Hecking tadelt Jatta: Wort Hexenjagd "nicht ganz angebracht"

Rasmus Godau
Sport1

HSV-Trainer Dieter Hecking hat sich einen Tag nach dem emotionalen Statement von Bakery Jatta erneut vor seinen Profi gestellt.

"Die Spieler müssen merken, dass da Personen in der Verantwortung stehen, zu denen sie Vertrauen haben können. Die sich vor sie stellen, auch wenn der Gegenwind mal ganz stark ist", sagte der Coach im SPORT1-Interview. "Ich glaube, das stärkt erst eine Gemeinschaft und bringt einen Zusammenhalt zutage."


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Jatta hatte sich nach dem Ende der Diskussionen um seine Identität mit einem emotionalen Statement zu Wort gemeldet und seinen Unterstützern gedankt. "Du, der HSV, wurdest meine Familie", schrieb der 21-Jährige bei Instagram und erwähnte ausdrücklich Hecking und Sportchef Jonas Boldt. Er kritisierte aber auch die "Hexenjagd" auf seine Person.

"Dass er dann noch mal von Hexenjagd gesprochen hat, kann ich menschlich verstehen, es war aber vielleicht nicht ganz angebracht", sagte Hecking dem sid


"Baka sagt so einen Satz nicht einfach mal so raus - sondern es war so", erklärte Hecking bei SPORT1. "Ich habe die ganzen vier Wochen gespürt. dass er unsere Unterstützung gewollt hat, und wir ihm diese Unterstützung auch geben wollten. Egal wie es ausgeht, auch wenn wir uns das Ende natürlich gewünscht haben. Aber selbst für den Fall, dass es negativ ausgegangen wäre, hätten wir aufgrund dieser Herangehensweise Baka ebenfalls aufgefangen. Ich glaube, das ist auch der einzige Weg, um solche Dinge harmonisch zu meistern."

"Unsere Fans hatten ein sehr feines Gespür"

Seine Rolle als Vertrauensperson erklärt Hecking so: "Ich verstehe mich so, dass, wenn es einem Spieler nicht so gut geht, du ihn nach den Gründen fragen musst. Du musst die Fragen beantwortet bekommen - das war vom ersten Tag so. Damals habe ich mit Baka hingesetzt und gesagt: 'Pass auf, hier kannst du alles erzählen, wie ist der Stand der Dinge? Du kannst mir alles erzählen.'


Der Gambier habe ihm daraufhin seine Sicht der Dinge geschildert. "Er sagte, er könne es sich nicht erklären, war das alles so aufgebauscht wurde. Dann zählt für mich die Unschuldsvermutung. Trotzdem war es für ihn natürlich eine ganz schwierige Phase, die in den Anfeindungen in Karlsruhe gipfelten. Da muss man den Hut vor Baka ziehen, wie er das Ganze überstanden hat."

Spuren habe die Geschichte erst nach dem Auswärtsspiel beim KSC hinterlassen, so Hecking. "Bis zum Karlsruhe-Spiel war das alles im Lot bei ihm, erst danach war er sehr nachdenklich. Das hat man auch in der Kabine gespürt, da war er sehr zurückgezogen. Dann haben wir versucht, ihn wieder aufzubauen - meine Co-Trainer, ich Jonas Boldt, sein Berater. Unsere Fans haben ein sehr feines Gespür gehabt - dann hat das Spiel gegen Hannover von der Dramaturgie natürlich super gepasst." 

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Nach einem Medienbericht der Sport Bild vom 7. August hatte es an der Identität Jattas Zweifel gegeben. Die Ermittlungen wurden aber nach Wochen eingestellt. Daraufhin zogen auch mehrere Zweitligisten ihre Proteste gegen die Wertung der Spiele gegen den HSV zurück.

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