Hilft der Supersturm der Eintracht wirklich weiter?

Christopher Michel
·Lesedauer: 3 Min.
Hilft der Supersturm der Eintracht wirklich weiter?
Hilft der Supersturm der Eintracht wirklich weiter?

"Ich habe lange darauf gewartet, mit Luka Jovic und André Silva zu spielen", sagte Adi Hütter auf SPORT1-Nachfrage.

Eigentlich sollte das Duo schon gegen den FC Bayern München gemeinsam auflaufen, vor zwei Wochen aber verhinderte die Verletzungspause von Silva diesen Plan.

Gegen den VfB Stuttgart (1:1) war es so weit. Eintracht-Trainer Hütter brachte Luka Jovic statt Aymen Barkok für den angeschlagenen Daichi Kamada (Hexenschuss) und entschied sich erstmals seit dem 28. November (damals noch mit Bas Dost) für zwei Stürmer statt zwei Spielmacher.

43 Minuten bis zur ersten Silva-Chance

Im ersten Durchgang musste sich das Team an die neuen Abläufe und Laufwege gewöhnen. Es dauerte 43 Minuten, bis eine Flanke von Kostic 19-Tore-Mann Silva fand. Jovic war bis zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht eingebunden, die Leihgabe von Real Madrid versuchte sich als Ballverteiler, agierte als hängende Spitze. (SERVICE: Tabelle der Bundesliga)

"Es war ein neues System. Die Mannschaft musste sich daran erst gewöhnen", fand Sportdirektor Bruno Hübner eine Erklärung für den mäßigen Auftritt im ersten Durchgang.

Doch Hütter ließ Jovic und Silva bis zum Abpfiff gemeinsam auf dem Feld und in der 2. Halbzeit wurden die Abläufe stimmiger.

In der 55. Minute lag der Ball nach einer schönen Kombination im Netz und Jovic war mit einer tollen Bewegung und einem guten Zuspiel daran beteiligt. Allerdings stand die Leihgabe von Real Madrid Millimeter im Abseits - also kein Treffer.

Jovic und Silva werden gefährlicher

Es war aber der Startschuss für eine deutlich gefährlichere Phase, die auch der überraschende Führungstreffer der Schwaben nicht unterbrechen konnte. Jovic war plötzlich präsenter und sammelte über Umwege sogar einen Scorerpunkt, da sein abgeblockter Schuss bei Filip Kostic landete, der in Weltklassemanier vollendete.

Ein Seitfallzieher von Jovic wurde in letzter Sekunde von Borna Sosa (72. Minute) abgeblockt, bei einem Kopfball war Schlussmann Gregor Kobel (87.) zur Stelle. (SERVICE: Spielplan und Ergebnisse der Bundesliga)

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Und Silva? Der Portugiese ackerte viel und wäre in Minute 94 beinahe zum Matchwinner geworden, doch seinen Abschluss entschärfte der starke Keeper Kobel erneut. Obwohl die Eintracht einen wichtigen Sieg im Rennen um die Champions League-Ränge verpasst hat, verteidigte Hütter den Supersturm:

"Wir dürfen nicht den Fehler machen und auf der Grundordnung herumreiten. Es braucht Zeit, die Automatismen müssen noch greifen."

"Wenn wir etwas Großartiges erreichen wollen, dann..."

Der Coach nahm sich in die Pflicht: "Das sind zwei Topstürmer, die Tore machen können. Wenn wir etwas Großartiges erreichen wollen, dann müssen wir schauen, dass wir die beiden so in Schuss bringen, dass sie Spiele entscheiden können."

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Ob Jovic und Silva wirklich funktionieren können? Hütter hat nun noch mehr Möglichkeiten, er kann zwischen mehreren Systemen wählen.

Der Österreicher ist prinzipiell ein Fan einer Doppelspitze. Die zweiten 45 Minuten und der druckvolle Endspurt haben trotz der fehlenden Leichtigkeit der erfolgreichen Wochen zuvor die Zuversicht bei Hütter jedenfalls erhöht.