"Wenn ich heute jemanden ohne Alkohol sehe, drehe ich am Rad"

  • Hoppla!
    Ein Fehler ist aufgetreten.
    Versuchen Sie es später noch einmal.
In diesem Artikel:
  • Hoppla!
    Ein Fehler ist aufgetreten.
    Versuchen Sie es später noch einmal.
"Wenn ich heute jemanden ohne Alkohol sehe, drehe ich am Rad"
"Wenn ich heute jemanden ohne Alkohol sehe, drehe ich am Rad"

Historischer Triumph für den SC Magdeburg!

Das Team von Trainer Bennet Wiegert hat den HBW Balingen-Weilstetten am 32. Spieltag der Handball-Bundesliga mit 31:26 (15:15) bezwungen und sich damit vorzeitig zum Meister gekrönt.

Durch den 30. Sieg im 32. Ligaspiel feierte der SC seinen zweiten HBL-Titel überhaupt und den ersten seit 2001, als Stefan Kretzschmar und Co. vor dem TBV Lemgo ins Ziel gegangen waren. (Service: Spielplan der HBL)

Magdeburg uneinholbar vor Kiel

„Wir sind heute durch die Hölle gegangen. Wir haben es uns nicht so schwer vorgestellt, dass wir so lange zittern müssen. Der Verein hat es so was von verdient. Heute wird es eskalieren, heute wird keiner schlafen, heute wird die Stadt abgefackelt“, erklärte ein überwältigter Philipp Weber nach der Partie bei Sky.

Und schickte gleich eine Warnung an seine Kameraden: „Wenn ich jemanden ohne alkoholisches Kaltgetränk sehe, drehe ich am Rad.“

Sein Trainer Wiegert war etwas vorsichtiger in seinem Hochgefühl, sprach der SG Flensburg-Handewitt und dem THW Kiel seinen Respekt aus, „die diesen Druck jedes Jahr haben. Heute haben wir einen kleinen Rucksack mit uns rumgetragen, aber am Ende haben wir auch das geschafft.“

Die Liga lasse keine Ausrutscher zu, führte der 40-Jährige weiter aus: „Es war mental sehr anstrengend.“

Der zehnmalige DDR-Meister liegt mit nunmehr 60:4 Punkten uneinholbar vor Verfolger Kiel, bei lediglich zwei noch ausstehenden Partien. Damit ist Magdeburg der Titel nicht mehr zu nehmen.

Der SC löst derweil die Kieler ab, die in den beiden vergangenen Jahren triumphiert hatten. Der THW ist Rekordmeister mit insgesamt 22 Titeln.

Musche: „Scheißegal“

„Wir haben eine Top-Saison gespielt. Wir können uns freuen und werden heute feiern. Schon als der Trainer hier angefangen hat, hat er gesagt, er will mit dem SC Meister sein. Es ist ein tolles Gefühl und hoffentlich nicht das letzte Mal“, sagte der Slowene Marko Bezjak.

Vier Tage nach dem so unglücklich verlorenen Finale in der European League (39:40 nach Verlängerung bei Benfica Lissabon) tat sich der SCM vor seinen enthusiastischen Fans im in der heimischen Getec-Arena mit Abstiegskandidat Balingen lange schwer.

Erst in der Schlussphase konnten sich die Gastgeber entscheidend absetzen - und den ersten ihrer drei Meister-Matchbälle nutzen.

„Es ist unbeschreiblich. Wir haben uns über zehn Jahre da hingekämpft und sind jetzt vorerst am Ziel. Es fällt eine Riesen-Last ab“, meinte Vereinslegende Matthias Musche, der ein „scheißegal“ anfügte, als er auf die Niederlage in der European League angesprochen wurde: „Wir sind Deutscher Meister!“

Architekten des Erfolgs sind zweifelsohne Geschäftsführer Marc-Henrik Schmedt und vor allem Wiegert.

Wiegert führt Magdeburg nach oben

Der Trainer, der in Personalunion auch das Amt des Magdeburger Sportchefs bekleidet, übernahm die Geschicke beim finanziell wie sportlich strauchelnden Traditionsklub im Herbst 2015 und führte Magdeburg mit einer Mischung aus harter Arbeit und wilder Entschlossenheit zurück an die nationale Spitze.

Dem überraschenden Titelgewinn bei der Klub-WM im Herbst folgte nun das i-Tüpfelchen.

„So richtig wahrnehmen kann man es noch nicht. Was die nächsten Wochen und Monate hier los sein wird, sucht seinesgleichen. Wir haben uns das einfach verdient nach den zwei Niederlagen in den Finals“, sagte Luka Mertens.

Und Jannick Green Krejberg, der nach der Saison zu Paris Saint-Germain wechseln wird, meinte: „Es fühlt sich gerade an wie das Geilste der Welt.“

Dass Krejberg vor seinem Abgang noch den Titel hole, sei “magisch“, erklärte Christian O‘Sullivan.

Wiegert-Traum: „Irgendwann Deutscher Meister“

Wiegert, der den bis dato einzigen gesamtdeutschen Meistertitel 2001 als Spieler miterlebt hatte und der als Trainer jeden Tag mit der Hoffnung aufgestanden sei, „dass wir irgendwann Deutscher Meister sind“, verstärkte das Team mit Spielern wie dem Linkshänder Omar Ingi Magnusson oder Spielmacher Philipp Weber sukzessive und implementierte einen Tempohandball, der in Deutschland seinesgleichen sucht.

Gewinnt der SCM auch seine letzten beiden Saisonspiele, winkt der größte Vorsprung an der Ligaspitze seit 2013, als Kiel den Rivalen aus Flensburg am Saisonende um sieben Punkte distanzierte.

„Wir sind Deutscher Meister, das kann uns keiner mehr nehmen und das ist für mich auch von der Wertigkeit höher als die Champions League“, schloss Präsident Dirk Roswandowicz.

-----------------------------------------

Mit SID (Sport-Informations-Dienst)




Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.