Historische Pleite: Auch Stevens beendet Schalker Horrorserie nicht

SID
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Auch Jahrhunderttrainer Huub Stevens hat die Horrorserie von Schalke 04 nicht beendet. Mit dem UEFA-Cup-Sieger von 1997 als Interimscoach verlor der Tabellenletzte 0:1 (0:0) gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld. Seit mittlerweile 29 Bundesligaspielen sind die Königsblauen ohne Sieg, der Negativrekord von Tasmania Berlin ist nur noch zwei Partien entfernt, die Abstiegsgefahr wird immer größer.

Mit Stevens, der Schalke am Freitag nach der Trennung von Manuel Baum zum vierten Mal übernommen hatte, kassierte Königsblau eine historische Niederlage: Der Bielefelder Sieg in Gelsenkirchen war der erste seit dem Bundesliga-Skandal, als beim 1:0 der Arminia am 17. April 1971 Bestechungsgeld geflossen war. Fabian Klos erzielte das entscheidende Tor (53.) für die Ostwestfalen, die ihren Vorsprung auf die Gelsenkirchener auf sechs Punkte ausbauten. Schalke verlor erstmals in der Vereinsgeschichte vier Heimspiele in Folge und hat seit 420 Minuten in der eigenen Arena nicht getroffen.

Nach nur einer Trainingseinheit stellte Stevens auf zwei Positionen um: Amine Harit und Rabbi Matondo wechselten auf die Ersatzbank, Hamza Mendyl und Alessandro Schöpf in die Startelf. Verletzt fehlten weiter die Stürmer Mark Uth (Gehirnerschütterung) und Gonzalo Paciencia (Knie-OP) sowie Stammtorwart Frederik Rönnow (Oberschenkelverletzung).

"Ohne Spaß geht es nicht, das ist bei jedem so", sagte der Schalker Jahrhunderttrainer, der seinen Herzensklub zuletzt 2019 vor dem Abstieg bewahrt hatte. Deshalb hatte der 67-Jährige vor allem auf Gespräche mit den verunsicherten Spielern gesetzt.

Spaß hatte Stevens zunächst nicht. Schon nach 14 Minuten musste der UEFA-Cup-Sieger von 1997 umstellen, weil Kapitän Omar Mascarell verletzt ausgewechselt werden musste. Der 19-jährige Malick Thiaw rückte in die Viererkette, Benjamin Stambouli auf die "Sechs".

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Die erste Chance hatten die Bielefelder, die nach Unsicherheiten in der Schalker Abwehr durch Christian Gebauer erstmals auf das Tor schossen (19.). Arminia-Keeper Stefan Ortega musste drei Minuten später zum ersten Mal eingreifen, der Schuss von Benito Raman war aber nicht platziert genug. Torszenen waren jedoch selten, Fouls, verbissene Zweikämpfe und Fehlpässe bestimmten das Kellerduell.

Der Aufsteiger hatte sogar mehr Spielanteile, kam mit fünf Eckbällen bis zur Halbzeit auch öfter in den gegnerischen Strafraum. Und ging beinahe in Führung: Sergio Cordova traf den Innenpfosten, der Ball sprang zurück ins Feld (44.). Nach der Pause hatte Schalke plötzlich seine größte Chance: Nach einem Schuss von Nassim Boujellab zwang Bielefelds Verteidiger Cedric Brunner seinen Keeper Ortega zu einer Glanzparade (47.).

Die Führung für die Ostwestfalen durch Klos war dennoch hochverdient, bei der langen Flanke von Nathan de Medina hielt die Schalker Abwehr großen Abstand zum Bielefelder Torjäger.

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