Hungaroring: Warum Spielberg jetzt Vorreiter ist für die Formel 1

Stefan Ehlen
motorsport.com

Zsolt Gyulay hat Spielberg fest im Blick. Das hat auch einen guten Grund: Als Geschäftsführer am Hungaroring in Ungarn verfolgt er mit großem Interesse, wie die Planungen zum Formel-1-Auftakt 2020 in Österreich voranschreiten. Denn Ungarn würde nur wenige Wochen später nachziehen, womöglich mit einer Event-"Blaupause".

Das hat Gyulay im Gespräch mit 'Motorsport.com' erklärt. Er sagte: "[Auch] wir haben mit den Rechteinhabern über die Möglichkeit eines 'Geisterrennens' gesprochen. Das Protokoll dafür wird aber gerade noch für Österreich entwickelt. Und wenn es steht, dann werden auch wir uns den entsprechenden Richtlinien unterwerfen."

Der Hungaroring jedenfalls sei "bereit für den Grand Prix", versichert Gyulay. "Die Situation aber liegt nicht in unserer Kontrolle. Es kommt darauf an, in welcher Lage sich das Land [Ungarn] befindet. Wir warten auf Lockerungen der Maßnahmen und darauf, dass sich das Leben wieder normalisiert."

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Weitere Verhandlungen mit der Formel 1

Für das anvisierte Formel-1-Rennen am 2. August rechne er mit der Unterstützung der ungarischen Regierung. "Für sie als auch für den Hungaroring ist es sehr wichtig, den Grand Prix auszurichten. So viel steht fest", meint Gyulay.

Er sehe daher zwei konkrete Optionen für seine Strecke. "Zunächst mal ein Rennen ohne Fans, ähnlich wie in Österreich. Das würde aber einen hohen Verlust für den Promoter bedeuten. Möglichkeit zwei ist ein Rennen mit Fans, damit haben wir 35 Jahre Erfahrung. Und vergangenes Jahr haben wir einen Zuschauerrekord aufgestellt ..."

"Liberty Media weiß auf jeden Fall, dass wir offen sind für alles", erklärt Gyulay. Ein Alternativtermin sei für seine Veranstaltung aber bislang nicht angefragt worden, ein "Doppelevent" mit zwei Formel-1-Rennen stünde ebenfalls nicht zur Debatte - bisher.

"Da ist noch nichts spruchreif", sagt Gyulay. "Soweit sind die Verhandlungen nämlich noch nicht, wenngleich unsere Strecke geeignet wäre, um zwei Rennen in Folge auszutragen. Und unser Land würde touristisch und ökonomisch davon profitieren, wenn die Teams zwei Wochen blieben." Sofern die Corona-Maßnahmen das erlauben würden.

Mit Bildmaterial von LAT.

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