Japanisches NOK-Mitglied fordert Olympia-Absage

SPORT1, Sportinformationsdienst
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Die Olympia-Absage rückt näher!

Obwohl das IOC und die Organisatoren von Tokio 2020 weiterhin an den Spielen im Juli und August festhalten wollen, mehren sich die Stimmen, die auf eine Absage drängen. Mit der ehemaligen Judoka Kaori Yamaguchi hat sich nun laut Bild auch erstmals eine japanische Funktionärin für die Absage ausgesprochen.

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"Anders als viele Sportwettkämpfe stehen die Olympischen Spiele für das Ideal, der Welt Frieden zu bringen", erinnert sie sich in der Zeitung Nikkei an die ursprüngliche olympische Idee und fordert daher: "Wir sollten sie nicht abhalten, wenn die Menschen auf der Welt diese Spiele nicht genießen können."

Dazu fordert sie eine rasche Entscheidung der Verantwortlichen, da die "Athleten einem enormen Risiko" ausgesetzt werden, wenn sie weiterhin für die Spiele trainieren, diese aber nicht stattfinden können. Damit richtet sie ihre Kritik an dem Festhalten des Termins auch direkt an Thomas Bach und das IOC, welche die Athleten vor wenigen Tagen noch aufgefordert hatten, das Training fortzusetzen.


Deutsche Sportler und Organisationen für Absage

Zuvor hatten sich bereits mehrere Spitzensportler für eine Absage ausgesprochen. Der deutsche Turner Andreas Toba befürwortet die Absage: "Nach der für mich sehr berührenden Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel habe ich mir viele Gedanken gemacht. Angesichts der immer deutlicheren Ansagen der Politik, Medizin und Wissenschaft ist mir in den vergangenen Tagen klar geworden: Die Olympischen Spiele müssen verschoben werden."

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In die gleiche Richtung hat sich auch Deutsche Olympische Gesellschaft geäußert: "Das IOC sollte den Mut haben, die Olympischen Spiele von Tokio 2020 abzusagen und die Menschen, die Sportler, die Sportwelt nicht länger im Ungewissen lassen."

Allerdings gibt es auch Stimmen in Deutschland, die das Vorgehen des IOC unterstützen. Präsident Thomas Konietzko vom Deutschen Kanu-Verband (DKV) hält es für "richtig, dass das IOC zum jetzigen Zeitpunkt, also mehr als vier Monate vor den Spielen, die Entscheidung über eine Durchführung der Spiele offen lässt", schrieb Konietzko am Freitag in einem offenen Brief.

Konietzko ist sich sicher, dass das IOC bis Ende April eine Entscheidung wegen der Corona-Pandemie fällen werde. "Sollten die Maßnahmen in den europäischen Ländern erfolgreich sein, wäre damit zu rechnen, dass sich die Situation hoffentlich bis Ende April entspannt", fügte der 56-Jährige hinzu.

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