Huntelaar-Verletzung: Schalkes Fitnesschef gerät in den Fokus

Patrick Berger
·Lesedauer: 3 Min.

Erneut konnte Klaas-Jan Huntelaar seinen Schalkern nicht helfen. Der 37-jährige Sturm-Oldie fehlte auch bei der 0:3-Heimpleite gegen RB Leipzig – und zwar wegen einer "erneut aufgebrochenen Wadenverletzung", wie Trainer Christian Gross nach dem Spiel sagte.

"Ich hätte ihn gerne auf der Bank gehabt", erklärte der 66-jährige S04-Coach. "Er hat alles versucht und committet sich zu 100 Prozent zu Schalke. Wir hoffen, dass er uns so schnell wie möglich bei unserer Mission helfen kann. Es war leider ein kurzfristiges Aufbrechen der Verletzung, das ist schade."

Damit fehlte der "Hunter", der mit großen Erwartungen als Hoffnungsträger von Ajax Amsterdam gekommen war, nun schon in vier von fünf Spielen. Lediglich beim 1:1 gegen Bremen reichte es zu einem zehnminütigen Kurzeinsatz.

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Wieso kriegt Schalke Huntelaar nicht fit?

Nach SPORT1-Informationen gibt es intern Kritik an Werner Leuthard. Der 59-Jährige wurde vor der Saison als "Leiter Performance Lizenzspieler" geholt. Aufgrund von immer wieder aufkehrenden Verletzungen in der vergangenen Saison tauschte die sportliche Führung um Jochen Schneider das Personal aus und stellte unter anderem Leuthard ein - bislang mit überschaubarem Erfolg!

Gross: "Leider ist die Verletzung wieder aufgebrochen"

Leuthard, der als knallharter Hund gilt und zwischen 2009 und 2011 bereits unter Felix Magath auf Schalke gearbeitet hat, soll, so der interne Vorwurf, falsch trainieren lassen.

Wie SPORT1 erfuhr, sollen Spieler nach Verletzungen mitunter zu früh wieder ins Training eingestiegen sein. Klaas-Jan Huntelaar beispielsweise soll über seinen Kurzeinsatz in Bremen vorige Woche nicht gerade glücklich gewesen sein. Der Holländer fühlte sich eigentlich noch nicht fit genug.

Hat der neue Athletik- und Fitnesschef das Training also falsch gesteuert? Gross sagte dazu auf SPORT1-Nachfrage: "Er (Huntelaar) wollte alles machen, dass er möglichst topfit ist. Leider ist die Verletzung wieder aufgebrochen. Es sind nicht die optimalsten äußeren Bedingungen zurzeit, auch wenn wir einen neuen Rasen haben. Unsere Trainingsplätze sind noch nicht so gut hergestellt."

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Die Kommunikation mit der medizinischen Abteilung sei dagegen okay. "Ich würde da niemandem einen Vorwurf machen", sagt Gross. "Wir haben versucht, ihn so schnell wie möglich fitzubekommen. Das haben wir nicht geschafft."

Schalke-Lazarett prall gefüllt

Die Anzahl an verletzten oder angeschlagenen Spielern auf Schalke ist auch nach den personellen Veränderungen im Reha- und Fitnessbereich groß.

Goncalo Paciencia (Knieverletzung), Salif Sané (Knieprobleme), Kilian Ludewig (Mittelfußbruch) und Steven Skrzybski (Innenbandanriss im Knie) fallen schon seit mehreren Wochen aus, Frederik Rönnow hat weiterhin Leistenprobleme, Can Bozdogan plagt eine Knöchelverletzung und Timo Becker fehlte gegen Leipzig wegen Oberschenkelproblemen.

Auch die wichtigen Leistungsträger Omar Mascarell und Suat Serdar mussten in dieser Saison schon drei respektive fünf Ligaspielen wegen muskulären Problemen aussetzen.
Ein Ausfall droht nun auch Mark Uth, der gegen Leipzig noch vor der Halbzeit ausgewechselt werden musste. "Ich denke, es ist eine muskuläre Verletzung im hinteren Oberschenkel", sagt Gross. "Genaueres weiß ich aber noch nicht."