Hoeneß: Dominanz? Bayern kann nicht nur halbtags arbeiten

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Uli Hoeneß hat Schalke-Boss Clemens Tönnies verteidigt.

"Teilweise erinnert es mich an meine Zeit mit der Steuersache. Ich glaube, wenn man mal in so einer Maschinerie drin ist, dann versucht da jeder, den anderen noch zu überholen mit seiner Kritik. Ich muss ehrlich sagen: Wenn Fehler gemacht wurden, dann muss man dazu stehen. Das tut er ja. Wenn Dinge zu ändern sind, dann muss man das auch tun. Ich gehe davon aus, dass er das tut, wenn es notwendig ist", sagte der Ehrenpräsident der Münchner bei Blickpunkt Sport im Bayerischen Fernsehen.

"Aber dass man dann alles, was er so geleistet hat, was er für eine große Firma aufgebaut hat, jetzt plötzlich in Schutt und Asche redet, das kann es nicht sein. Das ist aber ein Zeichen unserer Gesellschaft: Wenn du dran bist, dann gibt es kein Halten mehr - und das erlebt er jetzt gerade am eigenen Leib."

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Dass Hoeneß für Tönnies Partei ergreift, kommt nicht von ungefähr: Die beiden Fleischfabrikanten kennen und schätzen sich schon lange und arbeiteten bereits gemeinsam an gemeinnützigen Projekten.


Im Stammwerk des Tönnies-Konzerns hatten sich kürzlich mehr als 1.500 Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Im Zuge dessen wurde massive Kritik an den Arbeitsbedingungen laut. Viele Schalke-Fans fordern einen Rücktritt ihres Aufsichtsratsvorsitzenden.

Hoeneß traut Bayern Triple zu

Auch zur Situation des Rekordmeisters bezog Hoeneß Stellung. Der 68-Jährige traut seinem FC Bayern in dieser Saison das Triple zu. "Wenn unsere Mannschaft diese Form konservieren kann, haben wir eine gute Chance, alles zu gewinnen."

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Nach dem Gewinn der 30. Meisterschaft greifen die Münchner am Samstag (DFB-Pokal, Finale: Bayer Leverkusen - FC Bayern am Sa. ab 20.00 Uhr im LIVETICKER) gegen Bayer Leverkusen im Endspiel nach dem DFB-Pokalsieg, beim Finalturnier der Champions League (ab 12. August) in Lissabon ist der FC Bayern auch dabei. "Ich hoffe, dass die Mannschaft den Rhythmus halten kann", sagte Hoeneß mit Blick auf die kommenden Aufgaben.

Die Leistungen in der abgelaufenen Spielzeit würdigte der langjährige Manager und Präsident des Klubs ausdrücklich: "Es ist schon etwas ganz besonderes, in einer Bundesliga-Saison 100 Tore zu schießen. Das ist eine sensationelle Leistung." Nur 1971/72 hat eine Mannschaft mehr Treffer erzielt, die Bayern selbst kamen damals auf 101 Tore.

Hoeneß lobt Regierung

Der FC Bayern holte in diesem Jahr bereits zum achten Mal nacheinander den Meistertitel. Damit die Serie des Dauersiegers enden könne, müssten sich "die anderen jetzt noch mehr anstrengen", so Hoeneß: "Man kann vom FC Bayern nicht erwarten, dass sie nur halbtags arbeiten, damit die Bundesliga spannender wird."

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Hoeneß lobte die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung ("Wir müssen jeden Tag dankbar sein, in diesem Land leben zu dürfen") und den Umgang der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit der Krise, wünscht sich aber eine Rückkehr zur Normalität: "Ein Wochenende ohne Premier League, ohne Live-Fußball, ohne Basketball, ohne Golf - das ist für mich langweilig."

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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