Ilott über Schumachers Starts: "Verstehe nicht, wie er das hinbekommt"

Markus Lüttgens
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Nach Platz zehn im Qualifying der Formel 2 in Bahrain war die Ausgangsposition von Mick Schumacher vor dem Hauptrennen am Samstag nicht ideal. Doch schon nach wenigen hundert Metern hatte er einen Teil dieses Mankos wieder gutgemacht, denn mit einem sehr guten Start fuhr er bis zur ersten Kurve auf Rang fünf nach vorne.

Eine Tatsache, die seinen von der Pole-Position gestarteten Titelrivalen Callum Ilott nicht sonderlich verwunderte. "Er ist wie üblich wieder einmal gut gestartet", sagt der Brite. "Ich verstehe nicht, wie er das hinbekommt, aber es scheint, dass er jedes Mal besser startet als die anderen. Damit musste man rechnen."

Die Starts sind in der Formel-2-Saison 2020 die große Stärke von Mick Schumacher. Regelmäßig kommt der Sohn von Michael Schumacher beim Erlöschen der Startampeln besser weg als seine Rivalen und kann so auf den ersten Metern des Rennens einige Positionen gutmachen.

Ilott: "Das geht bei drei Versuchen vielleicht einmal gut"

"Aus irgendeinem Grund kommt Mick immer besser weg als ich bei meinem besten Start in diesem Jahr. Und das konstant", muss Ilott die Leistung seines Kollegen aus dem Ferrari-Nachwuchsprogramm anerkennen. "Daran arbeiten wir, aber manchmal muss man das auch einfach akzeptieren."

Denn obwohl in der Vorbereitung im Winter wie auch in den Freien Trainings immer an den Starts gearbeitet werde, sei das Losfahren aus der Startaufstellung jedes Mal aufs Neue ein Balanceakt. "Wir versuchen sie so gut wie möglich zu optimieren, aber man muss auch das Risiko abwägen", sagt Ilott. "Manchmal sieht man Jungs, die zu viel wollen. Das funktioniert dann nicht, und sie verlieren mehr Plätze als sie möglicherweise hätten gewinnen können."

Aus diesem Grund will Ilott auch in der Endphase des Titelkampfs kein höheres Risiko beim Losfahren eingehen. "Das geht bei drei Versuchen vielleicht einmal gut, aber die anderen beiden Male falle ich vielleicht auf Platz acht zurück."

Nur noch zwölf Punkte Rückstand in der Meisterschaft

In der Meisterschaft wittert der Brite nach dem bisher für ihn sehr guten Rennwochenende in Bahrain wieder Morgenluft. "Es ist noch nicht vorbei. Ich habe an diesem Wochenende gute Punkte geholt, und der Vorsprung auf Platz drei ist recht komfortabel", sagt Ilott.

Durch die Pole-Position und Rang zwei im Hauptrennen konnte er den Rückstand auf Schumacher von 22 auf zwölf Punkte verkürzen. Insgesamt sind am Sonntag im Sprintrennen und beim Saisonfinale am nächsten Wochenende noch 65 Punkte zu vergeben.

"Ich versuche einfach zu gewinnen, denn was er [Schumacher] macht, kann ich nicht kontrollieren. Ich kann nur versuchen, den bestmöglichen Job zu machen", sagt Ilott. "Ob ich nun Zweiter werde oder gewinne ... Das Ziel vor dieser Saison war unter die Top 3 in der Meisterschaft zu fahren", sieht sich der Brite bereits jetzt im Soll. "Aber klar, jeder will gewinnen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.