Ich hebe seit fünf Jahren Gewichte: Diese sechs Dinge hätte ich gerne von Anfang an gewusst

Gewichtheben wurde zu einer neuen Leidenschaft von mir. - Copyright: Westend61 via Getty Images
Gewichtheben wurde zu einer neuen Leidenschaft von mir. - Copyright: Westend61 via Getty Images

Im Sommer 2017 stimmte ich für einen Artikel zu, sechs Wochen Personal Training als Einführung in das Heben von Gewichten zu absolvieren. Ich habe als Lifestyle-Journalist immer verschiedene Dinge ausprobiert. Das Krafttraining war jedoch anders. Als ich zustimmte, diesen Artikel zu schreiben, hatte ich keine Ahnung, dass er eine Leidenschaft in mir entfachen würde.

Als ich anfing, hatte ich noch nie eine Langhantel in die Hand genommen, und obwohl ich als Teenager gerne getanzt hatte, hielt ich mich nicht für einen „Fitnessmenschen“. Doch fünf Jahre später hat die Entdeckung des Krafttrainings nicht nur meinen Körper, sondern mein ganzes Leben verändert. Fitness ist jetzt meine Spezialität als Journalistin, ich ernähre mich gesünder und bin außerdem stärker, fitter und schlanker.

Ich hebe seit fünf Jahren konsequent Gewichte. Das Training gibt mir Kraft und ich sehe es nicht als Strafe, sondern freue mich darauf, ins Fitnessstudio zu gehen. Ich habe auf dem Weg wertvolle Lektionen gelernt, die mir geholfen hätten, als ich anfing. Diese sechs Dinge solltet ihr vor dem Gewichtheben wissen.

1. Ihr nehmt nicht alleine durch das Training ab

Obwohl ich mehr trainiert habe als je zuvor, habe ich während meiner Fitnessreise fast zwei Jahre lang kein Gewicht verloren. Ich habe tatsächlich an Gewicht zugenommen - natürlich wegen meiner Muskeln, aber auch durch Fett. Ich habe einfach zu viel gegessen (und getrunken). Ich habe kein Fett verloren, bis ich mich über Kalorien informiert und übermäßiges Essen minimiert habe. Krafttraining und eine proteinreiche Ernährung halfen mir auch, meine Muskelkraft zu erhalten.

Nachdem ich Körperfett verloren und 16 Kilogramm abgenommen hatte, nahmen die Leute fälschlicherweise an, ich hätte gerade erst mit Fitness angefangen. Aber ich war bereits stark (ich konnte 116 Kilogramm Kreuzheben), ich entsprach einfach nicht dem Bild, das die meisten Leute mit jemandem verbinden, der trainiert.

Formelle Bewegung macht nur fünf bis zehn Prozent der Kalorien aus, die eine durchschnittliche Person an einem Tag verbrennt, sagte Personal Trainer Graeme Tomlinson zu uns. Deshalb trainiere ich, um stärker und fitter zu werden und mich zu stärken, nicht um Kalorien zu verbrennen. Wenn ich Fett verlieren möchte, strebe ich mit meiner Ernährung ein Kaloriendefizit an.

2. Gewichtheben macht einen nicht "massig"

Entgegen dem weitverbreiteten Irrglauben macht das Heben von Gewichten Frauen nicht automatisch „massiger“. Muskelaufbau ist eigentlich ein wirklich harter, langsamer Prozess, besonders wenn du keinen Kalorienüberschuss zu dir nimmst.

Der Körperbau von weiblichen Gewichthebern ist das Ergebnis von hartem Training und strikter Ernährung, sagte Carr. Auch die Genetik spielt eine Rolle. Fünf Jahre später liebe ich die Muskeln, die ich habe und ich bin immer noch nicht massig geworden.

3. Ihr seid nicht automatisch definierter

Das Heben schwerer Gewichte kann dabei helfen, den „durchtrainierten“ Körperbau zu schaffen, den viele Frauen begehren. Aber es ist ein Mythos, dass Muskeln gestrafft werden können – sie wachsen oder schrumpfen einfach. Das „durchtrainierte“ Aussehen bedeutet im Wesentlichen, etwas Muskelmasse und wenig Körperfett zu haben, um es zu sehen, sagte auch der Personal Trainer Pete Geracimo. Der Weg, dies zu erreichen, besteht darin, durch Widerstandstraining Muskeln aufzubauen und durch ein leichtes Kaloriendefizit Fett zu verlieren.

4. Beständigkeit ist wichtiger als Perfektion

Nicht jedes Training wird großartig sein. An manchen Tagen fühlt sich mein Training härter an als an anderen. Manchmal möchte ich gar nicht ins Fitnessstudio gehen. Aber 90 Prozent der Zeit, die ich gehe, macht es mir Spaß.

Zu wissen, dass ich mich nicht immer zum Training motiviert fühle und mich manchmal dazu drängen muss, ins Fitnessstudio zu gehen, war der Schlüssel für mich, konsequent zu bleiben und meine Fitnessziele zu erreichen. Ich mache mir auch keine Sorgen, wenn ich manchmal ein leichteres Training habe.

Übertraining hilft mir nicht dabei, meine Ziele schneller zu erreichen, und manchmal lege ich einen zusätzlichen Ruhetag ein. Merkt euch jedoch: Beständigkeit ist wichtiger als Perfektion.

5. Die Grundlagen sind am wichtigsten

Jedes Mal, wenn ich meinen Trainingsstil geändert habe (zum Beispiel von einem Bodybuilding-Programm zu einem Trainingsplan im CrossFit-Stil), hat sich mein Körper angepasst. Dies führt oft zu Muskelkater mit verzögertem Beginn, der fälschlicherweise als Zeichen eines effektiven Trainings angesehen wird. Also ändere ich mein Training nicht jeden Monat.

Meine Workouts beinhalten immer grundlegende Bewegungen wie Kniebeugen, Kreuzheben, Bankdrücken, Klimmzüge, Ausfallschritte und Tragebewegungen. Die Grundlagen bleiben nun einmal die Grundlagen und um Fortschritte zu erzielen, müsst ihr diese konsequent trainieren.

6. Jeder kann einen Sport für sich entdecken

Früher dachte ich, „Fitnessmenschen“ würden schon so geboren. Die vergangenen fünf Jahre haben mir gezeigt, dass das nicht stimmt. Eine Art und Weise zu finden, mich zu bewegen, die mir aktiv Spaß macht, hat für mich alles verändert. Nicht jeder wird es lieben, Gewichte zu heben, aber das bedeutet nicht, dass es keine optimale Übung für euch gibt. Vielleicht habt ihr sie nur noch nicht gefunden.

Dieser Artikel wurde von Klemens Handke aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.