichtung von Jogi Bitter war sehr wichtig. Er ist so ein erfahrener und guter Torhüter. Der kann in so einer jungen Mannschaft eine ganz große Rolle spielen. Er kennt die Bundesliga auswendig, kommt mehr oder weniger aus Hamburg und nennt das auch seine Heimat. Ich könnte mir schon vorstellen, dass der HSVH die ein oder andere Überraschung landen könnte”, meint Schwarzer.

Nach drei Jahren in der 2. Handball-Bundesliga ist der TuS N-Lübbecke in das Oberhaus zurückgekehrt. Es ist der siebte Aufstieg für die Ostwestfalen - so viel schaffte vorher noch kein Klub. Schwarzer: “Auch Nettelstedt kennt sich in der ersten Liga gut aus. Der Kader ist qualitativ aber vielleicht nicht ganz so hochwertig wie bei Hamburg.”

PLATZ 10 - BERGISCHER HC:

Die vergangene Saison schloss das Team von Sebastian Hinze, der 2022 zu den Rhein-Neckar Löwen wechseln wird, auf dem zwölften Rang ab. Eine doppelte Quarantänezeit hat dem BHC am Ende ein wenig den Stecker gezogen. In diesem Jahr will man die internationalen Plätze angreifen.

“Der BHC hat schon häufiger gezeigt, dass man die Großen ärgern kann”, so Schwarzer.

„Auch Göppingen und Leipzig sind gute Teams, die immer für eine positive Überraschung gut sind und über gute Bundesliga-Kader verfügen“, sagt Schwarzer: „Es wird ein breites Mittelfeld und die ein oder andere Überraschung nach oben geben.“

PLATZ 9 - TSV HANNOVER-BURGDORF:

Knapp anderthalb Jahre nach seiner Freistellung als Bundestrainer ist Christian Prokop zurück an der Seitenlinie und will mit den Recken eine gute Rolle in der Liga spielen.

“Sie haben mit Christian Prokop einen neuen Trainer. Die Recken sind auch eine Mannschaft, die für eine Überraschung gut sein kann”, analysiert Schwarzer.

PLATZ 8 - HSG WETZLAR:

Neun Jahren stand Kai Wandschneider bei der HSG an der Seitenlinie. Benjamin Matschke hat die Mannschaft vor der Saison übernommen und tritt in große Fußstapfen.

Doch Schwarzer ist überzeugt: “Nach der Ära von Kai Wandschneider haben sie einen neuen Trainer. Benjamin Matschke ist ein junger, hochmotivierter Trainer, der bei den Eulen Ludwigshafen sehr gute Arbeit geleistet hat.” Außerdem habe Wetzlar “auch einen sehr guten Kader.”

PLATZ 7 - TBV LEMGO LIPPE:

Erstmals seit 2002 krönte sich der TBV in der vergangenen Saison wieder zum DHB-Pokalsieger. Im Halbfinale sorgten die Nordrhein-Westfalen gegen Kiel für eine Sensation, im Endspiel folgte die Krönung gegen die MT Melsungen.

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Trotzdem bleibt ein Wermutstropfen: “Lemgo hat leider mit Tim Suton und Andreas Cederholm Langzeitverletzte, die zum Saisonstart noch nicht dabei sein werden”, erklärt Schwarzer. Aber: “Der TBV hat mit Florian Kehrmann einen sehr guten Trainer, der es immer wieder schafft, die Mannschaft auf den Punkt zu motivieren und sie so gut vorzubereiten, dass sie jedem Gegner – auch dem großen THW Kiel – Probleme bereiten kann oder ihn sogar schlagen kann.”

Es werde ein bisschen auf den Saisonstart ankommen und wie man sich Selbstvertrauen holen kann, so der Weltmeister von 2007. “Dann könnte das Ziel schon sein, wieder einen einstelligen Tabellenplatz zu erreichen.”

PLATZ 6 - MT MELSUNGEN:

Die MT startet bei Lemgo in die neue Saison. Direkt eine schwere Aufgabe zu Beginn, in der vergangenen Saison endeten beide Aufeinandertreffen remis. Am Ende reichte es nur zu Rang acht in der Tabelle.

“Die MT Melsungen hat sich mit dem qualitativ hochwertigen Kader letzte Saison sicherlich mehr vorgestellt. Im Pokalfinale hatte man die große Chance, die Saison noch zu retten. Dann verliert man deutlich gegen den TBV Lemgo. Man verspricht sich in dieser Saison bestimmt mehr”, analysiert Schwarzer.

Zumindest kann Melsungen - bis auf den noch rekonvaleszenten Neuzugang André Gomes - auf den kompletten Kader zurückgreifen.

PLATZ 5 - RHEIN-NECKAR LÖWEN:

Der Kader der Löwen ist auch diese Saison wieder gespickt mit Stars. Spielmacher Andy Schmid, sein Backup Juri Knorr, Uwe Gensheimer, Lukas Nilsson, Jannik Kohlbacher, Andreas Palicka und Mikael Appelgren sind nur einige davon.

Klaus Gärtner steht nach dem Abgang von Martin Schwalb in dieser Saison in voller Verantwortung an der Seitenlinie.

“Die Mannschaft der Rhein-Neckar Löwen gehört von der Qualität auch immer zu den Mannschaften, die um die internationalen Plätze spielen”, meint Schwarzer. Aber: “Andy Schmid hat angekündigt, dass es seine letzte Saison sein wird. Andreas Palicka geht 2022 nach Paris. Dann kommt leider die erneute Verletzung von Mikael Appelgren hinzu. Es wird spannend, wie Juri Knorr im Zusammenspiel mit Andy Schmid funktioniert. Sie haben viel Potenzial, um oben dabei zu sein.”

Dazu braucht es aber eine Steigerung im Vergleich zur vergangenen Saison. Zu inkonstant war die Leistung, am Ende reichte es nur zu Rang fünf.

PLATZ 4 - SC MAGDEBURG:

Der SCM sorgte schon in der vergangenen Saison mit dem dritten Platz hinter Kiel und Flensburg für ein dickes Ausrufezeichen.

“Coach Bennet Wiegert hat gesagt, dass er den Abstand zu den Top 2 mit Magdeburg verringern will”, erklärt Schwarzer und ergänzt: “Von der Qualität haben sie auch eine sehr gute Mannschaft. Sie haben die Möglichkeit, oben enger heranzurücken.”

PLATZ 3 - FÜCHSE BERLIN:

Der Sieg über den polnischen Meister Kielce in der Vorbereitung macht Mut. Allerdings bangen die Hauptstädter derzeit um Nationalspieler Fabian Wiede. Sein Einsatz zum Auftakt gegen Wetzlar ist nach einer Bänderverletzung fraglich.

“Sie waren in der letzten Saison sehr enttäuschend. Sie haben sich noch gefangen, aber wenn der sportliche Leister Stefan Kretzschmar in der Kabine deutliche Worte sprechen muss, zeigt das, wie groß die Enttäuschung in Berlin war. Es wird spannend, wie sie in die neue Saison reinkommen. Ich denke, es war auch enttäuschend für die Füchse, in der European League gegen Magdeburg zu verlieren”, lautet Schwarzers Fazit.

PLATZ 2 - SG FLENSBURG-HANDEWITT:

Denkbar knapp ist die SG in der vergangenen Saison am Titel vorbeigeschrammt. Am Ende bescherte die bessere Tordifferenz Erzrivale Kiel die Meisterschaft. Auch in dieser Saison kann man sich wieder auf einen engen Zweikampf einstellen.

“Für Flensburg wird es wichtig sein, dass die Verletzten wieder zurückkommen. Ich glaube, das war auch letzte Saison das kleine Plus von Kiel gegenüber den Flensburgern. In der entscheidenden letzten Saisonphase sind die Flensburger mit den vielen Nationalspielern auf dem Zahnfleisch gegangen”, meint Schwarzer und fügt an: “Magnus Rød beispielsweise, der immer mit vollem Körpereinsatz dahin geht, wo es weh tut. Franz Semper hätte ihn entlasten können, ist dann langzeitverletzt. Dann haben sie noch Alexander Petersson geholt, der sich auch verletzt hat.”

Es werde mit entscheidend sein, dass Flensburg weniger Verletzungspech hat und so lange wie möglich mit dem kompletten Kader spielen kann. “Dann sind sie auch topbesetzt. Sie haben mit Jim Gottfridsson den MVP in ihren Reihen und mit Kevin Møller einen Torwart zurückbekommen, der tolle Erfahrungen in Barcelona gesammelt hat.”

PLATZ 1 - THW KIEL:

Der Deutsche Meister gehört Jahr für Jahr zu den absoluten Topfavoriten auf den Titel. In der Vorbereitung konnten die Zebras mit einigen Siegen gegen Topklubs wie Veszprem glänzen. Selbst Uwe Schwenker, Präsident der Handball-Bundesliga, sieht den THW in der Favoritenrolle, erwartet aber ein erneutes Kopf-an-Kopf-Rennen mit Flensburg.

Dem pflichtet auch Schwarzer bei: “Ich sehe beide Mannschaften auch aufgrund der Erfahrung aus der Champions League und der letzten Jahre sowie der Qualität der Spieler auch in diesem Jahr ein bisschen vor allen anderen Mannschaften.”

Kiel gehe im Endeffekt mit unverändertem Kader in die Saison, so der 51-Jährige. “Es kommt noch Nikola Bilyk zurück, der langzeitverletzt war und eine wahnsinnige Qualität in diesen Kader bringt. Dann ist man amtierender Deutscher Meister und möchte sicherlich alle Titel gewinnen, um die man spielt.”



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