Influencerin vergibt schlechte Bewertung, weil sie nichts geschenkt bekommt

Ann-Catherin KargFreie Journalistin

Influencer verdienen ihr Geld unter anderem mit Deals, die sie mit Marken eingehen, deren Produkte sie dann bewerben. Ein Geschäft, mit dessen Modalitäten beide Seiten vertraut sind. Ganz anders sieht die Sache aber aus, wenn Influencer selbstverständlich davon ausgehen, für jeden Post belohnt zu werden.

Weil ihr das Restaurant keinen "Influencer-Rabatt" gewährte, war eine Kundin ganz schön sauer. (Symbolbild: Getty Images)
Weil ihr das Restaurant keinen "Influencer-Rabatt" gewährte, war eine Kundin ganz schön sauer. (Symbolbild: Getty Images)

Darüber, ob man mit 11.000 Followern bei Instagram bereits als Influencer gilt, kann man schon streiten. Darüber, wie merkwürdig das Verhalten einer Influencerin war, die nach dem Besuch eines italienischen Restaurants die schlechteste Bewertung abgab, eher nicht.

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Das beste italienische Essen, das sie je probiert hatte

Zusammen mit einer Freundin suchte die Frau ein italienisches Restaurant auf, von dem sie schon öfter gehört hatte. Dort wählten die beiden Calamari als Vorspeise, gefolgt von Spaghetti alla Vongole und Gnocchi. "Alles war köstlich", schrieb die Userin anschließend in ihrer Bewertung, die zuerst auf Reddit gepostet und später auch auf Twitter geteilt wurde:

Tatsächlich sei sie so beeindruckt gewesen, dass sie auf Nachfrage des Personals geantwortet hätte, noch nie besser italienisch gegessen zu haben. Und fügte hinzu, dass sie das auch bei Instagram posten würde, wo sie 11.000 Follower hätte, von denen die meisten aus der Umgebung kämen.

Nicht einmal die Vorspeise war umsonst!

Nach der durchweg positiven Erfahrung kam der Schock mit der Rechnung: Die Userin hatte selbstverständlich angenommen, für die "kostenlose Werbung" zumindest einen Rabatt zu bekommen: "Ich dachte, sie würden wenigstens eine der Vorspeisen abziehen, aber sie haben uns nicht einmal die Calamari oder die Getränke geschenkt!", empört sie sich. Ihr Fazit: Trotz des sehr guten Essens werde sie nicht wiederkommen, da der Restaurantmanager offensichtlich keine Ahnung habe, wie man mit Kunden umzugehen habe.

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Die User konnten die Kritik nicht nachvollziehen

In den Kommentaren bekam die Autorin des lausigen Kommentars dann aber nicht den erhofften Zuspruch: "Meint sie das ernst?", fragte ein User und ein anderer schrieb, was sich wohl viele dachten: "Eine schlechte Bewertung geben, weil sie kein Essen geschenkt bekommen hat … Sie sollte sich schämen."

Unternehmer wie Restaurant- und Hotelbesitzer gehen immer wieder an die Öffentlichkeit, indem sie Anfragen von Influencern posten, die kostenlose Übernachtungen, Verköstigungen oder anderes einfordern. In Australien schrieb kürzlich beispielsweise der Restaurantchef Duncan Welgemoed einem Influencer, er solle sein Essen gefälligst bezahlen wie jeder andere auch. Sein Post, egal über was, würde weder einen Hype noch einen einzigen Dollar für die betreffende Location generieren.

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