Ein herzzerreißendes Aus

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Ein herzzerreißendes Aus
Ein herzzerreißendes Aus

Der Ausgang des 100-Meter-Sprints der Frauen bei den Olympischen Spielen in Tokio schlägt hohe Wellen.

Zum einen, weil Jamaika durch Elaine Thompson-Herah, Shelly-Ann Fraser-Pryce und Shericka Jackson für einen Dreifacherfolg mit irritierenden Szenen sorgte.

In Großbritannien ist allerdings das Drama um Dina Asher-Smith das Olympia-Thema Nummer eins, bei dem auch der langjährige Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt eine Rolle spielt (Olympia 2021: Alle Entscheidungen im SPORT1-Liveticker).

Weltmeisterin zieht für 200 Meter zurück

Die Vize-Weltmeisterin über 100 Meter war wie die Deutschen Tatjana Pinto und Alexandra Burghardt im Halbfinale ausgeschieden.

Die Britin war allerdings von einer Verletzung gehandicapt, die auch einen Start über die 200 Meter verhindert. Das erklärte Asher-Smith, die in 11,05 Sekunden Dritte ihres Laufs wurde, in einem tränenreichen Interview nach dem Halbfinal-Aus.

“Ich werde zurückziehen”, teilte sie nach einem Gespräch mit ihrem Trainer mit - und ergänzte ihre Enttäuschung, denn 2019 bei der WM in Doha hatte sie über die 200 Meter Gold geholt: “Als Weltmeisterin ist der Schritt zur Olympiasiegerin nicht mehr allzu groß …”

Lineker leidet mit Asher-Smith

Viele britische Sport-Größen nahm das Olympia-Aus der Star-Sprinterin mit. “Unglaublich emotionales Interview mit Dina Asher-Smith”, schrieb Fußball-Ikone Gary Lineker bei Twitter.

“Es muss so hart sein, so lange auf die Olympischen Spiele zu warten und dann wegen einer Verletzung in der Vorbereitung nicht in der Lage zu sein, die gewohnte Leistung zu bringen”, fügte Lineker an: “Herzzerreißend.”

Boxer Tony Bellew meinte: “Mein Herz schlägt für Dina Asher-Smith. Bleib stark, Champion, du wirst wiederkommen.”

Asher-Smith rührt zu Tränen

Greg Rutherford, London-Olympiasieger im Weitsprung, wurde in seiner Rolle als TV-Experte emotional.

“Dina ist majestätisch”, schrieb Rutherford später: “Was für eine starke, brillante Person. Ihre Geschichte hat mich auf Sendung zu Tränen gerührt.”

Asher-Smith verletzt sich bei Meisterschaften

Asher-Smith hatte eigentlich geplant, auch über die 200 Meter an den Start zu gehen. Doch ihre Oberschenkelverletzung, die schon einen Start beim Wettkampf in Gateshead vor drei Wochen verhindert hatte, durchkreuzte diese Pläne.

Ursprünglich hatte sich die 25-Jährige die Verletzung - offenbar ein Sehnenriss am Knie - bei den Trials vor einem Monat zugezogen. Eine mögliche Operation hätte das Olympia-Aus bedeutet.

Deswegen hatte sie bereits ein emotionales Statement formuliert, das ihre Nicht-Teilnahme an den Olympischen Spielen erklärt. Die Sprinterin holte sich aber noch einen Rat bei Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, der bis Sommer 2018 für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft tätig war.

Müller-Wohlfahrt bringt Asher-Smith nach Tokio

“Ich wollte eine Meinung darüber einholen, welche Art von Operation ich durchführen lassen sollte”, wird die Britin in englischen Medien zitiert.

Der legendäre Mediziner antwortete demnach zwar, dass die Sehne zwar tatsächlich gerissen sei, er sie aber dennoch nach Tokio bringen könne. Asher-Smith brach in Tränen aus, löschte ihre Worte und flog nach München.

Und Müller-Wohlfahrt ließ seinen Worten Taten folgen, wenngleich die Spiele schlussendlich dennoch schnell beendet waren. Asher-Smith sprach von einer “verrückten, intensiven, herzzerreißenden Zeit”.

Asher-Smith will wieder angreifen

Sie sei bis zur Verletzung “zweifellos in der Form meines Lebens” gewesen. Sie wolle “nicht arrogant klingen, aber im Finale der britischen Meisterschaften habe ich mir nach 60 Metern die Sehne gerissen und bin trotzdem 10,97 gelaufen”.

Ihren Kampfesmut hatte sie trotz der Enttäuschung nicht verloren: “Ja, ich habe mir zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt einen Sehnenriss zugezogen. Aber es gibt es noch viele weitere Meisterschaften, die ich gewinnen kann.”

Alles zu den Olympischen Spielen 2021 bei SPORT1:


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