Jürgen von der Lippe: "Der alte, weiße Mann ist eine Dreifach-Diskriminierung"

teleschau
·Lesedauer: 2 Min.

Was darf man sagen, was darf man nicht sagen? In der ARD-Talkshow "Hart aber fair" diskutierte Frank Plasberg unter anderem mit Jürgen von der Lippe. Vorschriften in sprachlicher Hinsicht lasse er sich nicht machen, so der Komiker.

In der jüngsten Ausgabe der ARD-Talkshow "Hart aber fair" diskutierte Moderator Frank Plasberg am Montagabend mit seinen Gästen über die Entwicklung der deutschen Sprache und die daraus folgende Diskriminierung: Welche Wörter darf man noch sagen, welche nicht?

Eine konkrete Meinung dazu hat der Komiker und Moderator Jürgen von der Lippe. Er könne zwar andere Menschen verstehen, die sagen, sie seien unsicher in ihrer Sprache geworden. Man müsse aber auch ihn verstehen: Er sei nun 72 Jahre alt und sei in seinem Leben "von einem ideologischen Bett ins andere" gewandert. Das habe ihn zu der Überzeugung gebracht, dass er sich vor allem in sprachlicher Hinsicht "keine Vorschriften mehr aus Gründen machen lasse, die austauschbar sind".

Auf Nachfrage von Plasberg, ob er in Kaufe nehme, ein "alter, weißer Mann" zu sein, antwortete von der Lippe mit einem Schmunzeln: "Der alte, weiße Mann ist eine Dreifach-Diskriminierung, wegen Alter, Hautfarbe und Geschlecht, das wollen wir ja nicht haben."

Wenig später ging es um den Begriff "Cancel Culture", also übersetzt, wie ein Einspieler von Plasberg zeigt, "den Boykott und die öffentliche Ächtung, zum Beispiel von Künstlerinnen und Künstlern wegen angeblich moralischen oder politischen Fehlverhaltens." Von der Lippe zeigte ein Beispiel auf, dass 2011 eine Studentenschaft einer Hochschule ein spanisches Gedicht verschwinden ließ, weil es darin um Alleen, Blumen, Frauen und einen Bewunderer ging.

Das Werk von Eugen Gomringer wurde mit der Begründung übermalt, "hier wird die Frau zum Gegenstand der Anbetung herabgewürdigt". Er fragte: "Geht das noch?" Hier hakte Stefanie Lohaus, Publizistin und Gründerin des "Missy Magazine" ein, die die Aktion der Studenten nachvollziehen konnte. Ihrer Meinung nach sollte eine Hochschule selbst entscheiden können, was sie an ihrer Fassade stehen haben möchte.