Honda erklärt: Darum geht IndyCar, aber nicht die Formel 1

Stefan Ehlen
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Nach der Saison 2021 ist Schluss: Honda beendet das Formel-1-Projekt und zieht sich als Motorenlieferant zurück, zugunsten der Automobil-Sparte der Marke und deren Streben nach mehr Nachhaltigkeit. Wie aber lässt sich dann erklären, dass Honda zwar in der Formel 1 aufhört, aber weiter in der IndyCar-Serie vertreten ist?

Honda-Sportchef Masashi Yamamoto meint dazu schlicht: "Das IndyCar-Projekt wird von HPD bestritten. Dabei handelt es sich um einen unabhängigen Honda-Konzern in Amerika." Deshalb sei das IndyCar-Engagement auch nicht von der neuen Ausrichtung des Honda-Mutterkonzerns in Japan betroffen.

Eben diese Neuausrichtung hat Folgen für einige Mitarbeiter des Formel-1-Projekts, wie Yamamoto sagt: "Honda hat Kunden in aller Welt für seine Automobile, seine Motorräder und Gegenstände des Alltagslebens. Daher gibt es [nun] einen Bedarf für unsere besten Ingenieure, damit sie an CO2-neutralen Produkten arbeiten können."

Interne Diskussionen schon seit Monaten

Das beiße sich grundsätzlich erst einmal nicht mit den Zielen der Formel 1. "Wenn wir das große Ziel der CO2-Neutralität bedenken, dann gehen wir in die gleiche Richtung", meint Yamamoto. Honda müsse sich jetzt aber auf die Serienproduktion konzentrieren, was sich nicht mit dem Formel-1-Aufwand vereinbaren lasse.

Aber wann genau fiel die Entscheidung gegen den Grand-Prix-Sport? Das sei eine "sehr schwierige Frage", sagt der Honda-Sportchef. "Fakt ist: Nachdem wir im Dezember 2019 eine Vertragsverlängerung mit [Red Bull und AlphaTauri] unterzeichnet hatten, begannen eine Reihe unterschiedlicher Diskussionen."

Man habe zunächst darüber nachgedacht, das Formel-1-Projekt weiterlaufen zu lassen, gleichzeitig aber mehr für die Honda-Nachhaltigkeit zu tun. "Letztendlich aber wurde beschlossen, die besten Ingenieure für die Entwicklung künftiger Antriebe und dergleichen abzuziehen. Leider bedeutete das für uns auch das Ende in der Formel 1."

Honda war 2015 mit McLaren in die Formel 1 zurückgekehrt und hatte in drei Jahren mit dem britischen Traditionsteam nur Punkteergebnisse, aber nicht die erhofften Podestplätze oder gar Siege erzielt. Erst nach dem Wechsel zu Toro Rosso (2018) und Red Bull (2019) kamen erste Erfolge, nämlich Siege mit beiden Teams.

Mit Bildmaterial von LAT.