Helmut Marko: Begrenzung von Fahrergehältern der nächste Schritt

Stefan Ehlen
motorsport.com

Nur noch rund 132 Millionen Euro pro Saison und Team: So sieht der aktuelle Plan der Formel 1 für die neue Budgetobergrenze aus, die 2021 erstmals greift. Doch weil diese Regelung einige Ausgaben wie Fahrergehälter nicht berücksichtigt, glaubt Red-Bull-Sportchef Helmut Marko an eine Ausweitung der Begrenzung in den Folgejahren.

Im 'ORF'-Gespräch sagte Marko: "Jetzt haben wir eine Budgetdeckelung für die Technik, für den Teameinsatz. Max [Verstappen] wird das nicht so gerne hören, aber irgendwann wird auch eine Deckelung für Fahrer[gehälter] kommen. Das ist der nächste Schritt."

Spitzenfahrer verdienen in der Formel 1 locker zweistellige Millionenbeträge. Genaue Zahlen sind nicht bekannt, aber Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton soll mit geschätzten 37 Millionen Euro - so genannt im 'ORF'-Bericht - der bestverdienende Grand-Prix-Fahrer sein.

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Was alles unter die Begrenzung fällt

Marko meint dazu: "Ich glaube, dass diese Zahl weit nach oben gerundet werden muss. Man muss unterscheiden: Es gibt ein Fixgehalt und Boni pro Grand-Prix-Sieg und WM [-Abschneiden] und dergleichen. Das sind sicher mehr als die genannten 37 Millionen."

Beschlossen ist in dieser Hinsicht aber noch nichts: Fahrergehälter bleiben von der 2021 greifenden Budgetregel ausgenommen, ebenso wie Marketing-Ausgaben sowie die Gehälter der drei bestverdienenden Angestellten. Kurz: Die Budgetdeckelung betrifft alles, was direkt mit der Fahrzeugleistung in Zusammenhang steht.

Vor allem den Topteams stehen große Einschnitte bevor: Branchenführer Mercedes etwa kommt derzeit auf ein geschätztes Jahresbudget von 520 Millionen Euro, wovon 200 Millionen auf die Motorenabteilung entfallen. Ferrari liegt bei rund 550 Millionen Euro (Motoren: 190), Red Bull bei etwa 490 Millionen Euro.

Red Bull glaubt an Budgetbegrenzung

Trotz dieses großen Unterschieds zur neuen Zielsumme sagt Marko über die Budgetobergrenze: "Wir sind dafür. Die Reduzierung muss natürlich mit einem gewissen Augenmaß erfolgen."

Grundsätzlich aber seien Formel-1-Budgets unter 150 Millionen Euro innerhalb der neuen Spielregeln absolut denkbar. "Das", so sagt Marko, "ist noch immer verdammt viel Geld [und] etwas, womit man ebenfalls tollen Sport bieten kann."

"Und wenn sich das Feld dadurch mehr zusammenschiebt und der Fahrer mehr in den Vordergrund kommt, die Technik nicht zu sehr hochgestochen ist, was [ohnehin] kaum ein Zuschauer mitkriegt, dann, glaube ich, kann das auch ein ganz positiver Schritt für die Zukunft sein."

Mit Bildmaterial von LAT.

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