Helmut Marko klärt auf: "Initiative ist von Hülkenberg ausgegangen"

Maria Reyer

Nico Hülkenberg wird einer der großen Abwesenden in der Formel-1-Saison 2020 sein. Der Deutsche konnte seinen Platz bei Renault nicht halten. In seiner Hoffnung, doch noch ein Cockpit zu finden, stand der Emmericher auch mit Red Bull in Kontakt. Über mehrere Anrufe des Deutschen bei Helmut Marko wurde in Medienberichten spekuliert, nun klärt der Red-Bull-Motorsportkonsulent auf.

"Die Initiative ist von Hülkenberg ausgegangen", verrät Marko im exklusiven Video-Interview zum Jahresrückblick 2019. Nachdem klar war, dass Esteban Ocon ihm bei Renault nachfolgen würde, setzte sich der Le-Mans-Sieger mit Red Bull in Verbindung. Bereits rund um den Grand Prix von Kanada kamen entsprechende Gerüchte im Fahrerlager auf.

Das seien "Fake-News", wies Hülkenberg die Spekulationen zu jenem Zeitpunkt noch zurück. Marko stimmte ihm zu und tat die Gerüchte als "absoluten Blödsinn" ab. Nachdem Pierre Gasly allerdings nicht die erwarteten Leistungen erbrachte, schien das Topteam doch noch nach Alternativen zu suchen.

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In der Sommerpause wurde Rookie Alexander Albon ins Topteam geholt und Gasly zu Toro Rosso degradiert. "Zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, wie Albon einschlägt. Wir haben das offen gelassen", gibt Marko im Nachhinein zu, dass die Lage zu Saisonmitte unsicher war. Den gesamten August habe es Kontakt zwischen Hülkenberg und Red Bull gegeben.

Hätte er also doch noch Chancen bei Red Bull gehabt? "Mit den Leistungen von Albon war dann klar, dass für Hülkenberg bei uns kein Platz ist", winkt der Österreicher ab. Bereits im September schien sich die Tür für den Deutschen bei den Bullen zu schließen. Das Interesse des Teams am Routinier wurde als "überschaubar" bezeichnet.

Hülkenberg selbst musste noch Ende September zugeben: Zu Red Bull würde er "nicht nein sagen". Zu jenem Zeitpunkt schien aber bereits klar, dass sich seine Formel-1-Karriere dem Ende zuneigt. Denn Red Bull blieb dem Prinzip der Nachwuchsförderung treu und verlängerte schließlich Albons Vertrag.

"Und das wäre ja auch ein Bruch [gewesen]. Wir haben bis jetzt immer nur unsere eigenen Fahrer aus dem Juniorteam genommen und es gibt natürlich auch den Junioren eine große Sicherheit, wenn sie wissen, die sind bei uns. Da sind die Chancen, in die Formel 1 zu kommen, sehr riesig", verteidigt Marko sein Juniorprogramm.

Nachsatz: "Ich will nicht sagen, dass wir von außen niemanden nehmen würden, aber dann muss der deutlich besser sein."

Mit Bildmaterial von LAT.

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