Heidel sicher: Dieser Mainzer wird bald Nationalspieler

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Im zweiten Teil des SPORT1-Interviews spricht Christian Heidel über Wandel und Ziele von Mainz 05. (BERICHT: Der erste Teil des großen Heidel-Interviews bei SPORT1)

Der Sportvorstand blickt aber auch auf die Erwartungshaltung rund um das DFB-Team.

SPORT1: Sie haben mit Danny da Costa, Phillipp Mwene, Robin Quaison und Danny Latza vier Leistungsträger verloren. Trotzdem liegt der FSV nach dem 2:0 bei der TSG Hoffenheim punktgleich mit Borussia Dortmund auf Platz 4. Sehen Sie den Kader nach den getätigten Transfers stärker?

Christian Heidel: Mit Anderson Lucoqui, Silvan Widmer, Jae-sung Lee, Anton Stach, Marcus Ingvartsen und David Nemeth haben wir gute Spieler dazubekommen. Wir sind jetzt auf jeder Position auch qualitativ doppelt besetzt. Für mich ist wichtig, dass mein Trainer zufrieden ist. Und die letzte Aussage von Bo Svensson war, dass er sehr zufrieden ist. Der Kader reißt nicht nach Spieler Nummer 15 oder 16 leistungsmäßig ab. Wir hatten ja gleich die Bewährungsprobe am ersten Spieltag, als gegen Leipzig elf Spieler ausgefallen sind. Natürlich wäre das nicht über eine ganze Saison zu kompensieren gewesen, aber wir sind mit der Zusammensetzung des Kaders sehr zufrieden. Deshalb sind wir nicht gleich euphorisch, aber optimistisch.

SPORT1: Der von Ihnen angesprochene Transfer von Marcus Ingvartsen fand in der Öffentlichkeit gar nicht so viel Beachtung. Dabei könnte er ein kleiner Königstransfer werden, er war ein wichtiger Spieler für Union Berlin. Wie konnten Sie ihn von Mainz 05 überzeugen?

Heidel: Den Löwenanteil an diesem Transfer hat Bo Svensson, die beiden sind Dänen und haben gleich einen guten Zugang zueinander gefunden. Für Bo ist Marcus ein Stürmer, der auch im offensiven Mittelfeldspieler spielen kann - und nicht umgekehrt. Er hat beim FC Nordsjaelland 30 Tore in 76 Spielen geschossen und traf bei der dänischen U21 in 29 Spielen 17 Mal. Wir haben einen Spieler mit viel Qualität geholt. Da sind wir uns sehr sicher.

Heidel: Leih-Abbruch von Mateta „kein Thema“

SPORT1: Auf der anderen Seite gibt es noch einen Spieler, der aktuell verliehen ist und viel Geld einbringen könnte. Jean-Philippe Mateta will sich in England durchsetzen, doch er ist kein Stammspieler bei Crystal Palace. Befürchten Sie, dass die Kaufoption nicht gezogen wird?

Heidel: Das ist noch kein Thema, sondern erst am Ende der laufenden Saison. Uns und auch ihm war völlig klar, dass er starke Konkurrenz bei Crystal Palace haben wird. Er ist ein junger Spieler. Er hat den Schritt bewusst gewählt, wir haben diesem Wunsch zugestimmt. Wenn sich die Situation bis zum Winter überhaupt nicht verbessert, dann müssen wir vielleicht mit Crystal Palace darüber reden, ob es andere Möglichkeiten gibt. Wir drücken ihm nicht nur aus Eigennutz die Daumen.

SPORT1: Hätten Sie Mitte Mai darauf gewettet, dass Sie das Top-Innenverteidigerduo Jeremiah St. Juste und Moussa Niakhate tatsächlich halten können?

Heidel: Ja, absolut! Beide fühlen sich total wohl in Mainz. Wenn ein großer Champions-League-Klub gekommen wäre, hätten Moussa Niakhate und Jeremiah St. Juste sicher überlegt, und das ist auch ganz normal. Wichtig ist aber, wie sie sich jetzt verhalten. Moussa ist Führungsfigur und Kapitän der Mannschaft, und auch Jeremiah läuft hier nicht mit traurigem Gesicht rum. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Heidel: Mussten bei Stach U21-EM abwarten

SPORT1: Als Sie im Dezember wieder angetreten sind, gab es das in der Vergangenheit viel zitierte „Mainzgefühl“ kaum mehr im Klub. Sie wollten dies ändern – befinden Sie sich bei diesem Vorhaben auf einem guten Weg?

Heidel: Die Stimmung in der Stadt und im Verein hat sich gedreht. Im Januar wollten vermutlich 80 Prozent der Profis weggehen. Jetzt im Sommer wollte keiner mehr weg. Natürlich ist im Erfolg vieles einfacher. Das Team hier hat sich zu einer eingeschworenen Gemeinschaft entwickelt, die genauso an das Projekt Mainz 05 glaubt wie wir. Deshalb haben wir bei der Suche nach neuen Spielern auch darauf geguckt, dass sie gerne in Mainz spielen wollen und nicht schon nach drei guten Partien der Berater kommt und neue Klubs anruft. (DATEN: Die Tabelle der Bundesliga)

SPORT1: So wie bei U21-Europameister Anton Stach?

Heidel: Genau. Mit Anton Stach waren wir uns im Prinzip schon sehr früh und vor der U21-EM über einen Wechsel einig. Wir mussten aber die Europameisterschaft abwarten und auch mit Greuther Fürth eine faire Regelung finden. Insbesondere durch die EM kamen auch mehrere andere Vereine auf den Plan, aber Anton und auch die Berater haben uns nach den Gesprächen so klar vermittelt, dass sein Weg in Mainz weitergeht, dass wir keine Bedenken hatten, dass er sich noch einmal umentscheidet.

Heidel: Deutsche Spieler wichtig „für Kommunikation“

SPORT1: Es heißt, dass Sie im Sommer gar einem Spieler, der sportlich geholfen hätte aber zu lange gezögert haben soll, abgesagt haben. Können Sie diese Geschichte bestätigen? (SERVICE: Bundesliga-Spielplan zum Ausdrucken)

Heidel: Es gab da nicht nur einen Spieler, aber das darf nicht arrogant klingen. Ein Spieler hat rund zehn Jahre, in denen er seine Karriere ausschöpfen kann. Es ist völlig in Ordnung, wenn ein Profi sagt, dass er im zweiten Jahr gerne wechseln möchte. Aber das war in diesem Jahr nicht unser Plan. Und dann ist es fair, wenn man absagt, ohne dies an die Medien zu geben, aber die Ideen nicht zusammenpassen.

SPORT1: Setzt man wieder auf die Transfer-Strategie mit überwiegend deutschsprachigen Spielern?

Heidel: Kommunikation ist wichtig. Wenn du beispielsweise einen Trainer hast, dessen Stärke auch das Motivieren einer Mannschaft ist, dann kommt die Botschaft nicht an, wenn Dolmetscher die Worte übersetzen müssen. Deswegen ist es wichtig, dass man im Großen und Ganzen Spieler hat, die miteinander reden und den Trainer verstehen können. Wenn ein Profi weder Englisch noch Deutsch kann, dann wird es schon schwieriger. Davon kannst du einen oder zwei Spieler, aber keine sieben oder acht Profis im Kader haben. Aber wir werden auch in Zukunft wieder ausländische Spieler holen, die kein Deutsch und Englisch sprechen, aber auf dem Feld den Unterschied machen können.

Heidel: Kritik am DFB-Team ist „Wahnsinn“

SPORT1: Die deutsche Nationalmannschaft hat mit Hans-Dieter Flick einen neuen Bundestrainer. Wie haben Sie die ersten Partien unter ihm verfolgt?

Heidel: Ich fand es Wahnsinn, dass nach einem 2:0 gegen Liechtenstein medial quasi schon die erste Krise ausgerufen wird und Deutschland dann wenige Tage später nach sehr guten Spielen gegen Armenien und Island schon wieder vor dem WM-Titel steht. Gebt Hans-Dieter Flick doch mal die Zeit dafür, sein Vorhaben und seine Idee umzusetzen. Er ist ein Toptrainer mit viel sozialer Intelligenz, den ich schon lange kenne. Wir sollten aufhören, ihm schon jetzt Zeugnisse ausstellen zu wollen. Die Mannschaft war nicht wochenlang, sondern nur ein paar Tage zusammen. Wie groß kann sein Einfluss da wirklich schon sein? Das ist ein Spagat. Er muss sich für die WM qualifizieren und nebenbei noch die Mannschaft entwickeln. Das ist nicht so einfach. Es läuft bisher gut und darüber können wir uns alle freuen. Hansi wird das schaffen und ich drücke ihm fest die Daumen. (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Bundesliga)

SPORT1: Auffällig war auch die Tatsache, dass Flick frühzeitig junge Spieler ins Rennen warf. Erhöht das auch die Chancen für Spieler wie Jonathan Burkardt?

Heidel: Johnny ist ein Toptalent, der eine gute Entwicklung genommen hat. Er ist definitiv im richtigen Verein, wo man ihn genau kennt und seit Jahren und auch in Zukunft fördern wird. International holt er sich bei der U21 weiteren Input. Wenn er das alles so weiter und in Ruhe umsetzt, wird der Tag des Anrufes irgendwann einmal kommen.

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