International: Blitzlichter: It's guy love ... between two guys!

Spanien erstickt im Clasico-Wahnsinn, Leo Messi und Neymar haben aber noch die wirklich wichtigen Dinge im Kopf. In der Vorbereitung achtet Isaac Cuenca auf jedes Detail. Didier Drogba will nochmal zum FC Chelsea zurückkehren, bei Inter und Lazio brechen alle Dämme. Die Blitzlichter aus Europa.

Spanien erstickt im Clasico-Wahnsinn, Leo Messi und Neymar haben aber noch die wirklich wichtigen Dinge im Kopf. In der Vorbereitung achtet Isaac Cuenca auf jedes Detail. Didier Drogba will nochmal zum FC Chelsea zurückkehren, bei Inter und Lazio brechen alle Dämme. Die Blitzlichter aus Europa.

Serie A: Bolzplatz-Bonanza & Dialyse > Inter-Spiel

Serie A

Von Oliver Birkner

Bolzplatz des Spieltags: Na das war ja ein Traumwochenende für Milano - also für die Klubs, die gegen die beiden Mailänder antraten. In Florenz herrschte lange gespenstische Stille, da am Abend zuvor ein Ultra der Curva Fiesole tödlich verunglückt war. Auf den Rängen wurde es in Hälfte zwei dann doch etwas lautstärker, als sich Inters Defensive kollektiv zur frühen Nachtruhe entschied, und vier Tore binnen 17 kassierte. Da Florenz eine ebenso dilettantische Abwehr besitzt, lautete der Endstand der Bolzplatz-Bonanza 5:4, wobei Inter in der Nachspielzeit gar noch den Ausgleich verpasste.

Coach Stefano Pioli, der zwei Zähler aus den letzten fünf Partien sammelte, trat wütend zurück, konnte jedoch wieder umgestimmt werden. Ins schwarzblaue Delirium mischten sich freilich reichlich Witzeleien der Konkurrenz, lediglich Ex-Profi und TV-Kommentator Massimo Mauro überzog es ein wenig: "Ein guter Kumpel von mir sagte neulich, Dialyse ist besser als sich ein Inter-Spiel anzusehen - und er unterzieht sich gerade einer." Mauro ist unter anderem für die fantastische Erfahrung bekannt, neben Zico, Platini und Maradona gekickt zu haben, so hätte er sich sicher eine elegantere Bemerkung ausdenken können.

Impfung des Spieltags: Überhaupt schadet es der Liga momentan, dass aufgrund der desaströsen Kellerkinder ein Haufen Teams in den frühzeitigen Sommerurlaub abtauchte. 43 Treffer fielen (dabei fehlte noch die Partie Pescara v Roma am Montagabend), die meist völlig motivationsarme Klubs kassierten. Palermo bei Lazio zum Beispiel fünf in 26 Minuten. Immerhin bewies der Trainer der Sizilianer Galgenhumor und sagte nach Schlusspfiff: "Hey, die zweite Halbzeit haben wir 2:1 gewonnen. Das gibt Hoffnung." Ohne Frage. Milan erlitt immerhin bloß zwei Gegentore, das machte die 1:2-Heimpleite gegen Empoli jedoch nicht besser. Wie vor zwei Jahren riskieren beide Mailänder eine Saison ohne Europa. Die neue AC-Klubführung ließ im Trainingszentrum Milanello übrigens alle Fotos der Ära Berlusconi von den Wänden entfernen. Womöglich sollte man sie wieder aufhängen, zum Beweis, dass Milan tatsächlich mal ein erfolgreicher Klub war. Wenigstens einer Impf-Kampagne kommen die aktuellen Schattenspiel beider Vereine zugute. Dort hieß es: "Sagt den Kindern, wenn sie sich nicht impfen lassen, sind ihre Abwehrkräfte wie die von Milan und Inter." Die Wartezimmer werden heute sicher überfüllt sein.

Altro? Es ist momentan ungesund, Fußball in Apulien zu betreiben. Kürzlich nahmen sich Idioten in Taranto die Spieler des Drittligisten beim Training mit Fausthieben und Schlägen vor und bedrohten die Profis mit Messern. Drei landeten im Krankenhaus. Wochen später nun passten Delinquenten den Keeper eines Fünftligisten vor seiner Wohnung ab und schlugen ihn Krankenhausreif nachdem der Verein beim Derby 3:4 unterlag. Die Vereinsführung gab nebenher auch nicht die allerbeste Figur ab. Nach zuletzt schwachen Resultaten entschied man, bis Saisonende nicht mehr die Trikots mit den offiziellen Klubfarben Weiß-Rot zu tragen, da "die Profis derer nicht würdig seien". Sachen gibt's.

Premier League: "Birmingham verdient etwas besseres" & Gunners geht die Düse

Premier League

Von Dominik Stenzel

Drohung des Spieltags: Die Premier League wurde an diesem Wochenende natürlich durch die beiden FA-Cup-Duelle in den Schatten gestellt. Dieses Mal muckten nicht etwa die kleinen Teams am Halbfinal-Wochenende auf - es duellierten sich vier absolute Schwergewichte im Wembley. Und das auf allerhöchstem Niveau. Am Samstag konnte Chelsea den Spurs erstmals in dieser Saison vier Gegentreffer einschenken und ins Endspiel einziehen. Wie genau die Blues dieses Kunststück zustande brachten, wusste anschließend keiner - schließlich zeigte vor allem Tottenham eine tolle Leistung. Und einen Tag später rang Arsenal Manchester City in einer ebenfalls atemberaubenden Partie nach Verlängerung nieder.

Deren gebeutelter Trainer Arsene Wenger hatte also endlich mal wieder Grund zur Freude. Nachdem in den letzten Wochen Wenger-Out-Banner auf dem kompletten Globus auftauchten, machte nun plötzlich der Hashtag #WengerIn die Runde. So schnell kann's gehen. Das nun bevorstehende Londoner Derby im englischen Nationalstadion rief kurz nach Abpfiff auch Chelsea-Legende Didier Drogba auf den Plan. An seinen neuen Arbeitgeber Phoenix Rising gerichtet, sendete der Ivorer folgenden (nicht ganz ernst gemeinten) Tweet: "Dear @PHXRising FC I'll be off on loan with @ChelseaFC for two days 26/27th of May, just to make it 17/17 against #afc #ISwearIBeBack #banter." Der Hintergrund: In seinen 16 bisherigen Spielen gegen den Londoner Rivalen, hat der Stürmerstar ebenso oft getroffen. Den Gunners geht bestimmt jetzt schon die Düse.

Trainerwechsel des Spieltags: Trainerentlassungen zahlen sich nicht immer aus. Das mussten in den letzten Monaten auch die Verantwortlichen von Birmingham City am eigenen Leib erfahren. Am 14. Dezember des vergangenen Jahres musste Gary Rowett seinen Hut nehmen, noch am selben Tag wurde Gianfranco Zola vorgestellt. An jenem Tag lagen die Blues in der umkämpften Championship auf einem komfortablen achten Tabellenplatz. Doch die Besitzer aus Hong Kong wollten offenbar mehr. Anstatt weiter nach oben ging es unter dem Italiener aber so richtig bergab. Die grausame Bilanz: In 24 Spielen mit dem ehemaligen Chelsea-Stürmer an der Seitenlinie konnte Birmingham gerade einmal zwei mickrige Siege einfahren und befindet sich nun in akuter Abstiegsgefahr.

Zola entließ sich daher drei Spieltage vor Schluss kurzerhand selbst: "Ich mag es nicht aufzugeben, aber Birmingham verdient etwas besseres", stellte er sichtlich bedröppelt fest. Wiederum wurde in den West Midlands schnell ein Nachfolger gefunden: Harry Redknapp, der seine komplette bisherige Trainerkarriere in London und Südengland verbrachte, verlässt seine Komfortzone und soll Birmingham nun vor dem Abstieg bewahren. Und der Trainerfuchs ist richtig heiß darauf, wieder ins Geschehen einzugreifen. Ganze 15 Minuten brauchten die Entscheidungsträger, um den guten alten Harry zu überzeugen. Und sollte die Mission Klassenerhalt in die Hose gehen, will der 70-Jährige von Birmingham erst gar nicht bezahlt werden. Sogar seine Frau habe ihn dafür für verrückt erklärt. Allzu gut ging es am Wochenende jedoch nicht los. Das prestigeträchtige Stadtderby gegen Aston Villa wurde mit 0:1 verloren - Birmingham steht nur noch zwei Pünktchen über dem Strich.

Anything Else? Es ist die alte Leier: Liverpool kommt gegen vermeintlich schwächere Mannschaften in schöner Regelmäßigkeit einfach nicht zurecht. Gegen Crystal Palace verloren die Reds bereits das sechste Spiel der Saison - alle Pleiten setzte es gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte. Besonders bitter: Ausgerechnet der von Kloppo ausgebootete Christian Benteke netzte gegen die alten Kollegen zweimal ein. Zudem zeigte die Abwehrleistung der Reds mal wieder, dass die Hintermannschaft auch den in Ungnade gefallenen Mamadou Sakho momentan sehr gut gebrauchen könnte. Der Franzose in Diensten von Crystal Palace (aufgrund einer Klausel in seinem Leihvertrag gegen Liverpool nicht im Einsatz) hatte damit am Ende einer gebrauchten Woche doch noch Grund zum Feiern. Erst vor wenigen Tagen hatte die UEFA offiziell bekannt gegeben, dass Sakho im Endspurt der vergangenen Saison für die Einnahme einer Substanz gesperrt worden war, die keineswegs auf der Dopingliste steht und in den meisten Laboren nicht einmal getestet wird. Den Schmerz über das Verpassen des Europa-League-Finals und der Europameisterschaft im eigenen Land dürfte das jedoch kaum lindern...

Primera Division: Clasico-Bromance und FKK-Vorbereitung

Primera Division

Von Sebastian Schuch

Bromance des Clasicos: Mal ehrlich: Was war das für ein Clasico? Leo macht die 500 voll, Crissi wird zum Rumpelstilzchen und die Liga ist wieder spannend. Geil, aber nur zweitrangig, denn Maestro Messi himself sorgte in den Katakomben des Bernabeu für die wahre Heldentat des 261. Clasico. Beim obligatorischen Unterhosen-/Oberkörperfrei-Selfie konnte La Pulga einfach nicht anders und schaltete Busenfreund Neymar per Video-Chat zu.

Da Szenen wie diese das Liebesleben des gemeinen Blitzlichter-Schreiberlings schon weit übertreffen, kommen wir nicht umhin zu sagen: Da können selbst JD und Turk einpacken. Oder um es in den Worten der beiden Aushilfs-Ärzte zu sagen:

"It's guy love, that's all it is. Guy love, he's mine, I'm his. There's nothing gay about it in our eyes. You ask me 'bout this thing we share, and he tenderly replies: It's guy love... Between two guys."

Gut, mit Männlein und Weiblein wäre es natürlich keine Bromance mehr, aber das soll jetzt nicht über die tiefgründige Bedeutung des Songs hinweg täuschen.

Doch was sagt Neymar eigentlich zu der Aktion? Von der Couch hat sich der Brasilianer bis zum Trainingsgelände bequemt und gemeinsam mit Leo und Luis ein Trikot in die Kamera gehalten. Soviel zum Thema heißblütige Brasilianer. Die Rolle des JD übernimmt bei Barca eindeutig Leo.

FKK-Vorbereitung des Clasico: Im Vorfeld jedes Clasico ist natürlich auch La Masia ein gern-diskutiertes Thema. Barca brachte so und so viele Spieler mehr aus der eigenen Jugend bei den Profis unter als Real. Demnach steht La Masia also eindeutig an der Spitze der spanischen Jugendarbeit. Dass es nicht alle schaffen können, ist aber auch klar. Immerhin sollen manche, wie Gerad Deulofeu, eine zweite Chance erhalten. Andere wiederum, wie Isaac Cuenca, eher nicht.

Mit zwei Saisontoren ist er jedenfalls immer noch vierterfolgreichster Torschütze der Nazaris, doch auch außerhalb des Platzes weiß er Werbung für eine Rückkehr in die Heimat zu machen. Wohl schon völlig im Clasico-Fieber postete Cuenca ein Selfie aus Granadas Innenstadt, genauer gesagt von der Plaza Nueva. Da hätte er sich vorher mal besser bei den Behörden informieren sollen, ob das eine so gute Idee ist.

Denn neben seiner großen Sonnenbrille sticht ein anderes pikantes Detail heraus. Ein Mann mit einem Bart, bei dem selbst Messi der Kinnladen runter fällt. Im Gesicht und der Körpermitte versteht sich. Auf der einen Seite danken wir Gott für die starke Behaarung des Mannes, auf der anderen feiern wir aber auch Isaac Cuenca, der völlig selbstlos die Aktion für den Weltfrieden unterstützt und dabei keine Rücksicht auf Verluste macht. Wir applaudieren und verneigen uns - nur nicht unbedingt in unmittelbarer Nähe der Plaza Nueva.

Algo mas? Also manchmal muss man sich schon fragen ... Der Dortmunder Marc Bartra verneigte sich nach dem Clasico mit einem Tweet vor Lionel Messi: "D10S" schrieb der 26-Jährige, der lange Jahre mit dem Argentinier zusammen bei Barca kickte. Einige hirnverbrannte Follower nahmen ihm die Aussage krumm und antworteten in hässlichster Manier: "Ich wünsche, die Bombe hätte dich ins Gesicht getroffen", schrieb ein User. Jungejungejunge. In welcher Welt leben wir eigentlich inzwischen?

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