Ishak Belfodil rechnet mit TSG Hoffenheim ab: "Man hat meine Karriere aufs Spiel gesetzt"

Goal.com

Ishak Belfodil erhebt schwere Vorwürfe gegen seinen aktuellen Arbeitgeber TSG Hoffenheim. "Man hat meine Karriere leichtsinnig aufs Spiel gesetzt", sagte Belfodil der Bild.

Was der Stürmer damit meint? Belfodil spielte die ersten fünf Spiele dieser Saison mit einem Kreuzband- und Meniskusriss. "Ich kann von Glück reden, dass nicht noch mehr kaputtging", sagt der Algerier heute.

Belfodil hatte sich am letzten Spieltag der Vorsaison im Spiel gegen Mainz 05 am Knie verletzt und wurde nach 32 Minuten ausgewechselt. "Nach der zweiten MRT-Untersuchung teilten mir die Hoffenheimer Ärzte mit, dass ich glimpflich davongekommen bin", erklärt der 27-Jährige.

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TSG Hoffenheim: Ishak Belfodil lässt sich im Oktober operieren

Laut Belfodil teilte ihm der Ärztestab der TSG mit, er falle nur rund zehn Wochen aus und müsse nicht operiert werden. "Ich habe die ganze Sommerpause gearbeitet, ohne einen Tag Urlaub zu nehmen. Da ich laut der Ärzte fit war, war es für mich selbstverständlich zu spielen und der Mannschaft zu helfen", erzählt Belfodil.

Vor dem Saisonstart aber wurde sein Knie wieder dick. Wieder hieß es, so Belfodil, dass er "nochmal Glück gehabt" habe: "Als ich erleichtert war, kam der Nachsatz, dass die Verletzung im Mai nicht gerade sehr klein war."

Ishak Belfodil TSG Hoffenheim 2019-20
Ishak Belfodil TSG Hoffenheim 2019-20

Trotz der neuesten Erkenntnisse kam Belfodil am 1. Spieltag gegen Eintracht Frankfurt zum Einsatz, er spielte mit Schmerzen. Erst nach dem 5. Spieltag zog der Algerier die Reißleine. Er "wusste, dass es nicht mehr so weitergehen kann": "Ich habe mich während des Spiels in Wolfsburg für meine Leistung geschämt." Vor allem abrupte Richtungswechsel seien schwierig gewesen.

Belfodil beschloss, sich im Oktober operieren zu lassen. Laut ihm wurde von Hoffenheimer Seite bis zum Vorabend Druck ausgeübt, um dies zu verhindern. Nach der OP sei Belfodil zur Behandlung nach Sinsheim zurückgekehrt. "Als weder der Trainer noch irgendjemand von der Vereinsführung es für nötig hielten, mich zu begrüßen oder nach mir zu fragen, wollte ich nicht weiter stören und habe mich nach Paris zu meinen Vertrauensärzten abgesetzt", sagt Belfodil vielsagend.

Belfodil will Hoffenheim verlassen: "Habe kein Vertrauen mehr"

Für den Stürmer kommt nach diesen Erlebnissen ein Verbleib bei der TSG nicht infrage: "Ich habe kein Vertrauen mehr. Es besteht für mich keine Basis mehr, für eine erfolgreiche Zusammenarbeit."

Hoffenheims Manager Alexander Rosen weist die Vorwürfe zurück. Die TSG habe wie bei jeder Verletzung die höchsten medizinischen Standards angewendet und die medizinische Behandlung eng mit Belfodil abgestimmt. "Wir haben alle das gemeinsame Interesse einer raschen und vollständigen Heilung und wünschen Ishak dafür alles Gute", wird Rosen in der Bild zitiert.

Belfodil kam im Sommer 2018 von Standard Lüttich zu 1899 Hoffenheim. Schon zuvor spielte er per Leihe bei Werder Bremen in der Bundesliga. 5,5 Millionen Euro ließ sich die TSG den Stürmer kosten. In seiner ersten Saison in Sinsheim erzielte er 17 Tore in 35 Pflichtspielen. Sein Vertrag läuft noch bis Juni 2022.

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