"Höhle der Löwen": Die Top- und Flop-Produkte 2019

Ann-Catherin KargFreie Journalistin

Asiatische Marinade, pflanzliches Bratfett oder ein Bierflaschenaufsatz: Bei vielen Produkten, die in "Höhle der Löwen" präsentiert wurden, hätte man den unglaublichen Erfolg nur schwer voraussehen können. Andere Erfindungen wie Kleiderbügel mit integrierten Motten-Abwehr-Kapseln werden unterdessen verramscht. Welche Deals das große Geld brachten und welche für die Tonne waren – im Überblick.

Viele Produkte, die bei "Höhle der Löwen" einen Investor finden, werden erfolgreich. Aber eben nicht alle. (Bild: VOX)
Viele Produkte, die bei "Höhle der Löwen" einen Investor finden, werden erfolgreich. Aber eben nicht alle. (Bild: VOX)

Mama Wong

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Mama Wong stellt Marinaden und Dressings nach Familienrezeptur mit vielen verschiedenen asiatischen Zutaten her. Geschmacksverstärkende Zusatzstoffe sind dabei genauso wenig vorhanden wie Konservierungs- oder Aromastoffe.

Die Marinaden und Dressings sind von der chinesischen, koreanischen und vietnamesischen Küche inspiriert. (Bild: Mama Wong)
Die Marinaden und Dressings sind von der chinesischen, koreanischen und vietnamesischen Küche inspiriert. (Bild: Mama Wong)

Ralf Dümmel machte 2019 den Deal, seither setzte der Handel rund 2,5 Millionen Euro mit Mama Wongs Linie um. Das 4er-Set mit Sesam-Koriander-Chili-Dressing, Sesam-Koriander-Ingwer-Dressing, Sesam-Chili-Marinade und Sweet-Chili-Garlic-Marinade gibt es z.B. bei Rewe für 19,99 Euro.

Das Bratpulver ist fein dosierbar und kann übermäßigen Fetteinsatz vermeiden.
Das Bratpulver ist fein dosierbar und kann übermäßigen Fetteinsatz vermeiden.

Paudar

Das Paudar-Bratpulver ist ein pflanzliches Bratfett in Pulverform. Es ist nicht nur hoch erhitzbar und leicht dosierbar, sondern reduziert auch lästige Fettspritzer. Nach dem Deal wurde das Produkt rund 800.000 mal verkauft und sorgte im Handel für einen Umsatz von etwa vier Millionen Euro. Das Bratpulver gibt es für 4,99 Euro im Online-Shop der Hersteller.

Der Zapfhahn funktioniert bei allen kohlensäurehaltigen Getränken, also auch bei Cola, Limonade & Co. (Bild: Taste Hero)
Der Zapfhahn funktioniert bei allen kohlensäurehaltigen Getränken, also auch bei Cola, Limonade & Co. (Bild: Taste Hero)

Taste Hero

Beim Einschenken fließt das Flaschenbier durch eine spezielle Siebstruktur, die das Bier verwirbelt, die Kohlensäure reduziert und den Sauerstoffkontakt maximiert. Das Ergebnis soll ein feinerer und milderer Geschmack sein und das Flaschenbier wie "frisch gezapft" schmecken. Dieses Produkt war das meistverkaufte der letzten Staffel. Eine Million Mal wurde der Flaschenaufsatz gekauft – damit generierte er einen Handelsumsatz von fünf Millionen Euro. Jetzt für 4,99 Euro (statt 7,99 Euro) bei Netto Online.

Ein Jahr lang entwickelten die beiden Gründer in ihrer Freizeit die Pfanne mit Schwenkwand. (Bild: Easy Pan)
Ein Jahr lang entwickelten die beiden Gründer in ihrer Freizeit die Pfanne mit Schwenkwand. (Bild: Easy Pan)

Easy Pan

Dieser Deal entstand in Rekordzeit: Bereits kurz nach der Präsentation stand für den Pfannen-Spezialisten Ralf Dümmel fest, dass er der ideale Begleiter der beiden Gründer auf ihrem Weg zum erfolgreichen Unternehmen ist. Der leicht erhöhte Pfannenrand sowie der abnehmbare Griff überzeugten nicht nur ihn – sondern auch 200.000 Käufer, die insgesamt 2,6 Millionen Euro für die Schwenkpfannen ausgaben. Für 14,90 Euro, zum Beispiel über Amazon.

Der Hersteller der Nagelfeile verspricht eine einzigartige Nagelpflege. (Bild: Miwiam)
Der Hersteller der Nagelfeile verspricht eine einzigartige Nagelpflege. (Bild: Miwiam)

Miwiam

Anstatt die Nageloberfläche Schicht für Schicht abzuschmirgeln und so Risse zu riskieren, schneidet die Miwiam-Nagelfeile den Nagel laut Hersteller präzise und sauber ab. Diesem Versprechen trauten bislang rund 350.000 Menschen. Die Nagelfeilen generierten damit einen Handelsumsatz von etwa 2,8 Millionen Euro. Für 7,95 Euro – zum Beispiel über Rossmann.de.

Keimster-Müslis enthalten laut Hersteller keinen unnötigen Schnickschnack, sind dafür aber hochwertig und von feinster Qualität. (Bild: Keimster)
Keimster-Müslis enthalten laut Hersteller keinen unnötigen Schnickschnack, sind dafür aber hochwertig und von feinster Qualität. (Bild: Keimster)

Keimster

Das in Deutschland produzierte Müsli wird in Bio-Qualität hergestellt und verkauft. Durch das Keimen wird das Getreide laut Hersteller zum "wahren Nährstoffwunder". Mit der Unterstützung von Ralf Dümmel haben die beiden Gründer rund 300.000 Müslis in den Handel gebracht, der damit 1,5 Millionen Euro umsetzen konnte. Gekeimtes Bio-Müsli gibt es beispielsweise in der 1-Kilogramm-Packung über den Hersteller-Shop für 17 Euro.

Kleiderbügel mit integrierten Motten-Abwehrkapseln klingt eigentlich nach einer guten Idee, die aber nicht so gut ankommt. (Bild: Caps Air)
Kleiderbügel mit integrierten Motten-Abwehrkapseln klingt eigentlich nach einer guten Idee, die aber nicht so gut ankommt. (Bild: Caps Air)

Die Flop-Produkte des Jahres

Viele Produkte, die bei den Gründern und Investoren für Begeisterung sorgten, landeten in diesem Jahr in kürzester Zeit in der Ramschabteilung von Discountern wie Netto. Darunter beispielsweise die Kleiderbügel mit integrierten Motten-Abwehrkapseln "Caps Air". Die kosten aktuell nur noch 4,99 Euro pro Stück und damit 83 Prozent weniger als die Erfinder gerne dafür gehabt hätten.

Der Trockenfix verspricht faltenfreies Wäschetrocknen und dadurch eine bis zu 66 Prozent kürzere Trocknungszeit. (Bild: Trockenfix)
Der Trockenfix verspricht faltenfreies Wäschetrocknen und dadurch eine bis zu 66 Prozent kürzere Trocknungszeit. (Bild: Trockenfix)

Auch der Wäschebügel "Trockenfix" brachte nicht den Erfolg, der ihm vorausgesagt wurde. Aktuell ist er in vielen Shops um mehr als die Hälfte reduziert – wie beispielsweise bei Real, wo es den platzsparenden Trockenbügel jetzt statt für 39,99 Euro für 16,95 Euro gibt.

Nicht sehr vielversprechend läuft es bislang für die "Protect Pads", in die Ralph Dümmel investierte. Die Idee, Möbel oder Wände vor Schrammen und Kratzern zu schützen, kam bei den Verbrauchern nicht besonders gut an. Die Schutzpolster für Staubsauger setzten bis Oktober lediglich 900.000 Euro um – der erfolgloseste Deal, auf den sich Dümmel eingelassen hat.

Die Trinkhalme werden in Deutschland produziert. (Bild: Wisefood)
Die Trinkhalme werden in Deutschland produziert. (Bild: Wisefood)

Neustart für Wisefood

Mit ihren essbaren Trinkhalmen waren die Wisefood-Gründer Philipp Silbernagel, Danilo Jovicic und Konstantin Neumann in der fünften Staffel an der Skepsis der Investoren gescheitert, die den Geschmack und den Geruch der nachhaltigen Halme kritisierten. Nach einer Überarbeitung des Produkts wurde es Mitte Dezember dann in allen deutschen Filialen von Aldi angeboten – ein Mega-Deal für die Gründer. Angeboten wurden die Trinkhalme im 30er-Pack für drei Euro.

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