Helmut Marko über Daniil Kwjat: "Kein Thema mehr" für Red Bull

Maria Reyer
·Lesedauer: 2 Min.

Daniil Kwjat ist in Abu Dhabi vorerst sein letztes Formel-1-Rennen gefahren. Der Russe wird 2021 von Yuki Tsunoda bei AlphaTauri ersetzt - trotz guter Leistungen gegen Saisonende. Helmut Marko verrät, warum Kwjat seinen Sitz dennoch verloren hat.

"Die letzten zwei, drei Rennen hat er teilweise mit Speed aufgezeigt", rechnet ihm Marko im Exklusivinterview mit 'Motorsport-Total.com' an. Allerdings sei Kwjat ansonsten "immer deutlich" hinter seinem Teamkollegen Pierre Gasly zu finden gewesen.

"Das ist mit all der Routine und Erfahrung, die er hat, zu wenig", erklärt der Red-Bull-Motorsportkonsulent die Entscheidung, Kwjat nicht erneut zu verlängern. Der Russe scheidet aus dem Red-Bull-Fahrerpool aus, bestätigt Marko, eine weitere gemeinsame Zukunft wird es nicht geben. "Das Thema ist für uns erledigt."

Kwjat selbst verlässt AlphaTauri mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Denn er ist sehr stolz auf seine Steigerung in der gesamten Saison. Zu Beginn sei ihm der AT01 überhaupt nicht entgegengekommen. "Wenn das passiert, dann wird man sehr schnell frustriert."

Er habe jedoch die Nerven behalten und hart gearbeitet. "Vielleicht hätte es mich vor ein paar Jahren noch viel mehr frustriert, worunter meine Performance und Motivation sehr gelitten hätte. Aber in diesem Jahr bin ich dennoch cool geblieben und habe hart gearbeitet."

Seit 2010 war Kwjat Teil des Red-Bull-Juniorteams

Seit 2010 war Kwjat Teil des Red-Bull-Juniorteams<span class="copyright">Motorsport Images</span>
Seit 2010 war Kwjat Teil des Red-Bull-JuniorteamsMotorsport Images

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Mit seinen Ingenieuren habe er den Wagen an seinen Fahrstil angepasst, die Änderungen (vor allem an der Lenkung zeigten in der zweiten Saisonhälfte ihre Wirkung. In Imola verpasste Kwjat das Podium nur knapp. "Am Ende hatte ich recht. Ich habe bewiesen, dass es funktioniert hat."

Trotz der erstarkten Leistungen - in den letzten beiden Qualifyings war er um je zweieinhalb Zehntelsekunden schneller als Gasly - endet seine Reise. Wäre seine Geschichte anders verlaufen, hätte er schon zu Saisonbeginn ein Auto zur Verfügung gehabt, mit dem er besser umgehen hätte können?

"Natürlich hätte es geholfen. Man will die Saison immer gut beginnen. Aber darüber will ich gar nicht zu viel reden, weil auch Pierre ein fantastisches Jahr gefahren ist. Wir wären nur von Beginn an näher beisammen gewesen." Im Durchschnitt büßte er allerdings mehr als eine halbe Sekunde im Qualifying auf Gasly ein.

"Manchmal schaffte er es in das Q3 und ich schied in Q2 aus. Da dachte ich mir oft: 'Scheiße!'. Ich hätte mir gewünscht, dass ich mit ihm in Q3 kämpfen könnte." Seine Verbesserungen haben ihn gefreut. Und diese seien auch wichtig, um ein Comeback 2022 anzustreben.

Weitere Co-Autoren: Oleg Karpow. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.