Himmelsphänomen: Perfekte weiße Kreise schweben über russischer Stadt

Johannes GieslerFreier Autor
Yahoo Nachrichten Deutschland

Über einer russischen Stadt sind im Januar weiße Ringe aufgetaucht. Videos des Himmelsphänomens verbreiteten sich daraufhin schnell in den sozialen Netzwerken. Es dauerte nicht lange, bis die ersten Ufos verdächtigten.

Für diese Kreise über Japan waren professionelle Stuntflieger und Stuntfliegerinnen verantwortlich. Die Kreise über der russischen Stadt Irkutsk waren vermutlich nicht geplant. Foto: Symbolbild / gettyimages / igaken
Für diese Kreise über Japan waren professionelle Stuntflieger und Stuntfliegerinnen verantwortlich. Die Kreise über der russischen Stadt Irkutsk waren vermutlich nicht geplant. Foto: Symbolbild / gettyimages / igaken

Über Irkutsk, einer russischen Stadt im Süden des Landes nahe der mongolischen Grenze, sind am 5. Januar dieses Jahres drei perfekte Kreise aufgetaucht. Mehrere Youtube-Videos zeigen das Phänomen aus unterschiedlichen Perspektiven, stets mit wackeligen Handkameras oder Smartphones gefilmt. Auch der staatlich finanzierte Sender der russischen Regierung, RT, ehemals Russia Today, hat einen Clip dazu auf Youtube veröffentlicht. Die weißen Ringe, die darin zu sehen sind und die aus Rauch oder Dampf sein könnten, stehen scheinbar still vor dem blauen Himmel.

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Die Online-Plattform “strangesounds.org, die laut Selbstbeschreibung regelmäßig über „seltsame bis unerklärliche“ Geräusche, Töne und Himmelsphänomene berichtet, im zugehörigen Forum finden sich aber auch zahlreiche Verschwörungstheorien, hat vergangene Woche einen Artikel zu den drei Kreisen veröffentlicht. Demnach sei nach kurzer Zeit sogar noch ein vierter Kreis aufgetaucht – ebenfalls perfekt gerundet.

Gibt es in der Nähe aktive Vulkane?

Seither geistern zahlreiche Interpretationen zu deren Ursprung durch das Internet. Eine lautet: Es handelt sich um Rauchringe, wie sie regelmäßig über Vulkanen zu sehen sind. Eine andere – die nie fehlen darf: Ein Ufo hat die Kreise in den russischen Himmel gezeichnet. Oder: Ein Quadrocopter, ein Luftfahrzeug oder eine Drohne mit vier senkrecht angeordneten Propellern oder Turbinen, ist für die Ringe verantwortlich.

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Laut dem britischen Boulevard-Medium “Daily Star” unterstützt Sergei Yazev eine ähnliche Theorie. Der 61-Jährige ist Direktor am Astronomischen Observatorium der ansässigen Universität in Irkutsk. Yazev glaubt, dass es sich bei den Ringen um ungewöhnliche Kondensstreifen von Flugzeug-Turbinen handelt. Wie sie ansonsten, nur eben schnurgerade, hinter Flugzeugen zu sehen sind.

Propaganda oder ein sinnvoller Hinweis?

Das stützt auch die Beschreibung unter dem Youtube-Video von RT. Da steht, die Ringe seien durch den Überflug eines Kampfflugzeuges der Marke „Su-30“ des Herstellers Suchoi entstanden. Doch wie alle Informationen, die von RT veröffentlicht oder geteilt werden, besteht dabei die Gefahr von Unwahrheiten oder gezielter Beeinflussung.

Das Ozonloch: Ein vergessenes Schreckgespenst?

RT ist ein vom Kreml finanzierter staatlicher Auslandssender, den die “New York Times” als „Informationswaffe“ im Kampf gegen westliche Berichterstattung bezeichnet. Die NZZ schreibt über RT, das Streuen von Fake News sei eine „erkennbare redaktionelle Strategie des Senders“, die taz deckte außerdem die engen Verbindungen von RT zum rechten Milieu, auch dem deutschen, in dem Dossier „Putins blaue Helfer“ auf. Eine Studie des Think-Tanks European Values über die Strategie von RT kommt zudem zu dem Schluss: „Die erste Daseinszweck von RT ist es, westliche Werte um jeden Preis zu verunglimpfen und das öffentliche Vertrauen in die Funktionsfähigkeit einer liberalen Demokratie zu untergraben.“

Russland, Kolumbien, Brasilien – Himmelsphänomene soweit das Auge blickt

Aber zurück zu unerklärlichen Himmelsphänomenen. Denn die haben sich laut “strangesounds.org” in jüngerer Vergangenheit gehäuft: So kursieren Clips eines fliegenden Würfels, ohne sichtbaren Antrieb oder Tragwerke, den angeblich der Pilot eines Linienfluges vor zwei Wochen über Kolumbien gefilmt hat, auf Youtube.  

Nur wenige Tage später wurde ein „schlangenähnliches Ufo“ über der brasilianischen Millionen-Stadt São Paulo gesichtet. Laut der Beschreibung auf Youtube durch den Nutzer End Times News habe ein ansässiger Softwareentwickler die Aufnahme gemacht. Ob wohl wirklich das Ende nah ist?

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