Nach Hubert-Crash: Sind neue Auslaufzonen nötig?

Norman Fischer
motorsport.com

Der tragische Unfalltod von Formel-2-Pilot Anthoine Hubert hat die Sicherheitsdiskussionen im Rahmen der Formel 1 wieder neu entfacht. Zuletzt wurde bekannt, dass die Strecke von Spa-Francorchamps in Erwägung zieht, an der Unfallstelle von Raidillon wieder Kiesbetten zu installieren. Dann könnten Piloten nicht wie bisher mit Vollgas über asphaltierte Auslaufzonen brettern.

"Die Asphaltausläufe laden uns dazu ein, weiter auf dem Gas zu bleiben, da wir nicht direkt bestraft werden", sagt Nico Hülkenberg und würde sich eine Überwachung der Situationen wünschen. Zwar wurde das Abkürzen an der Innenseite von Raidillon in Spa im Auge behalten, doch an der Unfallstelle von Hubert außen nicht.

"Vielleicht braucht man für Kurven wie Eau Rouge auch eine Sonderlösung, denn dort sieht man die Kurve nicht, bis man über die Kuppe kommt und dann erst erkennt, was vor sich geht", so der Deutsche weiter. Zuletzt waren Detektoren im Gespräch, die dafür sorgen sollen, dass man außerhalb der Strecke gar nicht schneller fahren kann.

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"Vielleicht gibt es eine Lösung, die für jede Kurve ein klein wenig anders ist", meint Hülkenberg weiter. Max Verstappen warnt jedoch vor Schnellschüssen nach dem Tod von Hubert: "Es gibt viele Strecken im Kalender, wo es wirklich schlimm werden kann, wenn etwas passiert", sagt er. "Von daher müssten wir anfangen, eine Menge zu verändern."

Doch für den Niederländer war der Unfall des 22-Jährigen ein unglücklicher Zufall, also ein sogenannter Freak-Unfall. "Es gibt im Kalender eine Menge gefährlicher Kurven. Das ist nun mal leider ein Teil der Formel 1 und vom Motorsport generell."

Auch auf der Strecke könne sich ein Fahrer drehen und ein anderer in den Wagen fahren. "Dann kann es immer einen echt bösen Unfall geben. Aber ich halte nichts davon, jetzt plötzlich zu sagen, dass wir anfangen müssen, die Strecken zu verändern."

"Natürlich ist es wirklich traurig, was passiert ist", ergänzt Verstappen und weiß, dass Spa mit der blinden Eau Rouge immer gefährlich sein wird. "Aber warum fahren wir dann in Monaco?", fragt er. Für ihn gehört auch der berühmte Kurs im Fürstentum zu den äußerst gefährlichen Strecken. "Trotzdem machen wir es. Daran sind wir gewöhnt, und leider passieren eben auch einmal Unfälle."

Weitere Co-Autoren: Diego Meija. Mit Bildmaterial von LAT.

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