Irre Schlussphase! Späte Schocks für Spitzentrio

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Das Spitzentrio in der 2. Bundesliga hat beim Restart nach späten Patzern in der Nachspielzeit kollektiv Punkte liegen gelassen.

Der Hamburger SV kassierte bei der SpVgg Greuther Fürth in der fünften Minute der Nachspielzeit das 2:2 durch Havard Nielsen, zeitgleich musste Arminia Bielefeld in der 94. Minute das 1:1 gegen den VfL Osnabrück durch Marcos Alvarez hinnehmen. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan)

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Noch schlimmer erwischte es den VfB Stuttgart, der in der Nachspielzeit einen umstrittenen Foulelfmeter nach Videobeweis kassierte. Philip Tietz nutzte den Strafstoß nach 97 Minuten zum 2:1-Sieg für den SV Wehen Wiesbaden - angezeigt waren ursprünglich drei Minuten Nachspielzeit. Hamadi Al Ghaddioui hatte den Ball zuvor am Strafraum an die Hand bekommen.

"Wir sind total enttäuscht. In der ersten Halbzeit traten wir wie ein Spitzenteam auf, haben aber die Tore nicht gemacht. Wir könnten der Gewinner des Spieltags sein, jetzt sind wir der Verlierer", sagte Ex-Nationalspieler Mario Gomez bei Sky.

Wiesbaden fällt negativ auf

Beim gemeinsamen Jubel fiel Wiesbaden allerdings negativ auf, als die Spieler die Abstandsregeln klar missachteten und sich sogar demonstrativ Küsschen auf dem Platz gaben.


Durch die Niederlage überholte der HSV die Schwaben aufgrund der besseren Tordifferenz und verbesserte sich auf den zweiten Platz. (SERVICE: Tabelle)

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Außerdem gewann der FC St. Pauli mit 1:0 gegen den 1. FC Nürnberg.

Arminia Bielefeld hat auf dem Weg zum achten Aufstieg in die Bundesliga die Vorentscheidung verpasst. Die Ostwestfalen kamen zum Wiederbeginn gegen Aufsteiger VfL Osnabrück nicht über ein 1:1 (1:0) hinaus, bauten ihren Vorsprung an der Tabellenspitze der 2. Liga aber dennoch auf sieben Punkte aus. Vom Relegationsplatz trennen den Spitzenreiter acht Zähler.

Alvarez (90.+4) glich für die lange harmlosen Osnabrücker in der Nachspielzeit aus. Mit seinem 17. Saisontor hatte Kapitän Fabian Klos die Arminia in der 17. Minute in Führung gebracht. Der 32-Jährige verwandelte einen Elfmeter souverän, nachdem er selbst von Joost van Aken gefoult worden war. Beim Tabellenführer, der seit acht Spielen ohne Niederlage ist, lief nach zwei Monaten Zwangspause noch nicht alles optimal. Doch die Gastgeber hatten auf der leeren Alm bis in die Schlussphase alles im Griff. 

HSV nun gegen Bielefeld und Stuttgart

"Es gibt noch Optimierungsbedarf", meinte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi: "Aber die Mannschaft hat sehr große Entschlossenheit und Willen gezeigt." Positiv: Stürmer Andreas Voglsammer gab bei seiner Einwechslung (72.) sein Comeback nach dem Mittelfußbruch im Februar. "Das ist extrem ärgerlich, aber wir haben kein schlechtes Spiel gemacht. Zum Glück haben wir nicht verloren", sagte Bielefelds Mittelfeldspieler Reinhold Yabo.


Der Hamburger SV hat trotz einer holprigen Vorstellung einen direkten Aufstiegsplatz übernommen. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking kam bei der SpVgg Greuther Fürth nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus, profitierte aber von der Niederlage des VfB Stuttgart und ist neuer Zweiter. Die Hanseaten gehen nun mit einer ordentlichen Ausgangsposition in die Spitzenspiele am 24. Mai gegen Tabellenführer Bielefeld und dann vier Tage später in Stuttgart.

Harvard Nielsen brachte Fürth in der 35. Minute in Führung. Joel Pohjanpalo (41.) und Jeremy Dudziak (48.) drehten das Spiel, doch Nielsen (90.+4) glich spät noch aus. Der HSV konnte so auch seine negative Auswärtsbilanz (nur ein Sieg aus elf Spielen seit September) nicht entscheidend aufbessern.

Der Frust war entsprechend groß. "Das ist sehr bitter. Wir müssen einfach das dritte Tor schießen, dann ist das Spiel zu", sagte Pohjanpalo.

Stuttgart rutscht auf Platz drei

Seine unerklärliche Auswärtsschwäche könnte dem VfB Stuttgart im Kampf um die Bundesliga-Rückkehr noch zum Verhängnis werden. Der Zweitligist verlor beim Abstiegskandidaten Wiesbaden in letzter Sekunde noch 1:2 (0:0) und hat damit aus den vergangenen neun Auswärtsspielen lediglich einen Erfolg verbucht. Manuel Schäffler (50.) und Philip Tietz (90.+7) mit einem Handelfmeter nach Videobeweis trafen für die Gastgeber, Nicolas Gonzalez glich aus (83.).


In der Tabelle rutschten die Schwaben auf den Relegationsrang drei ab - was sich in der Anfangsphase überhaupt nicht angedeutet hatte. Die Stuttgarter ließen keinerlei Zweifel daran aufkommen, dass sie vorhatten, ihre schwache Bilanz zu verbessern.

Der VfB war von Beginn an bereit für die vermeintlich ungleiche Aufgabe, agierte körperlich präsent und ließ auch immer wieder seine individuelle Qualität aufblitzen. Vor allem Daniel Didavi sprühte vor Spielfreude. Sobald die Gäste in die gefährliche Zone rund um den Strafraum vordrangen, fehlte allerdings Konsequenz. "Wir haben die Tore zum richtigen Zeitpunkt gemacht", sagte Schäffler.

Der FC St. Pauli kam im Duell der früheren Bundesligisten gegen den 1. FC Nürnberg zu einem etwas glücklichen 1:0 (0:0). Viktor Gyökeres (84.) traf für die Gastgeber. Nürnbergs Keeper Christian Mathenia (55.) sah nach einem Foul die Rote Karte.

Mathenia hatte nach einer Notbremse gegen den Hamburger Torjäger Henk Veermann nach Videobeweis in der 55. Minute die Rote Karte gesehen, Schiedsrichter Daniel Siebert aus Berlin zunächst auf Eckball entschieden. "Christian trifft seinen Gegenspieler wohl leicht. Aber der entscheidende Fehler wurde vorher gemacht", sagte dazu Club-Trainer Jens Keller nach der Partie.

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