Ist heute schon Löws letztes Spiel als Bundestrainer?

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Ist heute schon Löws letztes Spiel als Bundestrainer?
Ist heute schon Löws letztes Spiel als Bundestrainer?

Nach dem Last-Minute-Sieg gegen Schweden war der deutschen Nationalmannschaft doch noch die Wende gelungen - so dachte man.

Bei der WM 2018 brauchte es nach der Auftaktpleite gegen Mexiko (0:1) nun "nur" noch einen Sieg gegen Außenseiter Südkorea. Doch daraus wurde nichts. Nach zwei Gegentreffern in der Nachspielzeit - in der das DFB-Team alles nach vorne geworfen hatte - unterlag das Team von Joachim Löw mit 0:2. Die Blamage war perfekt.

Für Löw war es die erste Pleite in einem dritten Gruppenspiel der Marke alles oder nichts. Vor dem Duell gegen Ungarn am Mittwochabend (EM 2021: Deutschland - Ungarn, ab 21 Uhr im LIVETICKER) sollte es als Warnung dienen, denn zuvor war der Bundestrainer eigentlich ein absoluter Experte, wenn es um das dritte Spiel in einem großen Turnier geht. Durch war sein Team noch nie nach zwei Spielen, mehrfach war das Gruppenfinale ein Nervenspiel - und auch bei der EM 2021 geht es noch um alles.

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Der Capitano rettet Löw bei der EM 2008

Bei seinem ersten Turnier als Bundestrainer hatte sich Löw bei Michael Ballack bedanken können - und bei dessen Urgewalt. Bei der EM 2008 hatte der "Capitano" das DFB-Team mit einem unglaublichen Strahl in die K.o.-Runde befördert. Mit seinem Freistoß beim 1:0-Sieg gegen Gastgeber Österreich machte sich Ballack bei vielen deutschen Fußball-Fans unsterblich.

Für Löw auch im Nachgang ein enorm wichtiger Treffer. Im Sommer 2008 hatte rund um das DFB-Team eine gehörige Unruhe geherrscht, die fast schon den Charakter einer Revolution hatte.

Ballack und Torsten Frings wurden von den jüngeren Teamkollegen nicht mehr wirklich als Leader anerkannt. Kaum auszudenken, was bei einem Vorrunden-Aus in Deutschland losgewesen wäre. Nicht auszuschließen, dass Löw nur sehr kurz Bundestrainer gewesen wäre - und es nicht zur magischen Nacht von Rio de Janeiro gekommen wäre.

Nach Ballacks Gewaltakt ging es allerdings noch bis ins Finale. Dort scheiterte die Löw-Elf an Spanien. So nah dran an einem EM-Titel war er seither nicht mehr.

Özils Gewaltschuss und Badstubers Zupfer

Auch bei Löws erster Weltmeisterschaft 2010 brauchte es einen Gewaltschuss im dritten Gruppenspiel - dieses Mal gab ihn Mesut Özil ab. Der knappe 1:0-Sieg gegen Ghana war nötig, da das DFB-Team im zweiten Gruppenspiel eine überraschende Pleite gegen Serbien kassiert hatte (0:1).

In Südafrika wurde Löw schließlich Dritter. In der K.o.-Phase zeigte das Team mit Kantersiegen gegen England (4:1) und Argentinien (4:0), was in ihm steckte. Das Zittern im dritten Gruppenspiel hatte es aber erneut gebraucht.

Genau wie bei der folgenden EM 2012. In diesem Fall konnten Löw und seine Mannschaft allerdings nicht viel dafür. Sie siegten gegen Portugal (1:0) und die Niederlande (2:1) und mussten wegen der komplizierten Situation am letzten Spieltag trotzdem noch bangen.

Eine Niederlage gegen Dänemark hätte das Aus bedeutet - und diese schien zwischenzeitlich alles andere als unwahrscheinlich. Als Holger Badstuber Dänemarks schillernden Stürmer Niklas Bendtner im Sechzehner am Trikot zupfte, da hielt Löw wohl den Atem an. Der Schiedsrichter zeigte nicht auf den Punkt. Glück für Deutschland, das letztlich durch Treffer von Lukas Podolski und Lars Bender mit 2:1 gewann.

Schluss war bei dem Turnier in der Ukraine und Polen im Halbfinale nach einem 1:2 gegen Italien.

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Auch bei der WM 2014 muss Deutschland zittern

Was so mancher deutsche Fußball-Fan erfolgreich verdrängt haben dürfte: Auch bei der WM 2014 mussten sie mit Löw und dem DFB-Team im dritten Gruppenspiel bangen und leiden.

Nach einem Statement-Sieg gegen Portugal (4:0) folgte ein 2:2 gegen Ghana. Im letzten Spiel gegen die US-Boys von Jürgen Klinsmann galt daher: verlieren verboten.

Deutschland tat sich enorm schwer, zitterte sich letztlich aber zu einem 1:0-Sieg - Matchwinner war Thomas Müller. Der Rest des Turniers ist Geschichte.

Zwei Jahre später das selbe Bild: Nach einem Erfolg gegen die Ukraine (2:0) zum EM-Auftakt kam das DFB-Team gegen Polen nicht über ein torloses Remis hinaus. Es hieß zittern im letzten Gruppenspiel gegen Nordirland.

Die Nordiren stellen sich als unangenehmer Gegner heraus und hielten gut mit. Ein Tor von WM-Held Mario Götze machte aber den Unterschied. Deutschland gewann mit 1:0 und zog in der Folge ins Halbfinale ein, wo gegen Gastgeber Frankreich Schluss war (0:2).

Ausgangssituation gegen Ungarn ist gut

Erst 2018, bei der WM in Russland ging das dritte Spiel für Löw schief. Falls das auch gegen Ungarn der Fall sein sollte, könnte es sein letztes Spiel als Bundestrainer gewesen sein.

Die Ausgangssituation vor dem Showdown in München ist allerdings besser als 2018 gegen Südkorea. Deutschland braucht nicht unbedingt einen Sieg, ein Punkt reicht zum Weiterkommen. Und sogar eine Niederlage gegen den Außenseiter der Gruppe könnte noch ein Happy End haben.

Nur wenn das DFB-Team mit zwei Toren Unterschied verliert, ist das Aus bei einem gleichzeitigen portugiesischen Punktgewinn gegen Frankreich besiegelt. Bei einem Sieg ist trotz der 0:1-Pleite im Auftaktspiel sogar noch der Gruppensieg drin. Einen Ballack, Podolski, Bender oder Özil hat Löw nicht - und auch ein Götze steht nicht zur Verfügung. Müller ist zwar bei der EM dabei, er wird gegen die Ungarn aber nach SPORT1-Informationen wegen seiner Knieverletzung fehlen.

Es braucht also einen neuen Helden des dritten Gruppenspiels für Löw.

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