Warum Köln jetzt ausgerechnet dem Rivalen die Daumen drückt

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Warum Köln jetzt ausgerechnet dem Rivalen die Daumen drückt
Warum Köln jetzt ausgerechnet dem Rivalen die Daumen drückt

Das Endspiel vor der Brust, den Klassenerhalt nicht mehr in der eigenen Hand. Der 1. FC Köln muss am letzten Bundesliga-Spieltag zwingend gewinnen – und gleichzeitig auf Schützenhilfe der Konkurrenz hoffen.

Dass ausgerechnet Rivale Borussia Mönchengladbach das Zünglein an der Waage im Kellerkampf sein könnte, gibt dem Kölner Abstiegskampf eine ganz besondere Note. Denn die Fohlen sind am kommenden Wochenende bei Werder Bremen zu Gast – einem der beiden verbliebenen Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt. (Service: Tabelle der Bundesliga)

Der CHECK24 Doppelpass mit Friedhelm Funkel, Kevin Großkreutz und Patrick Helmes am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Und so bleibt den Geißböcken wohl nichts anderes übrig, als dem ungeliebten Nachbarn die Daumen zu drücken. "Ich glaube das ist den FC-Fans nächste Woche erlaubt, dass sie Borussia Mönchengladbach die Daumen drücken", erklärte Köln-Trainer Friedhelm Funkel nach dem 0:0 bei Hertha BSC bei Sky. Er selbst hoffe jedenfalls auf einen Sieg der Fohlen. Ich wünsche Marco Rose zum Abschied einen Sieg in Bremen. Das ist nicht ganz selbstlos, das gebe ich gerne zu." (Der Spielverlauf zum Nachlesen im LIVETICKER)

Dieses Szenario hätte Köln vermeiden können, doch durch das torlose Remis geht die Funkel-Elf als 17. Ins Saisonfinale. 30 Punkte haben die Kölner. Werder liegt mit 31 Punkten auf Rang 16, Arminia Bielefeld ist mit 32 Zählern 15. und ebenfalls noch in Abstiegsnot. Die Ostwestfalen sind beim VfB Stuttgart zu Gast. (Service: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Doch aller Rechnerei zum Trotz: Zuallererst muss gegen Köln gegen Schalke 04 seine Hausaufgaben machen. Alles andere als ein Sieg dürfte den direkten Abstieg bedeuten. Bei einem Remis könnte Bremen theoretisch punktetechnisch eingeholt werden, jedoch spricht das deutliche schlechtere Torverhältnis gegen Köln.

"Wir haben jetzt eine Woche Zeit, in der wir sehr viel Optimismus verbreiten werden. Wir müssen gegen Schalke gewinnen", gibt Funkel die Devise vor. FC-Geschäftsführer Horst Heldt ist vom Ligaverbleib überzeugt. . "Es wird nicht einfach nächste Woche, aber wir werden es schaffen. Wir werden in der Liga bleiben. Wir gewinnen zuhause und dann bleiben wir drin."

Hertha feiert durch das Remis dagegen den vorzeitigen Klassenerhalt. Trotz der hohen Belastung der letzten Wochen durch die Nachholspiele nach der Quarantäne zeigten die Berliner wieder eine gute Einstellung und blieb im achten Spiel in Folge ungeschlagen. "Das war wichtig für Verein und Nachwuchsakademie. Das war schon ein schwieriger Job", bilanzierte Trainer Pal Dardai. Er sei stolz auf seine Jungs, erklärte der Hertha-Trainer. "Respekt an die Jungs, dass sie das schon am vorletzten Spieltag geschafft haben." Er selbst bekam noch auf dem Platz eine Schachtel Zigarren von Matheus Cunha überreicht.

Schwolow rettet gegen Rexhbecaj

Dardai, der im Winter Bruno Labbadia als Trainer der Berliner abgelöst hatte, hat damit seine Mission erfüllt. Am letzten Spieltag geht es für die Hauptstädter zur TSG Hoffenheim.(Service: Ergebnisse und Spielplan der Bundesliga)

Die Bundesliga-Highlights am Sonntag ab 9.30 Uhr in Bundesliga Pur im TV auf SPORT1

Beide Mannschaften wussten um die Bedeutung der Partie, waren mit Anpfiff sofort auf Betriebstemperatur und lieferten sich einen großen Kampf - nicht selten über die Grenze des Erlaubten hinaus. Schiedsrichter Deniz Aytekin (Oberasbach) musste oft eingreifen. Köln betrieb hohen Aufwand, versuchte es oft über die Außenpositionen und kam durch eine Serie von Ecken zu einigen guten Szenen.

Die Geißböcke erwischten den besseren Start. Die beste Chance im ersten Durchgang hatte Elvis Rexhbecaj. Dessen Schuss aus kurzer Distanz parierte Hertha-Keeper Alexander Schwolow allerdings stark (17.)

Hector fehlt Köln schmerzlich

Hertha agierte abwartend, kein Wunder, in Dodi Lukebakio, Matheus Cunha, Jhon Cordoba und Krzysztof Piatek fehlte der komplette Angriff. Stattdessen stürmte Eigengewächs Jessic Ngankam, Siegtorschütze in Schalke, und machte seine Sache bei seinem Startelf-Debüt mit viel Einsatz und einigen Abschlussversuchen gut. Sein Flachschuss (39.) zwang FC-Keeper Timo Horn zu einer Parade.

Fußballerische Feinkost und Torszenen gab es nur selten zu sehen, stattdessen rieben sich beide Teams in Zweikämpfen auf, die Angst vor einem Gegentor war spürbar und lähmte die Aktionen. Zum Ende der ersten Halbzeit zeigte Hertha wieder mehr Initiative, der ballsichere Marton Dardai als Sechser und Javairo Dilrosun leiteten einige gute Angriffe.

Köln vermisste schmerzlich Kapitän Jonas Hector, der wegen einer Risswunde am Bein fehlte, zur moralischen Unterstützung aber mit Berlin gereist war. Gegen die kompakte Dreierkette der Berliner tat sich der FC schwer, bei den besten Möglichkeiten durch Elvis Rexhbecaj und Florian Kainz war Herthas Keeper Alexander Schwolow zur Stelle.

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Im zweiten Durchgang änderte sich zunächst nicht viel, in den Angriffsreihen beider Mannschaften fehlte es an Überraschungsmomenten und Durchschlagskraft, der Ball wanderte bei geringem Tempo hin und her, die Abwehrreihen hatten wenig Mühe. Rexhbecaj vergab zunächst per Kopf, kurz danach schlug Ellyes Skhiri den Ball aus kurzer Distanz übers Tor.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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