Trotz Schlafmangel! Geiger lässt "Koba" und "Kuba" hinter sich

Sportinformationsdienst
Sport1

Karl Geiger zeigte die Faust und lächelte nach seinem Punktsieg über "Koba" und "Kuba" kurz, dann hatte die große deutsche Vierschanzentournee-Hoffnung den Aufgalopp am Bergisel schon abgehakt.

"Das bedeutet heute nix", sagte Geiger nach Platz drei in der Qualifikation von Innsbruck, wo er seine großen Rivalen Ryoyu Kobayashi und Dawid Kubacki knapp hinter sich gelassen hatte: "Die werden im Wettkampf schon wieder angreifen."

Nach seinen beiden zweiten Plätzen in Oberstdorf und Garmisch funktionierte der 26 Jahre alte Allgäuer auch zum Auftakt der zweiten Tournee-Halbzeit wie ein Uhrwerk, untermauerte mit einem blitzsauberen Satz auf 131,5 m seine Ambitionen auf den ersten deutschen Gesamtsieg seit Sven Hannawald 2002.

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Geiger mit seinem Auftritt zufrieden

Die Bergisel-Schanze, auf der er vor gut zehn Monaten Vizeweltmeister wurde, scheint ihm weiterhin zu liegen. 

"Ich bin echt zufrieden. Das war ein guter Tag, ich bin von Sprung zu Sprung besser geworden", sagte Geiger, der sich am Tag vor dem Wettkampf (Vierschanzentournee: Das 3. Springen in Innsbruck am Samstag ab 14 Uhr im LIVETICKER) mit 134,9 Punkten nur dem weitengleichen Garmisch-Sieger Marius Lindvik (Norwegen/138,9) sowie Österreichs Topstar Stefan Kraft (136,8), der mit 132,5 m die Bestweite erzielte, geschlagen geben musste. 

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Seine beiden mutmaßlich größten Kontrahenten um den Tourneesieg ließ Geiger wie in Garmisch hinter sich, wenn auch hauchdünn: Der japanische Gesamtführende Kobayashi kam auf Platz fünf, hatte aber nur 0,9 Punkte Rückstand auf Geiger. Der knapp hinter Geiger drittplatzierte Pole Kubacki wurde einen weiteren Zehntelpunkt zurück Sechster. 

Lindvik kann gefährlich werden

Der 21-jährige Lindvik könnte in seiner augenblicklichen Glanzform aber noch in den Kampf um den Goldadler eingreifen. Aber auch das nahm der Oberstdorfer gelassen zur Kenntnis - trotz einer halbwegs schlaflosen Nacht nach dem Teamabend der DSV-Adler im China-Restaurant war er auf und neben der Schanze erneut hellwach.


"Er hat schlecht geschlafen. Aber nicht, weil er nervös ist. Der schläft in dem Hotel immer schlecht", berichtete Zimmerkollege Markus Eisenbichler. Geiger selbst meinte: "Ich habe einfach lange wachgelegen. Augen auf, da war ich müde. Augen zu, da war ich wach. Eine blöde Kombination." Aber: Halb so wild, meinte Geiger.

Eisenbichler mit solider Leistung

Vor lediglich 4200 Zuschauern, gut die Hälfte davon aus Deutschland, überzeugten auch die weiteren DSV-Adler. Eisenbichler selbst, im Vorjahr am Bergisel Weltmeister in Einzel und Mannschaft, tat sich in den Probedurchgängen schwer, flog dann aber in der Quali auf Platz zehn und 128,0 m.


"Das war halbwegs okay. Im Training haben sie mich bei Bedingungen runtergelassen, wo es gar nicht geht", sagte der Tournee-Sechste und meinte augenzwinkernd: "Bei der WM war ich hier nicht so schlecht, die Bilder habe ich im Kopf. Ich weiß, was ich zu tun habe."

Team-Weltmeister Stephan Leyhe bestätigte seine ganz starken Trainingssprünge und kam mit 127,0 m auf Platz zehn. Am Tag vor seinem 28. Geburtstag könnte der Hesse am Samstag durchaus ein Anwärter auf einen Spitzenplatz sein. 

Die K.o.-Duelle der deutschen Springer:

Karl Geiger (Oberstdorf/3.) - Moritz Baer (Gmund-Dürnbach/48.)
Stephan Leyhe (Willingen/10.) - Clemens Leitner (Österreich/41.)
Markus Eisenbichler (Siegsdorf/12.) - Maciej Kot (Polen/39.)
Constantin Schmid (Oberaudorf/15.) - Stefan Huber (Österreich/36.)
Pius Paschke (Kiefersfelden/25.) - Antti Aalto (Finnland/26.)

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