Hunderte tote Vögel nach Silvester-Feuerwerk in Rom gefunden

Johannes Giesler
·Freier Autor
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In der italienischen Hauptstadt haben viele Menschen an Silvester ein bestehendes Feuerwerks-Verbot ignoriert. Vermutlich sind deshalb hunderte Vögel gestorben.

Feuerwerk zum Jahreswechsel in der italienischen Hauptstadt: Trotz Verbot haben zahlreiche Menschen Raketen abgeschossen und damit wohl hunderte Vögel getötet. Foto: AP Photo / Andrew Medichini
Feuerwerk zum Jahreswechsel in der italienischen Hauptstadt: Trotz Verbot haben zahlreiche Menschen Raketen abgeschossen und damit wohl hunderte Vögel getötet. Foto: AP Photo / Andrew Medichini

Am Silvesterabend haben trotz eines Verbots von offizieller Seite zahlreiche Menschen in Rom das alte Jahr mit Feuerwerkskörpern verabschiedet. Das hat laut übereinstimmenden Medienberichten zu verstörenden Bildern geführt, die wenig später in sozialen Netzwerken aufgetaucht sind.

Darauf zu sehen waren Straßenzüge voller toter und unter Schock stehender Vögel – mehrere hunderte Tiere. Wie unter anderem die FAZ berichtet, soll es sich dabei um Stare gehandelt haben. Gefunden wurden sie demnach rund um den Hauptbahnhof „Termini“ der italienischen Hauptstadt und auf angrenzenden Straßen wie der Via Nazionale.

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Erste Kadaver kurz nach Mitternacht bemerkt

Auch wenn nicht abschließend geklärt werden kann, ob tatsächlich Raketen und Böller verantwortlich waren, liegt ein Zusammenhang doch nahe. Odditycentral zitiert dazu einen italienischen Taxifahrer, der erste Vogel-Kadaver um kurz nach Mitternacht gefunden hat.

Den Verdacht haben zwischenzeitlich auch zahlreiche Tierschutzorganisationen geteilt. Darunter der italienische Vogelschutz-Verband „Lega Italiana Protezione Uccelli“. Der erklärte in einem Facebook-Beitrag, dass sich dieses Jahr in Rom viele Stare niedergelassen hätten. Die Vögel bildeten typischerweise Schlafgemeinschaften auf Bäumen. Durch das Feuerwerk seien sie aufgeschreckt worden und desorientiert herumgeflogen.

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Mögliche Todesursache: Herzinfarkt

Auch die italienische Abteilung Oipas, der „International Organization for Animal Protection“, hält das Feuerwerk für die wahrscheinlichste Todesursache. Eine Sprecherin sagte Odditiycentral: „Die Tiere könnten aus Angst gestorben sein oder einen Schock erlitten haben. Oder sie sind orientierungslos in der Luft zusammengeprallt oder gegen Fenster oder elektrische Leitungen geflogen. Auch Herzinfarkte sind möglich.“

Ein vielfach geteiltes Youtube-Video, das angeblich Rom zu Silvester zeigt, stützt diese These: Darin sind Schwärme von Vögeln zu sehen, die aufgeschreckt durch eine Straßenschlucht fliegen. Immer wieder bleiben Tiere an einer gespannten Stromleitung hängen oder fallen zu Boden.

Regelmäßig tote oder verletzte Tiere

In Deutschland warnt schon lange der Naturschutzbund vor Silvesterfeuerwerk. Der Nabu Berlin begrüßte jüngst die Entscheidung, dass dieses Jahr vor Silvester der Verkauf von Feuerwerkskörpern untersagt worden war. In einem Statement zu tierischem Verhalten auf Raketen heißt es auf der Webseite:

„Vögel zeigen panische Reaktionen, werden von ihren Schlafplätzen aufgescheucht und unter Umständen bis zu 14 Tage lang vertrieben. Dabei verlieren sie Energie, die sie im Winter dringend benötigen. Und es werden regelmäßig an Neujahr tote und verletzte Tiere gefunden.“